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Gesammelte Werke: Romane + Novellen + Autobiografie 73 Titel in einem Buch: Venus im Pelz + Katharina II + Lola + Polnische Geschichten + Mondnacht + Don Juan von Kolomea + Matrena + Der Capitulant + Die wilden Frauen + Jüdisches Leben... von Sacher-Masoch, Leopold von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.03.2015
  • Verlag: e-artnow
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Gesammelte Werke: Romane + Novellen + Autobiografie

Dieses eBook: 'Gesammelte Werke: Romane + Novellen + Autobiografie' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Leopold von Sacher-Masoch (1836-1895) war ein österreichischer Schriftsteller. Er war zu seiner Zeit ein vielgelesener, populärer Schriftsteller. Seine zahlreichen Romane und seine ebenso zahlreichen, meist folkloristischen Novellen waren teils als exotische, immer spannende, ja sogar als moralische Lektüre beliebt. Bekannt wurde Masoch durch seine Fantasie und Kunst, triebhaftes Schmerz- und Unterwerfungsverlangen ästhetisch zu formulieren. Inhalt: Amor mit dem Korporalstock Das Erntefest Der Capitulant Der Wanderer Der Weihnachtsabend des Rebb Abramowitsch Die Kunst geliebt zu werden Don Juan von Kolomea Ein Damen-Duell Eine Frau auf Vorposten Katharina II. Matrena Mondnacht Moses Goldfarb und sein Haus Nero im Reifrock Nur die Toten kehren nicht wieder Ungnade um jeden Preis Venus im Pelz Lola: Geschichten von Liebe und Tod Wjera Baranoff Theodora: Eine rumänische Geschichte Die schöne Wittwe Kapitanowitsch: Eine kroatische Geschichte Ein Mord in den Karpathen Das Todesurtheil einer Frau Im Venusberg Unter der Peitsche Der wahnsinnige Graf Matrena Das Weib des Kosaken Menschenware Die Sclavenhändlerin Sarolta Tag und Nacht in der Steppe Der fliegende Stern Die Todten sind unersättlich Polnische Geschichten Ezech Elchanan Sapiehas Busse Jakob wo bist du? Die gewaltsame Hochzeit Pan Kaniowski Der Krieg der zwei Marien Die wilden Frauen Drei Hochzeiten Lidwina Im Schlitten Auf der Heimfahrt Jüdisches Leben in Wort und Bild Israel Bessure towe Rabbi Abdon Lewana Das Mahl der Frommen David und Abigail Schimmel Knofeles Der Buchbinder von Hort Galeb Jekarim Wie Slobe ihre Schwester verheirathet Frau Leopard Der schöne Kaleb Gelobt sei Gott, der uns den Tod gegeben! Schalem Alechem Machscheve Der Todesengel ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 1100
    Erscheinungsdatum: 15.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026833116
    Verlag: e-artnow
    Größe: 3862 kBytes
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Gesammelte Werke: Romane + Novellen + Autobiografie

Das Erntefest

Inhaltsverzeichnis

Ringsum klingt die Sense, die Sichel; Lieder bald fröhlich wie Lerchen, bald trauernd sehnsuchtsvoll wie Nachtigallen steigen aus der Ebene empor. Die Ernte ist im vollen Zuge. Die weite podolische Fläche wogt im leichten Sommerwinde, ein gelbes Meer, Hügel an Hügel scheinen sich wie große Wogen zu heben und wieder zu senken, auf einzelnen kleinen Inseln wimmelt es von Schnittern wie von kleinen, schwarzen Insekten.

