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Gesammelte Seeromane Der fliegende Holländer + Der Flottenoffizier + Jacob Ehrlich + Der alte Commodore + Japhet, der seinen Vater sucht + Percival Keene + Ardent Troughton oder Abenteuer eines Kaufmanns und mehr von Marryat, Kapitän Frederick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.12.2014
  • Verlag: e-artnow
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Gesammelte Seeromane

Dieses eBook: 'Gesammelte Seeromane' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Inhalt: Der Flottenoffizier: Szenen aus dem Leben und Abenteuer von Frank Mildmay Jakob Ehrlich Japhet, der seinen Vater sucht Rattlin, der Reffer Das Gespensterschiff oder der Fliegende Holländer Kapitän Kiene Ardent Troughton oder Abenteuer eines Kaufmanns Der alte Commodore Königs-Eigen Die Macht des Schicksals oder Harry und Felizitas (Newton Forster oder Kaufmanns Dienst) Frederick Marryat (1792-1848) war ein englischer Marineoffizier und Schriftsteller. Am Schulleben an Mr. Freeman's Academy in Ponders End in seinem Geburtsort fand er wenig Gefallen und riss zweimal aus, um seinen sehnlichsten Wunsch zu verwirklichen und zur See zu gehen. Als Parlamentsmitglied der Tories konnte sein Vater seinen Einfluss geltend machen, um dem 14-jährigen einen Platz als freiwilligem Seekadetten auf der Fregatte Impérieuse von Kapitän Lord Cochrane zu sichern, ein Schiff, das ihn in späterer Zeit zu zahlreichen Seegeschichten inspirierte. Nach Dienst auf weiteren Schiffen und der Teilnahme am Britisch-Amerikanischen Krieg (1812-1814) wurde er im Oktober 1812 für den Rang eines Leutnants vorgesehen. Mit Ende der Kriege gegen Napoleon wurde Marryat 1815 zum Fregattenkapitän (Commander) befördert. Seinen zahlreichen Seeromanen, die mehrfach ins Deutsche übersetzt wurden, wurde eine 'treue Auffassung des Lebens' und eine 'gewandte Darstellung' attestiert. Zu Marryats Bewunderern zählen Schriftsteller wie Joseph Conrad und Ernest Hemingway. Auch Cecil Scott Forester und Patrick O'Brian profitierten in ihrer literarischen Produktion von ihm.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 1370
    Erscheinungsdatum: 02.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026826712
    Verlag: e-artnow
    Größe: 4699 kBytes
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Gesammelte Seeromane

Zweites Kapitel.

Inhaltsverzeichnis

Unrecht kann man sühnen und verzeihen, Beschimpfungen aber lassen sich nicht wieder gut machen. Sie erniedrigen den Menschen in seinen eigenen Augen und zwingen ihn, sich durch Rache wieder Selbstachtung zu erwerben.

Junius.

Es gibt gewisse Ereignisse in unserem Leben, welche Moore dichterisch schön als "Oasen in der Wüste der Erinnerung" bezeichnet. Zu diesen gehören die Gefühle, welche aus der Erreichung eines lang erstrebten Lieblingsgegenstandes, der Liebe oder des Ehrgeizes, erwachsen: mag nun auch der Besitz späterer Erlebnisse uns beweisen, daß wir unser Glück überschätzt haben, und die Erfahrung uns zeigen, daß "Alles in der Welt eitel ist," so weilt doch die Erinnerung mit Freudigkeit in dem klopfenden Herzen, wenn wir nur die Gegenwart genossen und uns in sanguinischer Jugendlust das Gemälde in glühenden und entzückenden Farben vorgemalt haben. Nur die Jugend kann dies empfinden: das Alter ist zu oft getäuscht worden - zu oft hat sich in seinem Munde die Frucht in Asche verwandelt. Das Alter blickt mißtrauisch und zweifelhaft in die Zukunft, kummervoll und betrübt in die Vergangenheit.

Einer von den roth bezeichneten Tagen meines Lebens war der, an welchem ich zuerst die Uniform eines Midshipman anzog. Mein Stolz, mein Entzücken war unbeschreiblich. Ich hatte die Schule und die Schullivree hinter mir - hinter mir eine beinahe versumpfte Existenz. Wie ein Schmetterling, der eben der Puppe entkrochen, flatterte ich, meine neuen Kräfte zu prüfen, umher; ich fühlte, daß ich ein fröhliches, schönes Geschöpf war, das über den Reichen der Natur umherschweifen durfte, von den Fesseln der Eltern und Schulmeister befreit, und mein Herz hüpfte mir bei dem Gedanken, daß ich mich nach meinem eigenen Belieben meines Lebens freuen durfte - in meinen Augen der höchste Gipfel des Genusses, welchen die menschliche Existenz gewähren konnte; übrigens bemerke ich zum Voraus, daß mich hier, wie in den meisten andern Fällen, das gewöhnliche Loos traf, mich getäuscht zu sehen. Allerdings ist es wahr, daß ich mich meiner Jugendzeit erfreute: ich war eine Zeitlang glücklich, wenn man es Glückseligkeit nennen kann, doch ich habe es theuer bezahlt. Ich contrahirte eine Schuld, an welcher ich seitdem von Termin zu Termin stets abgezahlt habe, und bin noch nicht fertig damit. Selbst der bescheidene Theil von Glückseligkeit, der mir an diesem denkwürdigen Morgen zu Theil ward, war von kurzer Dauer und bald folgte der hinkende Bote nach.

Doch ich kehre zu meiner Uniform zurück. Ich hatte mich mit derselben geschmückt, den Degen um den Leib gegürtet, den aufgestutzten Hut von ungeheuerem Umfange auf den Kopf gedrückt und war bei der letzten Musterung vor dem Spiegel durch mein Aeußeres ungemein befriedigt. Jetzt klingelte ich zuerst dem Stubenmädchen unter dem Vorwande, ihr die Aufräumung meines Zimmers zu befehlen, doch in der That nur deshalb, daß sie mich bewundere und mir Complimente mache, was sie auch sehr weislich that, und ich war dumm genug, ihr eine Krone zu geben und einen Kuß, denn ich fühlte mich ganz als Mann. Hierauf erschien der Kellner, dem das Stubenmädchen aller Wahrscheinlichkeit nach den Umstand mitgetheilt hatte, verbeugte sich tief; rückte mit denselben Complimenten heraus und empfing dieselbe Belohnung, den Kuß abgerechnet. Höchst wahrscheinlich hätte auch der Stiefelputzer seinen Theil geholt, wenn er bei der Hand gewesen wäre, denn ich war albern genug, alle ihre schönen Redensarten als eine Art schuldigen Tribut aufzunehmen und sie gleichwohl mit klingender Münze zu bezahlen. Ich war der Gründling, sie die Haifische, und bald würden mich ihrer noch mehrere umgeben haben, denn, als sie das Zimmer verließen, hörte ich sie rufen: "Stiefelputzer! Stallknecht!" offenbar blos um ihnen bei Erleichterung meiner Börse beizustehen.

Ich war indeß zu ungeduldig, meinem Kapitän aufzuwarte

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