text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Gesammelte Werke: Romane + Erzählungen Die etruskische Vase + Zwiefacher Irrtum + Die Venus von Ille + Carmen + Lokis + Arsène Guillot von Mérimée, Prosper (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.11.2014
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
0,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Gesammelte Werke: Romane + Erzählungen

Dieses eBook: 'Gesammelte Werke: Romane + Erzählungen' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Prosper Mérimée (1803-1870) war ein französischer Dramatiker, Historiker, Archäologe und Autor von Kurzgeschichten.
Inhalt: Die Bartholomäusnacht Die etruskische Vase Zwiefacher Irrtum Die Venus von Ille Das Gäßchen der Madama Lucrezia
Djuman Die Seelen des Fegefeuers Carmen Lokis Arsène Guillot
Die Bartholomäusnacht: Der historische Roman bietet ein Panorama aus dem Frankreich Karls IX. um die Bartholomäusnacht und die Belagerung von La Rochelle. Die etruskische Vase ist eine Novelle. Zum Inhalt: Ein junger Mann aus der besten Pariser Gesellschaft muss erkennen, die Zweifel an der Treue der Geliebten waren unzutreffend. Er bestraft sich für seinen Wankelmut. Der doppelte Irrtum ist eine Novelle. Zur Handlung: Die unglücklich verheiratete junge Frau Julie von Chaverny und der unverheiratete kaum 30-jährige Gesandtschaftssekretär E. Darcy gestehen sich, immer hätten sie sich geliebt, doch der andere habe es nicht bemerkt beziehungsweise nicht recht wahrhaben wollen. Mérimée resümiert: 'Die beiden Herzen, die einander nicht erkannt hatten, waren vielleicht füreinander geschaffen.' Carmen: Der Baske José Lizarrabengoa tötete im Streit seinen Gegner in einem Spiel und muss aus seiner Heimat fliehen. Er kommt nach Andalusien, und als Unteroffizier im Wachkommando an der Tabakfabrik von Sevilla arbeitend, trifft er zum ersten Mal auf die junge Zigeunerin Carmen. Eine schicksalhafte Begegnung, die sein weiteres Leben auf tragische Weise verändern soll. Lokis: Die Handlung dreht sich um einen jungen Mann, der im Verdacht steht, halb Mensch, halb Bär, seit er geboren wurde, nachdem seine Mutter zerfleischt wurde (und, wie von den Bauern glaubten, vergewaltigt) von einem Bären.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 1110
    Erscheinungsdatum: 02.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026825913
    Verlag: e-artnow
    Größe: 766 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Gesammelte Werke: Romane + Erzählungen

Die deutschen Reiter
Inhaltsverzeichnis

The black bands came over
The Alps and their snow,
With Bourbon the rover
They passed the broad Po.

Lord Byron,
The deformed transformed

Nicht weit von Étampes, auf dem Wege gegen Paris zu, kann man noch heute ein großes viereckiges Gebäude mit gotischen Fenstern sehen, die mit einigen groben Skulpturen verziert sind. Über der Tür befindet sich eine Nische, die ehedem eine Gottesmutter aus Stein enthielt; in der Revolutionszeit hatte diese aber das Schicksal so vieler anderer Heiligen und wurde durch den protestantischen Revolutionsklub von Larcy in aller Förmlichkeit zertrümmert. Seitdem hat man an ihre Stelle wieder eine andere Heilige Jungfrau gestellt, die zwar nur aus Gips ist, mit Hilfe einiger Seidenlappen und Glasperlen sich aber doch noch ziemlich gut ausnimmt und dem Wirtshaus von Claude Giraut einen ehrwürdigen Anstrich verleiht.

Vor mehr als zwei Jahrhunderten, im Jahre 1572 nämlich, war dieses Gebäude so wie jetzt dazu bestimmt, durstige Reisende aufzunehmen, doch hatte es damals ein ganz anderes Aussehen. Die Mauern waren mit Inschriften bedeckt, die von den verschiedenen Wechselfällen eines Bürgerkrieges Zeugnis ablegten. Neben den Worten: 'Es lebe der Prinz!' stand zu lesen: 'Es lebe der Herzog von Guise! Tod den Hugenotten!' Etwas weiter hatte ein Soldat mit Kohle einen Galgen und einen Gehenkten gezeichnet und, um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen, die Inschrift daruntergesetzt: 'Gaspard de Châtillon'. Doch schienen die Protestanten später in dieser Gegend die Oberhand gehabt zu haben, denn der Name ihres Führers war ausgestrichen und durch den des Herzogs von Guise ersetzt worden. Andere halbverwischte, schwer leserliche und noch schwerer in anständiger Form wiederzugebende Inschriften bewiesen, daß der König und seine Mutter ebensowenig respektiert worden waren wie die Parteiführer. Die arme Gottesmutter hatte aber anscheinend am meisten unter den bürgerlichen und religiösen Wutausbrüchen zu leiden gehabt. Die Statue, an zwanzig Stellen durch Kugeln abgesplittert, gab Zeugnis von dem Eifer der hugenottischen Soldaten im Zerstören dessen, was sie 'heidnische Bildnisse' nannten. Während der fromme Katholik im Vorübergehen an der Statue ehrfurchtsvoll seine Mütze abnahm, hielt sich der protestantische Reiter für verpflichtet, ihr einen Büchsenschuß zu verabfolgen; und hatte er sie getroffen, so stieg seine Meinung von sich ebensosehr, als wenn er das apokalyptische Tier erschlagen oder die Abgötterei ausgerottet hätte.

Seit mehreren Monaten war der Friede zwischen den beiden gegnerischen Sekten hergestellt; er war aber nur mit den Lippen und nicht aus dem Herzen beschworen worden; die Feindschaft zwischen den beiden Parteien bestand noch ebenso unversöhnlich fort. Alles erinnerte daran, daß der Krieg eben zu Ende gegangen war; alles kündigte an, daß der Friede nicht von langer Dauer sein könne.

Das Wirtshaus 'Zum Goldenen Löwen' war voll von Soldaten. An ihrem fremdländischen Akzent, ihrer sonderbaren Kleidung erkannte man die deutschen Reiter, die der protestantischen Partei ihre Dienste anbieten wollten, besonders wenn diese gut zu bezahlen imstande war. Wenn die Gewandtheit, mit der diese Fremden ihre Pferde ritten, und ihre Geschicklichkeit im Gebrauch der Feuerwaffen sie am Tage der Schlacht zu furchtbaren Gegnern machten, so standen sie andernteils in dem vielleicht noch begründeteren Rufe abgefeimter Plünderer und unerbittlicher Sieger. Die Truppe, die sich in dem Wirtshause niedergelassen hatte, war fünfzig Mann stark: sie hatten am Tage vorher Paris verlassen und begaben sich nach Orléans ins Standquartier.

Während die einen ihre Pferde striegelten, die sie an der Mauer angebunden hatten, schürten andere das Feuer, drehten ihre Bratspieße und machten sich in der Küche zu schaffen. Der unglückliche Wirt betrachtete, die Mütze in der H

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen