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Gott hat auch mal 'nen schlechten Tag Roman von Astner, Lucy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.03.2020
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Gott hat auch mal 'nen schlechten Tag

Manchen Menschen schickt das Leben ein Wunder. Anderen schickt es die achtjährige Lupi ...
Der TV-Moderator Jacob Chrissen führt ein Leben in Saus und Braus - bis er bei einem Helikopterabsturz seine Frau und seinen Sohn verliert. Dass er selbst nahezu unversehrt davonkommt, grenzt an ein Wunder. Doch Jacob sieht keinen Sinn mehr im Leben, und von Wundern hält er auch nicht viel.
Die achtjährige Lupi dagegen könnte dringend ein Wunder gebrauchen. Als sie Jacob trifft, steht für sie fest: Dieser Mann muss Gott persönlich sein! Wer sonst überlebt einen Sturz vom Himmel? Und so ist Lupi wild entschlossen, Jacob zu zeigen, dass das Leben schön ist - und die Welt ihn noch braucht.


Lucy Astner, Jahrgang 1982, lebt mit ihrem Mann und den gemeinsamen vier Kindern in Hamburg. Als Drehbuchautorin schreibt sie u.a. für Til Schweiger und Matthias Schweighöfer Kinokomödien. Ebenso erfolgreich ist Lucy Astner als Autorin von Kinderbüchern, z.B. mit der Serie um Polly Schlottermotz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 16.03.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641244613
    Verlag: Goldmann
    Größe: 1128 kBytes
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Gott hat auch mal 'nen schlechten Tag

»Komm schon, Kumpel, mach die Tür auf! Oder willst du, dass ich nebenan auf die Klobrille steige und zu dir rüberklettere?« Jacob rüttelte an der Klinke, aber hinter der Tür blieb es still.

Jimmy war schon immer ein ruhiges Kind gewesen, so ruhig, dass es Jacob manchmal unheimlich war. Wie konnte ein fünfjähriger Junge derart lange stillsitzen, ohne auch nur einen Mucks von sich zu geben? Kein Rascheln, kein Knacken, nicht einmal das Geräusch von Atemzügen drang aus der Kabine nach draußen. Wenn Jacob nicht die kleinen glänzenden Lederschuhe unter der Tür gesehen hätte, die Sarah ihrem Sohn für diesen Abend gekauft hatte, hätte er schwören können, die Kabine wäre leer.

Vor ein paar Wochen hatte Jimmy sich schon einmal im Bad eingeschlossen, allerdings zu Hause und nicht in einer Hoteltoilette, die nach einer aufdringlichen Mischung aus Zitrusfrüchten und Rosenwasser roch. Jacob hatte Karten für eine Motocross Show gehabt, zu der auch Markus mit seinem Sohn kommen wollte. Aber Jimmy hatte sich beharrlich geweigert, die Badezimmertür zu öffnen.

»Er fürchtet sich vor dem Motorenlärm«, hatte Sarah sich irgendwann eingemischt, obwohl er sie nicht darum gebeten hatte.

Motorenlärm? Unsinn! Welcher Junge begeisterte sich nicht für fliegende Motorräder, explodierende Auspuffrohre und Schlammspritzer im Gesicht? Sarah hatte keine Ahnung von den Bedürfnissen eines fünfjährigen Superhelden!

Dennoch war Jacob am Ende ohne Jimmy zu der Show gegangen. Markus hatte er erzählt, der Kleine läge krank im Bett ...

Aber diesmal würde er nicht nachgeben!

»Also gut, Kumpel, du hast es nicht anders gewollt!« Zielsicher warf Jacob sein Sakko auf eines der Waschbecken und krempelte die Hemdsärmel hoch. »Ich komme jetzt rüber zu dir! Aber eins solltest du wissen: Meine Anzughose ist verdammt eng, und es könnte passieren, dass sie reißt, wenn ich jetzt über die Wand steige. Dann muss ich mit einem riesigen Loch am Hintern zur Preisverleihung!« Er lehnte sich an die Kabinentür. »Und so ziemlich die ganze Welt wird vor dem Fernseher sitzen und sehen, dass ich die Bärchenunterwäsche trage, die deine Großmutter mir zu Weihnachten geschenkt hat!«

Jacob hielt einen Moment inne - und tatsächlich, er hörte es. Leise nur wie ein Flüstern, aber: Jimmy lachte! Jetzt war der Rest ein Kinderspiel! »Glaubst du mir etwa nicht?« Beinahe musste auch er lachen, aber er bemühte sich um einen mahnenden Ton.

»Mm-mm.«

»Mm-mm? Soll das Nein heißen? Du glaubst mir nicht, dass ich gleich zu dir rüberkomme?« Er klopfte an die Tür.

»Ich glaub dir nicht, dass du die Bärchenunterhose anhast.«

»Wenn du die Tür öffnest, beweise ich es dir!«, witzelte Jacob. »Du musst nur den Riegel zurückschieben und ...«

In diesem Moment wurde hinter ihm die Tür aufgestoßen. Für einen kurzen Augenblick flutete ein Gewirr von Stimmen und klingelnden Telefonen aus der Lobby zu ihnen herein. Als sich die Tür wieder schloss, blieb nur das Geräusch von hohen Absätzen auf Marmorfliesen.

Jacob musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, dass es Sarah war. Als er es trotzdem tat, stellte er überrascht fest, wie umwerfend sie eigentlich aussah in ihrem kurzen schwarzen Kleid. Wären sie nicht verheiratet gewesen, hätte er ihr vielleicht ein Kompliment gemacht. Doch die Umstände waren anders. Sarah war nicht hier, um ihm zu gefallen, und Jacob kannte sie zu gut, um den Blick misszuverstehen, mit dem sie ihn jetzt ansah.

»Steckt er immer noch da drin?«, fragte sie, und die Kälte in ihrer Stimme versetzte Jacob einen Stich.

Er musste jetzt schnell sein, das wusste er, sonst würde Sarah die Sache mit Jimmy an sich reißen, und dazu hatte sie kein Recht, nicht heute und nicht hier! »Dir ist schon klar, dass das die Herrentoilette ist? Frauen haben hier keinen Zutritt!«

Sarahs Brust hob und senkte sich unter der feinen Spitze ihres Dekolletés. Sie schien etwas e

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