text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Goldelse Aus der Feder der berühmten Bestseller-Autorin von Das Geheimnis der alten Mamsell, Amtmanns Magd und Die zweite Frau von Marlitt, Eugenie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2015
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
0,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Goldelse

Dieses eBook: 'Goldelse' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Eugenie Marlitt (1825-1887) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie wird als erste Bestsellerautorin der Welt angesehen. Aus dem Buch: 'Sofort eilten alle nach der bezeichneten Stelle. Diesmal knurrte der Hund nicht. Er winselte und kroch schwanzwedelnd bis zu den Füßen des Oberförsters; es war Wolf, sein Hofhund, und dort lag, anscheinend leblos, Bertha. Sie blutete aus einer Kopfwunde, und das Gesicht hatte die Blässe des Todes.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 340
    Erscheinungsdatum: 01.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026841050
    Verlag: e-artnow
    Größe: 916 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Goldelse

2.

Inhaltsverzeichnis
Während des endlosen Weges durch krumme und gerade, dunkle und helle Straßen genoß Elisabeth schon im Geiste das Behagen, das sie beim Eintritt in das heimische Stübchen stets überkam. Da saß, von der kleinen Schirmlampe mild beleuchtet, der Vater am Schreibtische, lächelnd das blasse Gesicht erhebend, wenn er Elisabeths Schritte hörte. Er nahm die Feder, die den ganzen Nachmittag über das Papier geflogen war, in die linke Hand und zog mit der rechten seine heimkehrende Tochter zu sich nieder, um einen Kuß auf ihre Stirn zu drücken. Die Mutter, die, den Nähkorb zu ihren Füßen, gewöhnlich neben ihm saß, um den schwachen Lampenschimmer möglichst nahe zu haben, begrüßte sie mit einem zärtlichen Lächeln und zeigte auf Elisabeths Hausschuhe, welche sie vorsorglich in das warme Zimmer getragen hatte. Auf der heißen Ofenplatte zischten einige Aepfel, und drüben in der dunklen, behaglichen Ecke neben dem Ofen summte die kleine Theemaschine auf dem Sofatische, welche nebenbei mit ihrer schwachen, blauen Flamme eine ganze Kompanie Bleisoldaten zu beleuchten hatte, die der sechsjährige Ernst, Elisabeths einziges Brüderlein, exerzieren ließ.

Vier Stockwerke mußte Elisabeth ersteigen, ehe sie den schmalen, dunklen Korridor erreichte, der zu der elterlichen Wohnung führte. Hier nahm sie eiligst den Hut ab, zog eine neue, mit Pelz verbrämte Knabenmütze unter dem Mantel hervor und drückte sie auf ihr blondes Haar. So trat sie in das Zimmer, wo der kleine Ernst alsbald mit einem Freudenschrei auf sie zulief.

Heute aber war die dunkle Ecke am Ofen hell beleuchtet, und der Schreibtisch stand verlassen im Dunkel, der Vater saß auf dem Sofa und hielt die Mutter umschlungen; auf den Gesichtern beider aber lag ein eigentümlicher Glanz, und wenn auch die Mutter verweint aussah, so erkannte Elisabeth doch auf den ersten Blick, daß die Thränen aus Freude geflossen waren. Erstaunt blieb sie an der Thür stehen und mochte mit diesem Gesichtsausdrucke unter der schief aufgedrückten Mütze wohl sehr komisch aussehen, denn beide Eltern lachten laut. Elisabeth stimmte fröhlich ein in das Gelächter und setzte die Pelzkappe auf den dunklen Lockenkopf des kleinen Bruders.

"Da, Herzensjunge, " sagte sie, indem sie zärtlich sein blühendes Gesichtchen zwischen ihre beiden Hände nahm und küßte, "die gehört dir. Und auch dem Mütterchen bringe ich etwas mit in die Wirtschaft," fuhr sie glückselig lächelnd fort und legte der Mutter vier blanke Thaler in die Hand, "ich habe heute meine ersten fünf Thaler Honorar im Institut erhalten."

"Aber Elsbeth," sagte die Mutter mit feuchtem Auge, indem sie das Töchterlein zu sich niederzog, "Ernsts vorjährige Wintermütze sieht noch ganz anständig aus, und du hättest viel nötiger ein Paar warme Handschuhe gebraucht."

"Ich, Mutter? Fühle doch meine Hände an, ich komme eben von der Straße, und sie sind so warm, als hätten sie im Ofen gesteckt ... nein, das wäre geradezu Luxus. Unser Junge ist größer und stärker geworden, die Mütze aber nicht, drum war diese Ausgabe im Augenblick die nötigste."

"Ach, du liebe, gute Elsbeth!" rief entzückt der Kleine, "eine solche schöne Mütze hat ja nicht einmal der kleine Baronsjunge unten im ersten Stock ... Die wird aufgesetzt, wenn ich auf die Jagd gehe, gelt, Papa?"

"Auf die Jagd?" lachte Elisabeth, "du willst wohl auf die unglücklichen Spatzen im Tiergarten schießen?"

"Falsch geraten, Jungfer Else!" jubelte der Kleine. "Ja, im Tiergarten," fügte er ernsthaft hinzu, "da würde ich schön ankommen ... nein, im Walde, im wirklichen Walde, wo es von Hirschen und Hasen wimmelt, so daß man gar nicht erst zu zielen braucht, wenn man einen schießen will."

"Nun, ich bin sehr neugierig, was der Onkel zu dieser Ansicht vom edlen Weidwerke m

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen