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Glück ist, wenn man trotzdem liebt Roman von Hülsmann, Petra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.06.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Glück ist, wenn man trotzdem liebt

Es gibt Dinge, die Isabelle absolut heilig sind: Ihre Arbeit in einem schönen Blumenladen. Ihre Daily Soap. Und ihr tägliches Mittagessen in der alten Klitsche gegenüber. Doch die wird eines Tages von dem ambitionierten Koch Jens übernommen, der nicht nur mit seiner aufmüpfigen Teenieschwester für reichlich Wirbel sorgt - und plötzlich bricht das Chaos über Isabelles wohlgeordnete kleine Welt herein. Während sie noch versucht, alles wieder in ruhige Bahnen zu lenken, scheint ihr Herz allerdings schon ganz andere Pläne zu haben ... Petra Hülsmann, Jahrgang 1976, wuchs in einer niedersächsischen Kleinstadt auf. Nach einem erfolgreich abgebrochenen Studium der Germanistik und Kulturwissenschaft arbeitete sie in Anwaltskanzleien und reiste sechs Monate mit dem Rucksack durch Südostasien, bevor sie mit ihren beiden ersten Romanen die Beststellerliste eroberte. Petra Hülsmann lebt mit ihrem Mann in Hamburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 414
    Erscheinungsdatum: 10.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732522880
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 933 kBytes
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Glück ist, wenn man trotzdem liebt

Das Suppen-Fiasko

"Da soll mir noch mal einer sagen, dass Veränderungen gut sind", seufzte ich, während ich lustlos in meiner Yum-Yum-Tütensuppe rührte. "Das hier kann man ja wohl kaum positiv nennen."

Ich wandte meinen Blick von der bräunlich-trüben Suppe ab und schaute durch das große Schaufenster auf die gegenüberliegende Straßenseite. Vor ein paar Tagen hatte dort anstelle meines Stammvietnamesen Mr Lee ein neues Restaurant aufgemacht, was ich als totale Frechheit empfand. Denn statt Mr Lees Nudelsuppe zu genießen, war ich nun gezwungen, meine Mittagspausen in der kleinen Kaffeeküche des Blumenladens zu verbringen, in dem ich arbeitete. Meine Begeisterung für Instantsuppen schwand von Tag zu Tag, und ich konnte kaum glauben, wie schwer ich es hatte.

"Veränderungen sind aber auch nicht zwangsläufig schlecht, Isabelle", sagte meine Chefin Brigitte, während sie ohne hinzusehen einen kunstvollen Strauß aus Callas band. "Geh doch mal rüber in dieses Thiels, da findest du bestimmt einen passenden Ersatz für deine geliebte Nudelsuppe."

"Ich will das Thiels aber nicht, ich will Mr Lee wiederhaben! Außerdem sieht der Laden schon von außen total hip und überteuert aus."

Brigitte stöhnte auf. "Mit deinen siebenundzwanzig Jahren bist du viel zu jung, um so ein Gewohnheitstier zu sein. Sei doch mal spontan."

Das hatte ich schon oft von ihr gehört. Brigitte war einer dieser Menschen, die Gewohnheiten als etwas Negatives empfanden. Doch mir gaben sie Sicherheit und in dieser unübersichtlichen, chaotischen Welt das gute Gefühl, zu wissen, was kommen würde. Ich ging die Dinge nun mal gerne geplant und gezielt an, statt mich einfach so treiben zu lassen, und meiner Meinung nach hatten Routine und ein geordnetes Leben nichts mit dem Alter zu tun. Außerdem konnte ich durchaus auch spontan sein. Ich hatte schon einige verrückte Dinge getan, wie zum Beispiel ...

Jedenfalls, worum es eigentlich ging: Ich schätzte die Gewohnheiten in meinem Leben und wollte gar nicht, dass sich irgendetwas änderte. Meine Arbeit in Brigittes Blumenladen zum Beispiel. Ich liebte Blumen, ich liebte Brigitte, und ich liebte den Laden. Deswegen würde ich ihn auch übernehmen, wenn Brigitte sich zur Ruhe setzte. Darauf sparte ich heute schon, und ich freute mich darauf, dass Blumen Schumacher eines Tages Blumen Wagner heißen würde. Wichtig waren mir auch all die kleinen Gewohnheiten, wie der erste Kaffee des Tages, den ich immer am Küchenfenster meiner Wohnung trank, während ich dabei zusah, wie Emre, der Besitzer des Kiosks gegenüber, seine Lieferungen entgegennahm. Oder meine Daily Soap Liebe! Liebe! Liebe! , die ich mit Feuereifer verfolgte. Und natürlich meine Mittagspause beim guten alten Mr Lee. Elf Jahre lang hatte ich dort jeden Mittag die "Suppe des Tages" gegessen, die jeden Tag Nudelsuppe gewesen war. Doch leider war ich so ziemlich der einzige Gast gewesen, weswegen Mr Lee seinen Laden vermutlich auch schließen musste.

Mit Todesverachtung nahm ich einen Löffel von meiner faden, pappigen Yum-Yum-Suppe. Igitt, was für ein widerlicher Fraß! Schlimmer konnte es im Thiels doch eigentlich auch nicht sein. Ich entsorgte den Rest im Müll, ging wieder ans Schaufenster und schaute rüber zu dem Restaurant. Die Tische im Außenbereich waren immer vollbesetzt, also war der Laden möglicherweise doch gar nicht so schlecht. Vielleicht gab es dort ja sogar eine Suppe des Tages. Außerdem ... Ob die schon einen Blumenlieferanten hatten? Seit vor ein paar Monaten der neue Blumenladen um die Ecke aufgemacht hatte, sah es bei Brigitte und mir ziemlich mau aus. Einen neuen Stammkunden konnten wir gut gebrauchen.

Bevor ich es mir wieder anders überlegen konnte, verkündete ich: "Na gut, ich mach's. Ich geh ins Thiels."

Brigitte ließ den Strauß sinken. "Ernsthaft?"

"Klar. Ganz spontan. Wenn der Laden nichts taugt, kann ich wenigstens guten Gewi

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