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Glück ist meine Lieblingsfarbe Roman von Günak, Kristina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.05.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Glück ist meine Lieblingsfarbe

Juli lebt dort, wo andere Urlaub machen: auf La Palma. Eigentlich sollte es bloß eine Auszeit vom langweiligen Bürojob sein, doch wenn es nach ihr geht, kann der Ernst des Lebens gerne warten. Dann lernt sie Quinn kennen, der das genaue Gegenteil von ihr ist - vernünftig, zielstrebig, mit beiden Beinen auf der Erde -, und die Funken fliegen. Dabei will Juli sich doch auf keinen Fall verlieben! Doch als ein verwaister Hund ein neues Zuhause sucht, werden all ihre schönen Vorsätze auf die Probe gestellt. Und Juli erlebt, dass es nur ein bisschen Mut braucht, um die große Liebe zu finden. Kristina Günak war als Mediatorin und systemischer Coach tätig, bevor 2011 ihr erster Roman erschien. Seither hat sie sich mit ihren humorvollen Büchern unter Liebesromanleserinnen einen Namen gemacht. Glück ist meine Lieblingsfarbe ist ihr erster Roman im Programm von Bastei Lübbe.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 269
    Erscheinungsdatum: 31.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732572311
    Verlag: Bastei Lübbe AG
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Glück ist meine Lieblingsfarbe

Kapitel 2

Ich stand alleine neben dem modernen Küchenblock und beobachtete die vielen schön gekleideten Menschen, die zu Maltes Party aus dem fernen Hamburg angereist waren. Zwei Palmeros hatten sich mit einem Bier dicht nebeneinander auf das Sofa gesetzt und die Köpfe zusammengesteckt. Ich kannte sie vom Wochenmarkt. Marta verkaufte Gemüse, und Javier half mal hier und mal dort aus.

"Das nächste Mal müssen wir wohl gleich noch eine Kita anmieten." Patrick, Maltes Mann, war neben mir aufgetaucht und drückte mir ein Glas eiskalten Weißwein in die Hand. Er war groß und schweigsam und für mich der Inbegriff eines Kapitäns, der auch auf stürmischer See das Ruder fest in der Hand hielt und sein Schiff sicher in den Hafen lenkte. Tatsächlich hatten er und Malte vor drei Jahren, beflügelt vom Passatwind und vom Kanarenstrom, eine Segelschule eröffnet, und der Laden brummte.

Malte, den ich gefühlt schon immer kannte, hatte entweder keine oder bunte Haare und konnte so schnell sprechen, dass ich manchmal nicht wusste, ober er deutsch oder spanisch mit mir redete.

Zusammen ergaben die beiden ein großartiges Team, und in den stillen Momenten in meinem Leben beneidete ich sie um diese Harmonie.

"Oder wir warten mit der nächsten Party, bis die Kinder erwachsen sind", fügte er hinzu und nahm einen tiefen Schluck von seinem Bier.

"Oh nein, was wird denn dann aus mir?", rief ich und beobachtete, wie ein Papa mit gleich zwei kleinen Kindern auf dem Arm sich den Weg in die Küche bahnte. Zu den fünfzehn Erwachsenen im Raum gehörten mindestens ebenso viele Kinder. Wenn nicht mehr. Offenbar waren alle im letzten Jahr Eltern geworden. Überall kroch und krabbelte es.

"Juli, hey!" Der Mann mit den Kindern auf dem Arm war stehen geblieben und strahlte mich an. Ich strahlte vorsichtshalber zurück, hatte aber keinen blassen Schimmer, wer das sein könnte.

"Nimm doch mal einen." Er drückte mir geschickt eines der in rosa gekleideten Kleinkinder in den Arm. Reflexhaft griff ich zu, während er sich aus dem Kühlschrank ein kaltes Wasser nahm. Respekt, dazu wäre ich mit einem kleinen Kind auf dem Arm ganz sicher nicht in der Lage gewesen.

"Du bist Juli aus Hamburg. Wir haben uns vor drei oder vier Jahren bei Malte getroffen und über das Leben philosophiert. Erinnerst du dich nicht? Ich bin Jasper." Einhändig öffnete er die Flasche und goss sich ein Glas ein. Äußerst geschickt, der Mann.

Ja. Ich erinnerte mich. Damals hatte er lange, zottelige Haare gehabt und eine kaputte Jeans getragen. Heute hatte er eine dezente Stoffhose an, und sein braunes Haar war akkurat geschnitten. Ich lächelte ihn ein wenig steif an, während das Kind auf meinem Arm anfing, meine Blusenknöpfe genauer zu untersuchen. Und vermutlich gleich herausfinden würde, wie man sie öffnete. Kinder lernten ja schnell in diesem Alter.

"Du hattest keine Lust mehr auf deinen Versicherungsjob und wolltest auswandern. Offenbar hast du das auch durchgezogen." Der Vater des lernfreudigen Kindes auf meinem Arm nickte anerkennend. Ich bewegte mich nicht, hielt nur das Kind fest. Es verströmte einen sonderbar warmen, angenehmen Geruch nach Marmelade und Milch.

"Und du wolltest dir einen Camper kaufen und durch Neuseeland reisen", sagte ich schließlich. Jasper lachte, als hätte ich einen Witz gemacht. Dabei haben wir uns damals, in einer lauen Augustnacht auf Maltes Balkon, die Köpfe heißgeredet. Über unsere Träume und den Sinn des Lebens und die Tretmühle, in der wir uns jeden Tag wiederfanden. Jasper hatte mir ein Foto von dem Camper auf dem Handy gezeigt, und seine ausgeklügelte Reiseroute gleich noch dazu.

"Warst du in Neuseeland?", fragte ich weiter, nun doch neugierig.

Wieder lachte er. Dann deutete er mit dem Kinn auf die beiden Kinder. Eins auf seinem, eins noch immer auf meinem Arm. "Das Leben kam dazwischen. Kurz nach unserer Balkon-Session habe ich Annika kennengelernt, und dann

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