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Gesammelte Werke: Romane + Erzählungen + Gedichte + Briefe Witiko + Der Nachsommer + Brigitta + Bunte Steine + Der Hochwald + Die Mappe meines Urgroßvaters + Abdias + Der Hagestolz + Nachkommenschaften + Der beschriebene Tännling + Der Waldsteig... von Stifter, Adalbert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.12.2015
  • Verlag: e-artnow
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Gesammelte Werke: Romane + Erzählungen + Gedichte + Briefe

Dieses eBook: 'Gesammelte Werke: Romane + Erzählungen + Gedichte + Briefe' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Adalbert Stifter, Pseudonym Ostade (1805-1868) war ein österreichischer Schriftsteller, Maler und Pädagoge. Er zählt zu den bedeutendsten Autoren des Biedermeiers. Inhalt: Romane & Erzählungen: Witiko (Mit Nachwort von Stefan Zweig) Der Nachsommer Das Haidedorf Nachkommenschaften Die Narrenburg Feldblumen Die Mappe meines Urgroßvaters Zwei Schwestern Der Waldsteig Prokopus Die drei Schmiede ihres Schicksals Hagelwetter Der arme Wohltäter Ein Gang durch die Katakomben Die Sonnenfinsternis am 8. Juli 1842 Der Kuss von Sentze Der Hagestolz: Gegenbild Eintracht Abschied Wanderung Aufenthalt Rückkehr Beschluß Abdias: Esther Deborah Ditha Der beschriebene Tännling Der Condor Ein Nachtstück Tagstück Blumenstück Fruchtstück Das alte Siegel Bunte Steine: Granit Kalkstein Turmalin Bergkristall Katzensilber Bergmilch Der Hochwald Brigitta Wirkungen eines weißen Mantels Der Pförtner im Herrenhause Leben und Haushalt dreier Wiener Studenten Der fromme Spruch Der Waldbrunnen Mein Leben (Aus den Nachlaßblättern) Gedichte: Müdigkeit Letztes Lied Abschied Alles was auf Erden besteht... Im Winter In der Ferne Briefe

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 850
    Erscheinungsdatum: 14.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026847106
    Verlag: e-artnow
    Größe: 3229 kBytes
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Gesammelte Werke: Romane + Erzählungen + Gedichte + Briefe

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Sie waren sorglos und fröhlich.

Inhaltsverzeichnis
Nach drei Tagen ritt Witiko von dem alten Zupenorte Chynow mitternachtwärts. Da hörte er hinter sich Lachen und Pferdetraben. Er blickte um, und sah eine Anzahl schöner Reiter hinter sich herkommen. Er lenkte sein Pferd an den Rand des Weges, und ritt in seiner Art langsam weiter, um sie vorüber zu lassen. Da war der erste, der heran kam, ein Jüngling in scharlachrotem Gewande auf einem weißen Zelter. Statt an Witiko vorüber zu reiten, hielt er sein Pferd an, und sagte: "Du einzelner Mann, du reitest aus, das Herzogtum Böhmen zu erobern."

Witiko brachte sein Pferd nun vollends zum Stehen, stellte es quer an den Weg, und sah den Mann an. Dieser blieb auch stehen, und hielt die Betrachtung aus. Er war ein junger schöner Mann mit blonden Haaren und blauen Augen. Auf seinem Haupte hatte er eine schwarze Haube, von der eine Adlerfeder gerade empor stand. In den Bügeln hielt er starke lederne Stiefel, und um die Schultern hatte er an einer roten Schnur ein Hüfthorn. Seine Kleider waren in Unordnung. Sie waren bestaubt und von einem nassen Boden, auf dem er geritten sein mochte, bespritzt. Da Witiko schaute, kamen die andern heran. Sie waren alle jung und in schöne Farben gekleidet. Die meisten waren rötlich oder rotbraun, die andern grün. Sie hatten gleichfalls Federn auf den Hauben; Reigerfedern, Hahnenfedern und dergleichen. Manche hatten ein Hüfthorn, alle hatten ein Schwert, und einige trugen ein oder gar mehrere Jagdlanzen. Ihre Kleider waren auch in Unordnung wie die des scharlachroten Mannes. Sie mochten zehn oder zwölf Männer sein.

"Was die Eroberung Böhmens angeht", sagte Witiko, "so wird sie dir weit eher gelingen als mir, da du ein solches Geleite hast, und ich allein bin."

"Unsere Rosse sind gebrechliche leichte Dinge, die dahin rennen", sagte der Mann, "und unsere Gewänder sind Flitter, die ein Stab zerreißt, während dein grauer Zelter, auf dem du im Schritte reitest, breit und fest ist, und deine Gewänder undurchdringlich sind, daß man meinen sollte, du könntest Hostas Burg, die der Herzog jetzt so eilig neu baut, gemach niederreiten."

"Und wenn ich die Burg des Hosta und den reichen Wysehrad und das ganze Böhmen niederreiten könnte", entgegnete Witiko, so würde ich es nicht tun, so lange Sobeslaw besteht, um dessen langes Leben ihr Gott bitten solltet; aber deines Herzens Gelüsten wäre es, hier zu schalten, weil du die Worte zu mir gesagt hast, die der Schalk dir eingab."

"Höre, Sohn des weisen Nacerat", erwiderte der Scharlachreiter, indem er sich zu einem der Angekommenen wendete, "dieser da meint, daß wir alle, die hier sind, ihn ausgenommen, den Wunsch haben, die Plage der Regierung in Bürglitz zu sitzen, oder Reichsversammlungen in Sadska zu diesen Ländern zu übernehmen, auf dem Wysehrad oder auf halten, und die Meinungen der erfahrnen Jahrträger und Räte zu hören, und ihnen untertänig zu sein, statt in freier Luft zu leben, die nachdenkenden Köpfe herrschen zu lassen, und uns um die Freuden zu bekümmern, die uns Gott in der Welt gegeben hat: um das fröhliche Reiten, um die Jagd, um den Becher, um die Mädchen, und wäre es selber die schöne österreichische Gertrude, die Schwester des ehrbegierigen jungen Markgrafen Leopold, dem jetzt unser ruhmreicher Herzog, welchem wir ein ewiges Leben hienieden wünschen, die böhmische Maria, seine Tochter, zur Gemahlin geben will. Und du, Odolen, Sohn des Striz, und Welislaw, sind wir nicht besser und jünger, uns die schönsten Mädchen zu wählen, als jener Balg, der Wratislaw von Brünn, der sich vor fünf oder sechs Jahren eine Prinzessin aus Rußland geholt hat, die alle sterblichen Leute an Schönheit übertrifft?"

"Und wie du auch scherzest", sagte Witiko, "so möchtest du doch da der Erste sein, nur daß du es nicht kannst."

"Und du wirst den Herzog Sobeslaw strenge gegen mich verteidigen?" sagte der Scharlachreiter.

"Es ist ganz

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