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Gesammelte Werke: Romane + Autobiografie + Reiseberichte + Briefe Gabriele + Reise durch England und Schottland + Jugendleben und Wanderbilder + Die Tante + München vor sechsunddreißig Jahren + Portraits von Goethe, Wieland, Schiller und Herder... von Schopenhauer, Johanna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.03.2016
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Gesammelte Werke: Romane + Autobiografie + Reiseberichte + Briefe

Dieses eBook: 'Gesammelte Werke: Romane + Autobiografie + Reiseberichte + Briefe' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Johanna Schopenhauer (1766-1838) war eine deutsche Schriftstellerin und Salonnière. Sie war die Mutter des Philosophen Arthur Schopenhauer und der Schriftstellerin Adele Schopenhauer. Ihre Schriftstellerei wurde zu einer wichtigen Einkommensquelle. Sie veröffentlichte ein umfangreiches Werk aus Reiseerzählungen, Romanen und Novellen. Mit den gleichzeitig lebenden Schriftstellerinnen Sophie von La Roche, Sophie Mereau, Karoline Auguste Fischer gehörte sie zu den ersten bekannten Autorinnen, die mit dem Schreiben ihren Lebensunterhalt verdienten. Inhalt: Romane: Gabriele Die Tante Richard Wood Reiseberiche: Reise durch England und Schottland Ausflucht an den Rhein und dessen nächste Umgebungen im Sommer des ersten friedlichen Jahres Ausflug an den Niederrhein und nach Belgien im Jahr 1828 Autobiografie & Briefe: Jugendleben und Wanderbilder München vor sechsunddreißig Jahren Reiseerinnerungen aus früherer Zeit Gerhard von Kügelgens Portraits von Goethe, Wieland, Schiller und Herder Über Gerhard von Kügelgen und Friedrich, in Dresden Das Badeleben in Karlsbad während der Monate Julius und August im Jahre 1815. Brief aus Karlsbad 1821. Über das Leben Gerhards von Kügelgen Biografie

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 820
    Erscheinungsdatum: 13.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026851677
    Verlag: e-artnow
    Größe: 2097 kBytes
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Gesammelte Werke: Romane + Autobiografie + Reiseberichte + Briefe

Aus Gabrielens Tagebuche

Ich fürchte keinen bösen Traum mehr, seit mir die Vorbedeutung des Unglücks so anmutig erschien! Sprach er nicht so? Warum mußte ich auch dieses Mal, nur stumm mich verneigend, vor ihm stehen und vermochte nicht, ihm zu antworten? Ach, weil ich bin, was ich zu sein schien, weil mein ganzes Dasein ein schwerer, banger Traum ist! Immer ringe ich nach dem Erwachen; bin ich einst erwacht, dann, Ottokar, dann werde ich zu dir sprechen, dich fragen, dir antworten können, und, gewiß! du wirst mich verstehen.

Wie oft versuchte ich es schon, sein Bild auf dem Papier festzuhalten! Aber ich ermüde im fruchtlosen Streben. Ja, wenn ich mit den Zügen seines Gesichts auch die unbeschreibliche Harmonie in seinem ganzen Wesen wiederzugeben vermöchte! Er ist immer er selbst! Ganz und ungeteilt er selbst, in jeder seiner Bewegungen, in jedem seiner Worte, im Scherz wie im Ernst! Nur er, einzig er kann so dastehen, so sprechen, so aussehen, und doch ist es nicht seine Gestalt allein, die ihn vor allen auszeichnet, es ist der Einklang, die Übereinstimmung in seiner ganzen Erscheinung. Wo lebt der Künstler, der diese darzustellen vermöchte? Ohne sie bleiben meine Bilder leblos und starr, bei aller übrigen Ähnlichkeit gleichen sie Wachsbildern, die das Leben ungeschickt nachäffen wollen, und ich muß sie vernichten, denn sie erregen mir Grauen.

Nichts wollen, nichts wissen, nichts wünschen als lieben, sich selbst vergessen im Glück des geliebten Wesens, ohne Erwiderung zu hoffen oder zu wünschen, stellt uns den Engeln gleich, ist Vorgefühl himmlischen Glücks! So lehrtest du mich, meine Mutter! Warum bin ich denn nicht glücklich? Warum treibt unerklärliche Unruhe mich rastlos umher? Warum beklemmt meine Brust ein Wünschen, ein etwas Erwarten von der nächsten Minute, für das ich so gar nicht einen Namen habe? Könnte ich nur einmal recht Großes, recht Schweres für ihn vollbringen, ohne daß er ahnete, von wo es ausginge. Könnte ich, ungesehen von ihm, ein trübes Geschick, ein großes Unheil von seinem geliebten Haupte auf das meinige lenken und dann, in mich geschmiegt und still aus meinem Dunkel hinauf zu ihm blicken und mich in seinem freudigen Lächeln sonnen. Dann, dünkt mich, wäre ich ruhig und glücklich für mein ganzes übriges Leben.

Nie werde ich mich darüber trösten, daß meine Mutter starb, ohne ihn gesehen zu haben. Ach hättest du, Verklärte, ihn gekannt, wie lieb wäre er dir geworden! Wie glücklich ich im Anschaun von euch geliebten beiden!

Arme Pflanzen, die sie verstieß, weil ihr verblüht seid, wie will ich euch pflegen und lieben! Ich fand sie heute alle im Vorsaal, die schönen Blumen, welche Ottokar Aurelien an ihrem Geburtstage schenkte; verdorrt, losgerissen von ihren Stäben, mit Staub bedeckt, erkannte ich sie kaum. "Sie taugen nur noch zum Wegwerfen", sprach Aurelia, "sie sind verblüht." - "Ja", setzte sie mit komischem Pathos hinzu, "sieh hier, gutes Kind, das Bild der Vergänglichkeit aller Dinge und nimm dir ein Beispiel daran. Alles Fleisch vergeht wie Heu, singt die christliche Gemeine, darum verträume deine Blütenzeit nicht, sie kehrt dir so wenig wieder als diesen armen Sträuchern, die Anton alsobald wegschaffen soll." - "Liebe Aurelia", erwiderte ich, "mit uns ist es wie es ist, aber diese Blumen können wirklich wieder blühen, nimm sie nur wieder in dein Zimmer, trage sie an die Sonne, begieße sie." - "Allerliebste Gabriele, tu du das selbst, ich schenke sie dir", unterbrach mich Aurelia und machte mir nach ihrer lustigen Art einen tiefen Knicks. Ich erschrak; "aber du hast sie von Ottokar", stammelte ich, und fühlte dabei, wie ich rot ward; weiß ich doch nicht ob vor Freuden über die Blumen oder vor Verdruß, daß ich Aurelien an ihren Geber erinnern mußte. "Mag er mir frische Blumen schicken, wenn er will, daß sein Andenken bei mir grüne und blühe", antwortete sie lächelnd; "seit ich nicht mehr vierzehn Jahre alt bin, bewahre

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