Um mich, oder eigentlich um den ostgalizischen Edelhof, in dem ich vor einer Woche etwa vom Pferde gestiegen und bis heute ein Gefangener russischer Gastfreundschaft bin, dehnt sich ein Stück dieser unendlichen Ebene, das hat seine Korn-und Weizenwellen in riesigen Garben zusammengebunden. Zu dreien aneinander gelehnt, stehen sie weithin in langen Reihen, gleich Zelten eines ausgedehnten Lagers, nur am Horizonte von einem kleinen Wäldchen, das wie ein dunkler Gartenzaun dasteht, und von dem Dorfe Turowa begrenzt, dessen niedere, von Strohdächern tief überhangene Hütten mit einzelnen emporragenden Stangen man von weitem für längliche Heuschober halten könnte.

Der Edelhof, ein langgestrecktes, ebenerdiges Gebäude, steht mit seinen Ställen, Schuppen, Scheuern auf einem Hügel. Ein Fußpfad führt zwischen Felder, die nur noch dürre Stoppeln zeigen, in Krümmungen gegen das Dorf hinab. An ihm lehnt ein flacher, kahler Erdaufwurf, das Volk nennt ihn den Tartarenhügel, und jenseits desselben steht das Kornfeld, von dem aus die Lieder der Schnitter herübertönen, dann noch eins und noch eins.

Ich nehme meine Flinte und trete aus dem Hause.

Da sitzt auf der Veranda der Herr des Edelhofes, mein Wirt Wasyl Lesnowicz. Ein würdiger Mann, nicht eben klein, knochig, mit starker Stirne, unverwüstetem, weißem Haare, langem Schnurrbart, fester Nase und dickem Kinn. Die blauen Augen unter den struppigen Augenbrauen wie verborgene Flämmchen lebhaft und feurig.

"Gehen Sie nicht zu weit vom Hause, Bruder" sagte er bedächtig, "die Bauern werden heute mit der Ernte fertig, dann feiern wir heute abend noch das Erntefest, ja, sie kommen alle herauf, das ganze Dorf, das Volk hat so ein Attachement an unsereins, weil man zu ihm gehört, drüben bei dem polnischen Nachbar, da kommt niemand mehr zum Erntefest, als die bezahlten Schnitter."

Herr Wasyl war nämlich stolz auf das Ansehen, das er beim Landvolk genoß.

Seine Familie war, wie alle adeligen Geschlechter Ostgaliziens, russischer Abkunft, hatte unter polnischer Herrschaft polnische Sprache und Gesinnung angenommen, aber den griechischen Ritus bewahrt. Herr Wasyl hatte seine Bauern nie schlecht behandelt, aber vor dem Jahre 1848 die Herstellung Polens als politische Notwendigkeit angesehen. Als in jenem Jahre der Bauer seine Freiheit erlangte und die russische Nationalität in Galizien zu neuem Leben erwachte, da begann auch Herr Wasyl russische Zeitungen zu halten, russische Bücher zu kaufen, seinen Töchtern Jacken nach russischem Schnitte machen zu lassen, mit den Polen französisch zu sprechen, in der Unterredung mit Bauern stets Phrasen wie: "wir Brüder" "wir Landsleute", fallen zu lassen und jeden mit einem "bleibt gesund!" zu grüßen.

Ich sagte, ich wolle eben nur auf das Feld zu den Schnittern gehen, nahm Abschied und schritt gegen das Dorf.

Auf dem Fußpfad kam mir eine schlanke Bäuerin entgegen, den Kopf phantastisch mit einem bunten Tuche wie mit einem Turban umwunden, sie ging mit einem "Gelobt sei Jesus Christus" gesenkten Blickes an mir vorüber.

Da lag nun das Kornfeld, das unter den kräftigen Armen der Schnitter rasch zu Boden sank. Behende arbeiteten die jungen Burschen in weiten, grobleinenen Beinkleidern und Hemden, mit bloßen Füßen, Armen und bloßem, braunem Halse, einen breitkrempigen Strohhut auf dem Kopfe. Die Mädchen in kurzen, bunten Röcken, ploderndem Hemde, den roten oder gelben Tüchern auf dem Kopfe, tauchten beim

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