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Gesammelte Werke: Romane + Erzählungen + Reiseberichte + Gedichte + Memoiren Über 250 Titel in einem Buch: Effi Briest + Wanderungen durch die Mark Brandenburg + Schach von Wuthenow + Der Stechlin + L'Adultera + Frau Jenny Treibel + Irrungen, Wirrungen... von Fontane, Theodor (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.01.2016
  • Verlag: e-artnow
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Gesammelte Werke: Romane + Erzählungen + Reiseberichte + Gedichte + Memoiren

Dieses eBook: 'Gesammelte Werke: Romane + Erzählungen + Reiseberichte + Gedichte + Memoiren' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Inhalt: Romane und Novellen Effi Briest Der Stechlin Schach von Wuthenow Vor dem Sturm Die Poggenpuhls Cécile Unwiederbringlich Quitt Frau Jenny Treibel Stine L'Adultera Irrungen, Wirrungen Graf Petöfy Grete Minde Unterm Birnbaum Mathilde Möhring Ellernklipp Reisetagebücher & Reiseberichte Wanderungen durch die Mark Brandenburg Die Grafschaft Ruppin Das Oderland Havelland Spreeland Fünf Schlösser Jenseit des Tweed Ein Sommer in London Aus den Tagebüchern der Italienreise Oktober/November 1874 Kriegsberichte Kriegsgefangen - Erlebtes 1870 Reisebriefe vom Kriegsschauplatz Gedichte Junker Dampf Die große Karthause vor Papst Paul Schloß Eger Bienen-Winkelried Die Schlacht am Cremmer-Damm Der Quitzowen Fall und Untergang Der Tod des letzten Grafen von Ruppin Alte Fritz-Grenadiere Prinz Louis Ferdinand Berliner Spottvers Guter Rat Glück Memento Im Garten 'O trübe diese Tage nicht' Herbstmorgen Der Kranich Bekenntnis Ein Jäger Alles still! Einem Kranken Frühling Der erste Schnee Verlobung Winterabend und viel mehr Autobiographisches Das Schlachtfeld von Groß-Beeren Von Zwanzig bis Dreißig Meine Kinderjahre (Autobiographie) Biographie Theodor Fontane (1819-1898) gilt als der herausragende Vertreter des poetischen Realismus in Deutschland. In seinen Romanen charakterisiert er die Figuren, indem er ihre Erscheinung, ihre Umgebung und vor allem ihre Redeweise aus einer kritisch-liebevollen Distanz genau beschreibt. Dabei kommt Fontane von einer Kritik an Einzelpersonen oft zu einer impliziten Gesellschaftskritik.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 590
    Erscheinungsdatum: 08.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026849391
    Verlag: e-artnow
    Größe: 8257 kBytes
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Gesammelte Werke: Romane + Erzählungen + Reiseberichte + Gedichte + Memoiren

Drittes Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Noch an demselben Tage hatte sich Baron Innstetten mit Effi Briest verlobt. Der joviale Brautvater, der sich nicht leicht in seiner Feierlichkeitsrolle zurechtfand, hatte bei dem Verlobungsmahl, das folgte, das junge Paar leben lassen, was auf Frau von Briest, die dabei der nun um kaum achtzehn Jahre zurückliegenden Zeit gedenken mochte, nicht ohne herzbeweglichen Eindruck geblieben war. Aber nicht auf lange; sie hatte es nicht sein können, nun war es statt ihrer die Tochter - alles in allem ebensogut oder vielleicht noch besser. Denn mit Briest ließ sich leben, trotzdem er ein wenig prosaisch war und dann und wann einen kleinen frivolen Zug hatte. Gegen Ende der Tafel, das Eis wurde schon herumgereicht, nahm der alte Ritterschaftsrat noch einmal das Wort, um in einer zweiten Ansprache das allgemeine Familien-Du zu proponieren. Er umarmte dabei Innstetten und gab ihm einen Kuß auf die linke Backe. Hiermit war aber die Sache für ihn noch nicht abgeschlossen, vielmehr fuhr er fort, außer dem "Du" zugleich intimere Namen und Titel für den Hausverkehr zu empfehlen, eine Art Gemütlichkeitsrangliste aufzustellen, natürlich unter Wahrung berechtigter, weil wohlerworbener Eigentümlichkeiten. Für seine Frau, so hieß es, würde der Fortbestand von "Mama" (denn es gäbe auch junge Mamas) wohl das beste sein, während er für seine Person, unter Verzicht auf den Ehrentitel "Papa", das einfache Briest entschieden bevorzugen müsse, schon weil es so hübsch kurz sei. Und was nun die Kinder angehe - bei welchem Wort er sich, Aug in Auge mit dem nur etwa um ein Dutzend Jahre jüngeren Innstetten, einen Ruck geben mußte -, nun, so sei Effi eben Effi und Geert Geert. Geert, wenn er nicht irre, habe die Bedeutung von einem schlank aufgeschossenen Stamm, und Effi sei dann also der Efeu, der sich darumzuranken habe. Das Brautpaar sah sich bei diesen Worten etwas verlegen an. Effi zugleich mit einem Ausdruck kindlicher Heiterkeit, Frau von Briest aber sagte: "Briest, sprich, was du willst, und formuliere deine Toaste nach Gefallen, nur poetische Bilder, wenn ich bitten darf, laß beiseite, das liegt jenseits deiner Sphäre." Zurechtweisende Worte, die bei Briest mehr Zustimmung als Ablehnung gefunden hatten. "Es ist möglich, daß du recht hast, Luise."

Gleich nach Aufhebung der Tafel beurlaubte sich Effi, um einen Besuch drüben bei Pastors zu machen. Unterwegs sagte sie sich: "Ich glaube, Hulda wird sich ärgern. Nun bin ich ihr doch zuvorgekommen - sie war immer zu eitel und eingebildet." Aber Effi traf es mit ihrer Erwartung nicht ganz; Hulda, durchaus Haltung bewahrend, benahm sich sehr gut und überließ die Bezeugung von Unmut und Ärger ihrer Mutter, der Frau Pastorin, die denn auch sehr sonderbare Bemerkungen machte. "Ja, ja, so geht es. Natürlich. Wenn's die Mutter nicht sein konnte, muß es die Tochter sein. Das kennt man. Alte Familien halten immer zusammen, und wo was is, da kommt was dazu." Der alte Niemeyer kam in arge Verlegenheit über diese fortgesetzten Spitzen Redensarten ohne Bildung und Anstand und beklagte mal wieder, eine Wirtschafterin geheiratet zu haben.

Von Pastors ging Effi natürlich auch zu Kantor Jahnkes; die Zwillinge hatten schon nach ihr ausgeschaut und empfingen sie im Vorgarten.

"Nun, Effi", sagte Hertha, während alle drei zwischen den rechts und links blühenden Studentenblumen auf und ab schritten, "nun, Effi, wie ist dir eigentlich?"

"Wie mir ist? Oh, ganz gut. Wir nennen uns auch schon du und bei Vornamen. Er heißt nämlich Geert, was ich euch, wie mir einfällt, auch schon gesagt habe."

"Ja, das hast du. Mir ist aber doch so bange dabei. Ist es denn auch der Richtige?"

"Gewiß ist es der Richtige. Das verstehst du nicht, Hertha. Jeder ist der Richtige. Natürlich muß er von Adel sein und eine Stellung haben und gut aussehen."

"Gott, Effi, wie du nur sprichst. Sonst sprachst du doch

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