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Getanzte Träume von Berg, Romy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.02.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Getanzte Träume

In den 60er Jahren kommt Estelle, ein einfaches Mädchen vom Lande und nicht gerade eine Schönheit, in die Stadt zu ihrem strengen Vater und ihrer herzenswarmen Stiefmutter. In der Tanzschule, die in dieser Zeit durchaus auch ein Heiratsmarkt war, findet sie schnell Anschluss an eine Gruppe lebenslustiger junger Leute, deren gesellschaftlicher Hintergrund unterschiedlicher nicht sein könnte - und Estelle trifft Alfredo, ihren Traummann, ein Tanzgott und Schwarm aller Mädchen. Er könnte jede haben, aber er hat nur Augen für Estelle. Was hat er vor? Wird er ihren Traum erfüllen, sie heiraten und mit ihr durchs Leben tanzen?

Romy Berg (Pseudonym) ist Ehefrau, Mutter von zwei Kindern, begeisterte Hobbytänzerin und Tierliebhaberin. Geboren in Österreich, studierte sie Psychologie und Wirtschaft und lebt derzeit mit ihrem Mann in Wien. Seit ihrer frühen Kindheit träumte sie davon, Geschichten zu schreiben, mit denen sie ihre Leser begeistern könnte. Nachdem sie sich zunächst darauf konzentrierte, ihre Kinder großzuziehen, die derzeit in London und New York leben, sowie ihren Mann zu unterstützen, hat sie nun den Mut gefasst, ihre erste Geschichte zu veröffentlichen: "Getanzte Träume".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 23.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741260742
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 563kBytes
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Getanzte Träume

Landeskrankenhaus Graz - Geburtenstation, 1963

E ine Träne kullert die rechte Wange hinunter, ein trauriger Blick geht hinaus aus dem hohen Krankenhauszimmer, an dessen Wänden der Anstrich bereits abblättert, die Farbe ist lichtgrün, auf dem Boden dunkelgraues Linoleum. Alles sieht steril, nicht sehr einladend aus. Draußen schneit es und obwohl das Zimmer geheizt wird, spürt man, dass es außerhalb des Hauses kalt ist. Ihre Augen wandern im Zimmer umher, rechts im Bett liegt eine junge, blonde Frau mit strahlend blauen Augen, in ihren Armen ein Baby, welches sie gerade mit Begeisterung stillt. Links von ihr liegt eine Frau, etwa 35 Jahre alt, und schläft, in den Betten auf der gegenüberliegenden Seite ebenfalls drei Frauen, zwei davon schlafen und eine scheint Besuch von ihrem Mann zu haben, der ganz stolz auf das kleine Etwas in ihrem Arm blickt und gerade laut gesagt hat: "Mein Gott, ist unser Junge nicht schön, ich freue mich schon auf all die Fußballmatches, die wir haben werden! Ich liebe dich! Danke dir für das tolle Geschenk!"

Noch eine Träne läuft über ihr Gesicht, nein, eigentlich gleich mehrere. Alle scheinen glücklich darüber zu sein, ein Baby bekommen zu haben, nur Estelle nicht, denn niemand ist sie besuchen gekommen. Warum denn auch, sie ist ja eine Schande! Jetzt kann sie das Schluchzen nicht mehr unterdrücken. Sie versucht dabei hinunterzuschauen, sodass niemand im Zimmer sieht, dass sie bitterlich weint. Die Tränen tropfen auf das kleine, zweieinhalb Kilo leichte Bündel in ihrem Arm. Befremdet schaut sie es an, ein Mädchen, so klein und zerbrechlich, aber irgendwie scheint keine Liebe für ihr Kind in ihr aufzukommen. Wie denn auch, ihr Leben ist vorbei, ihr Vater hat sie rausgeworfen, sie hat die letzten Monate ihrer Schwangerschaft bei ihrer Schwiegermutter in spe - so dachte sie zumindest bis vor kurzem - verbracht, aber jetzt will diese sie auch nicht mehr. Wohin soll sie jetzt mit der Kleinen gehen, fragt sie sich mit tränenerstickter Stimme. Wohin?

Niemand will sie jetzt mehr und schon gar niemand will diesen Bastard in ihrem Arm. Sie legt das Baby zur Seite, schon dessen Berührung scheint sie zu schmerzen, denn dieses Ding da hat alles ruiniert. Jetzt will sie nicht einmal mehr Alfredo, der Vater des Kindes. Erst vor einer Woche hat er zu ihr gesagt, wenn er heiratet, dann nur eine anständige Frau, eine Jungfrau und nicht so eine, wie sie es jetzt ist. Beschmutzt, eine Schande für jedermann. Dabei hat sie sich redlich bemüht, ihm und seinen Eltern alles recht zu machen, hat den Haushalt geführt, alles geputzt, gebügelt, gekocht und sich sogar versteckt, wenn Gäste im Hause von Paulo und Roberta Wagner waren. Aber nichts, was sie gemacht hat, war gut genug. Tagsüber hat sie bis zum letzten Moment als Verkäuferin in einem Lebensmittelladen gearbeitet, schwere Kisten geschleppt, immer in dem Glauben, dass sie vielleicht den Ballast verlieren könnte. Aber dem war nicht so, ihr Bauch ist gewachsen und das ungewollte Ding darin auch. Jetzt ist es endlich draußen und in ihr ist eine völlige Leere und gar kein Gefühl mehr - oder doch? Nicht einmal im Kreißsaal hat sie etwas empfunden. Aus den anderen Kabinen, die nur durch weiße Vorhänge getrennt waren, die wie Bettlaken aussahen, hat sie Schreien und Stöhnen gehört und das gute Zurufen der Hebammen und Ärzte. aber ihr hat niemand ein liebes Wort gesagt. Ihre Hebamme war eine alte, sehr altmodische Frau, die, als Estelle in den Saal geschoben wurde, nur meinte: "Schon wieder so ein leichtes Mädchen. Haben diese Dinger heutzutage denn überhaupt keinen Anstand mehr?" Estelle war geschockt, nahm die Wehen gar nicht richtig wahr, und nicht einmal, als sie unter örtlicher Betäubung genäht wurde, da ihr Damm eingerissen war, spürte sie etwas. Nur jetzt kullern die Tränen herunter und fallen auf die weißen Spitalsbettlaken. Sind es verspätete Tränen des Schmerzes beim Geburtsvorgang oder stammen sie noch von d

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