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Grandhotel Schwarzenberg - Der Weg des Schicksals von Oliver, Sophie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.03.2020
  • Verlag: beHEARTBEAT
eBook (ePUB)
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Grandhotel Schwarzenberg - Der Weg des Schicksals

Bad Reichenhall, 1905. In dem exklusiven Kurort in den bayerischen Alpen verliebt sich die junge Anna Gmeiner in den Salzsieder Michael. Beide wünschen sich ein besseres Leben. Michael beschließt, sein Glück in der Ferne zu suchen und Anna nachzuholen. Doch dann geschieht ein schreckliches Verbrechen und Anna ist gezwungen, einen anderen Mann zu heiraten. Zwischen Salzbaronen, Hoteliers und reichen Kurgästen aus aller Welt muss sie sich ihren Platz im mondänen Bad Reichenhall erkämpfen. Bewegende Familiensagas bei beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert. Geboren und aufgewachsen in Bayern, verließ Sophie Oliver nach dem Abitur ihre Heimat, um zu studieren und die Welt zu erkunden. Mittlerweile ist sie zu ihren Wurzeln zurückgekehrt und lebt mit Familie und Hund auf dem Land. Sophie liebt die bunte Vielfalt, Schräges genauso wie Schönes sowie 'all things British'. Ihre Lebensneugierde drückt sie in ihren Romanen und Kurzgeschichten aus, wobei sie sich darüber freut, in verschiedenen Genres schreiben zu dürfen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 27.03.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732568864
    Verlag: beHEARTBEAT
    Größe: 1641 kBytes
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Grandhotel Schwarzenberg - Der Weg des Schicksals

1

Der viel zu rasche Beginn des Frühlings brachte nicht nur den Kreislauf mancher Bürger des Königlich Bayerischen Staatsbads Reichenhall durcheinander, sondern auch die Natur. Alles befand sich im Umbruch. Warme Winde ließen den Schnee flugs dahinschmelzen, sogar an den Schattenhängen der Berge, wo er sich sonst oft bis nach Ostern hielt. Palmkätzchen übertupften die Weidenbäume mit ihren flauschigen Knospen und lockten Bienen und Hummeln mit der Verheißung von frischer Nahrung an. Ein weiß-blauer Bilderbuchhimmel spannte sich über Wiesen und Felder, für den Johann Gmeiner in diesem Moment kein Auge hatte.

"Anna!", rief er vom Ufer der Saalach in Richtung des kleinen Hauses, in dem er mit Tochter und Sohn lebte. "Sie kommen! Beeil dich, das Wasser fließt schnell heute, sonst sind sie durch!"

Drinnen rannte Anna Gmeiner die Treppe zu ihrer Kammer hinauf und knöpfte dabei ihr Kleid auf. Hastig schob sie es von den Schultern, ließ es zu Boden fallen und griff nach Hose und Hemd. Ein knöchellanger Rock aus Wollstoff würde sie im Fluss hinunterziehen wie Blei. Für das, was sie vorhatte, war es besser, Männerkleidung zu tragen. Barfuß und so schnell sie konnte lief sie über die Wiese zum Ufer und watete hinein ins eisige Wasser. Bei den ersten Schritten hatte sie das Gefühl, ihr Herz würde bersten. Die Kälte zwickte auf ihrer Haut wie tausend Nadelstiche. Lange würde sie das nicht aushalten. Ihr Vater warf ihr eine Holzstange mit einem Eisenhaken zu, und gemeinsam gingen sie in Stellung. Anna sah die ersten Stämme an der Flussbiegung auftauchen. Allesamt maßen sie etwas weniger als einen Meter, mit scharf angespitzten Enden. Sie wartete, bis einer davon in ihre Reichweite kam, wich seiner Spitze im unruhig dahinfließenden Wasser aus, schlug geübt den Haken ins Holz und stemmte sich mit aller Kraft gegen die Strömung. Unter ihren Füßen rutschte der Kies, für einen Moment drohte sie den Halt zu verlieren, aber dann behauptete sie sich und zog mühsam ihre Last ans Ufer, das letzte Stück half ihr Vater. Der erste der Stämme war geborgen. Sofort wateten sie erneut hüfttief ins Wasser und fischten weitere Hölzer aus der Saalach, bis Johann Gmeiner schließlich verkündete: "Das reicht, Anna. Mehr nehmen wir nicht."

Dankbar nickte sie ihm zu, denn mittlerweile spürte sie ihre Beine kaum noch.

"Du bist ja völlig durchgefroren, Kind", sagte ihr Vater und strich ihr liebevoll übers Haar. "Deine Lippen sind schon dunkelblau. Geh hinein und setz dich an den Ofen, damit du nicht krank wirst. Ich komme gleich nach."

Anna warf einen letzten Blick auf die zahlreichen Baumstämme, die wie eine Herde brauner Krokodile den Fluss hinuntertrieben, weiter bis nach Bad Reichenhall, wo die Männer der Saline schon darauf warteten. Im Winter hatten Holzknechte die Stämme in den Wäldern des benachbarten Salzburger Landes geschlagen, und gefährlich wie Krokodile waren sie nun auch zu bergen. Mit ihren scharfen Spitzen und der Wucht, mit der sie heranschossen, konnten sie einen Menschen leicht umreißen und verletzen.

Die Gmeiners hatten es einmal mehr geschafft, sich Brennholz zu sichern. Laut Gesetz stand ihnen das zu. Mit dem Klausschein durften die Anrainer der Saalach sich Holz für den Eigenbedarf abfischen - dieser Schwund war den Salinenbehörden durchaus bekannt und fiel nicht weiter ins Gewicht. Vielmehr kam es den Betreibern der Saline darauf an, dass die Trifter und Holzknechte ihre Arbeit gut verrichteten und beim Einsetzen der Schneeschmelze die Stämme über Klausbäche und Flüsse in Richtung Reichenhall trieben. Die dortigen Sudhäuser, in denen das Salz gewonnen wurde, verschlangen Unmengen Holz, waren gefräßige, nimmersatte Ungeheuer.

"Hier, Vater, ich hab uns einen Tee gekocht, und die Suppe steht schon auf dem Feuer", sagte Anna, als Johann endlich in die Stube trat. Auch seine Lippen hatten wegen der Kälte eine ungesund dunkle Farbe angenommen, und die nassen Hosen kl

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