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Glück mit kleinen Fehlern Roman von Brown, Helen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.02.2015
  • Verlag: Deuticke im Paul Zsolnay Verlag
eBook (ePUB)
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Glück mit kleinen Fehlern

Ausgerechnet am fünfzigsten Geburtstag von Lisa Katz stellt sich durch eine falsche Blumenlieferung heraus, dass Lisas Ehemann eine Geliebte hat. Lisa entschließt sich, New York hinter sich zu lassen und nach Australien zurückzukehren. Dort erwirbt sie das Anwesen ihrer Vorfahren: Trumperton Manor. Als es schon beim ersten Unwetter durch die Decke regnet, kommt ihr Scott, der Gärtner, zu Hilfe. Und obwohl Lisa das Kapitel Männer für beendet hält, gelingt es ihr nicht, seinem Charme zu widerstehen. Helen Brown ist eine großartige Erzählerin, die zu vermitteln weiß, dass private Katastrophen der Weg zum Glück sein können - mit dem einen oder anderen Umweg. Helen Brown ist eine der bekanntesten und meistgelesenen Kolumnistinnen Neuseelands. Sie arbeitet fürs Fernsehen und fürs Radio und lebt seit neun Jahren mit ihrer Familie und ihrer Katze in Melbourne, Australien. 2010 erschien bei Deuticke Cleo. Wie ich das Lachen wieder lernte, ihr erstes Buch auf Deutsch, das derzeit verfilmt wird. Ihr zweites Buch Kater mit Karma wurde nach Erscheinen in Australien sofort zum Bestseller und wurde in viele Sprachen übersetzt. Als preisgekörnte Kolumnistin erhielt sie das Nuffield Press Fellowship der Universität Cambridge in England. 'Glück mit kleinen Fehlern' (2015) ist das dritte bei Deuticke erschienene Buch.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 02.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783552062900
    Verlag: Deuticke im Paul Zsolnay Verlag
    Originaltitel: Tumbledown Manor
    Größe: 1312 kBytes
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Glück mit kleinen Fehlern

Kapitel 2

L isa erwachte eingewickelt in ihre schützende, wärmende Decke. Nach dem grauen Lichtrahmen um die Vorhänge zu urteilen, hatte die Sonne - wenn man das so nennen mochte - sich bereits ächzend erhoben. Sie glitt mit der Zunge an den beruhigenden Rändern ihrer Zahnschiene entlang. Ihr Zahnarzt hatte gesagt, sie würde im Schlaf mit den Zähnen knirschen. Lisa war sich ziemlich sicher, dass seine dringende Empfehlung, sich von ihm eine Schiene anpassen zu lassen, mehr mit der Sonderausstattung seines Audis zu tun hatte als damit, dass sie ihre Zähne zermahlte. Ergänzt wurde die Schiene durch Ohrstöpsel - Jakes Schnarchen wurde nicht leiser. Die Nacht zuvor hatte sie sie aus reiner Gewohnheit in die Ohren gesteckt - und um sich einzureden, dass alles beim Alten bliebe.

Leise nahm sie die Schiene und die Ohrstöpsel heraus und verstaute sie in ihren jeweiligen Dosen. Dann drehte sie sich um und streckte die Hand nach der vertrauten Form von Jakes Kopf aus. Aber sein Bettzeug lag so nackt und unberührt da wie die Antarktis. Lisa rollte sich zusammen und schluchzte in ihr Kissen - lautlos, um Maxine und Gordon oder die Kinder nicht zu stören. Es war ihr Lieblingskissen, so alt, dass mittlerweile wahrscheinlich Monstermilben darin hausten. Sie hatte mehrfach versucht, es wegzuschmeißen, war jedoch jedes Mal vor dem Müllschlucker stehen geblieben und hatte es zurück zu ihrem Bett getragen. Mit den paar verklumpten Federn und Daunen war es im Vergleich zu Jakes Anti-Schnarch-Kissen geradezu anorektisch. Aber es war geduldig und schmiegte sich an die Falten ihres Gesichts, ohne den Versuch zu unternehmen, ihre Haltung zu verbessern. Jetzt durchweichten Tränen die Federn und verwandelten das Kissen in einen nassen Schwamm.

Als keine Tränen mehr kamen, drehte sie sich auf den Rücken und fuhr mit der Hand über die Einbuchtung, wo einmal ihre linke Brust gewesen war. Der Chirurg hatte ihr angeboten, mit der Mastektomie auch gleich eine Rekonstruktion vorzunehmen. Die Mastektomie sollte innerhalb von vierzig Minuten erledigt sein, während die Rekonstruktion mindestens sieben Stunden dauern würde. Nachdem sie Stunden im Internet recherchiert und mit Freundinnen gesprochen hatte, die ihrerseits Frauen kannten, die sich für oder gegen eine Rekonstruktion entschieden hatten, beschloss sie, abzuwarten. Die Medizin machte im Minutentakt Fortschritte. Bald würde es Pillen geben, die neue Brüste sprießen ließen.

Jake brillierte in der Rolle des sorgenden Ehemanns und verkündete, er würde jede ihrer Entscheidungen mittragen. Als er gesagt hatte, ihm sei egal, wie sie aussehe, war ihr ganz warm ums Herz geworden. Außerdem hatte der Chirurg ihnen versichert, dass sie die Rekonstruktion auch später vornehmen lassen könnte. Bisher hatte sie sich noch nicht dazu durchringen können, und jetzt bezweifelte sie, dass sie es jemals tun würde. Lisa war schließlich noch nie besonders eitel gewesen. Dafür hatte ihre Mutter Ruby gesorgt. ( " Zieh dir was Ordentliches an, Lisa ... Iss weniger Kuchen, Mädchen. Irgendwann werden sie dich Donnerschenkel nennen ... Kämm dir die Haare !" ) Wie mit dem Lineal gezogen verlief die Narbe quer über ihren Brustkorb, als hätte dort jemand einen Schlussstrich gezogen.

Obwohl Jake behauptete, dass es ihm nichts ausmache, zeigte er nie Interesse oder auch nur Neugier an ihrer Narbe. Wenn sie miteinander schliefen, widmete er sich ausgiebig ihrer rechten Brust, streichelte und küsste sie (saugte aber nie daran, sonst bekam sie einen postkoitalen Lachanfall, weil erwachsene Männer an der Brust hingen). Ihre linke Seite mied er wie ein der Abrissbirne zum Opfer gefallenes Stadtviertel.

Sie konnte es nicht fassen, dass er sie in dem Glauben gewiegt hatte, mit ihrer Ehe sei alles in bester Ordnung. Bei all seinem scheinheiligen Getue war er doch nur ein triebgesteuertes Männchen, das ein Weibchen mit zwei Kö

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