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Hans Georg Portner (Historischer Roman) Eine Geschichte aus dem Dreißigjährigen Krieg von Sperl, August (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.05.2016
  • Verlag: e-artnow
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Hans Georg Portner (Historischer Roman)

Dieses eBook: 'Hans Georg Portner (Historischer Roman)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. August Sperl (1862-1926) war ein deutscher Archivar, Historiker und Schriftsteller. Sein Hauptwerk besteht aus historischen Romanen und Novellen, die meist auf der Grundlage realer historischer Gegebenheiten oder Personen entstanden, zum Beispiel dem Dreißigjährigen Krieg in Hans Georg Portner und die ersten Kreuzzüge in Richiza. 1925 erschien zum 400. Jahrestag des Deutschen Bauernkrieges der Roman Der Bildschnitzer von Würzburg, in dem das Leben des fränkischen Holzschnitzers Tilman Riemenschneider literarisch verarbeitet wurde. Sein eher gemütlicher Schreibstil steht in der Tradition Gustav Freytags. Aus dem Buch: '...Stille war's in den öden Gassen des Dorfes zu beiden Seiten des Flusses. Nur die Hühner gackerten auf den gefrorenen Dungstätten, nur die Tauben gurrten unter den Strohdächern, und zuweilen ertönte das gedämpfte Schreien eines Wiegenkindes hinter kleinen, bleigefaßten Guckfenstern. Kein Mensch ließ sich blicken zwischen den Häusern, und auch die Kettenhunde lagen still in ihren warmen Hütten...'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 28.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026864707
    Verlag: e-artnow
    Größe: 790 kBytes
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Hans Georg Portner (Historischer Roman)

Verwaist.

Inhaltsverzeichnis
Auf die uralte Bergstadt Sulzbach leuchtete die Nachmittagsonne vom wolkenlosen Himmel, und die goldenen Zeiger am Pfarrturme funkelten weit hinaus in das hügelige, nordgauische Land.

Rindergespanne zogen knarrende Wagen mit starkduftendem Hopfen in die weit geöffneten Scheunen; Weiber schoben ihre singenden Karren, hoch beladen mit Kraut und Rüben, durch den Staub, und ihre nackten Sohlen patschten, ihre braunen Gesichter glühten. Alamodische Junker in langschößigen Wämsern und weitschaftigen Reiterstiefeln stolzierten sporenklirrend die breite Straße vom Rathause zum Herzogschlosse, und die langen Straußenfedern auf ihren breitkrempigen Hüten schwankten. Vor dem Rathause saß der Stadtknecht und nickte.

Um Kirche und Rathaus aber, um das hochragende Schloß und um alle die hundert und hundert Giebel, Türmchen und Erker, um die abgewetterten Ringmauern und grauen Felsen strich mit jauchzendem Pfeifen das Volk der Schwalben, und in den Gassen und Gäßlein spielte das Volk der Kinder seine uralten Spiele. Es war Friede, es war noch goldener Friede im Lande.

Aus dem Pfarrhause hinter der Kirche kam ein Trüpplein Schüler, kleine und große. Lachend und plaudernd gingen sie durch den Pfarrgarten, in dem späte Rosen blühten und Astern und der Rosmarin allen Gerüchen einen scharfen Duft beimischte.

Nun standen sie vor der Mauer, und der letzte drückte hinter sich die Thüre ins Schloß.

"Was thun?" rief ein reichgekleideter Bürgersohn. "Ich denke, wir werfen die Bücher dem Mesner in die Stube und rennen miteinander auf den Berg. Bist du dabei, Portner?"

Der schlanke Jüngling, der mit gesenktem Haupte träumend abseits stand, schüttelte fast unmerklich das Haupt: "Kann leider nicht, muß heute gleich nach Hause gehen."

"Und mußt der Muhme die Möbel abstauben," sagte der Bürgersohn.

Ein halb unterdrücktes Lachen ging durch die Schar. Hansjörg Portner aber ward bleich und wandte sich jäh. "Mich wundert nur, daß du dich noch zu spotten getraust, Wirnhirn," sagte er mit bebenden Lippen und reckte die hohe Gestalt.

"O, Portner," lachte der andre und bewegte sich dabei schnell rückwärts, dem Ausgange des kleinen Platzes zu, "in den Fäusten bist du mir über, auf den Beinen aber bin ich geschwinder als du, stolzer Portner. Freilich, wir Bürger sind das Laufen besser gewohnt als ein solcher Junker, den ja wohl einst seine Mutter sogar auf dem Gaul zur Welt gebracht hat."

"Oho!" rief da und dort einer aus der Schar. "Hört nur den Pfahlbürger!" - "Will der uns Junker höhnen?" - "Gebt ihm das Seinige!" Und drohend sonderte sich die Schar in zwei Haufen.

Da ging die Gartenthüre noch einmal, und ein hochgewachsener Junker, älter als die andern alle, trat heraus. "Dummes Zeug!" rief er mit scharfer, befehlender Stimme. "Wollt ihr euch balgen wie die Gassenjungen? Daraus wird nichts, sage ich. Friede! Natürlich bist du's wieder gewesen, frecher Wirnhirn. Jucken dich die Hiebe nimmer, die Portnerischen vom Sonntag? Komm, Hansjörg, laß ihn, er hat ja doch einmal das Narrenrecht!"

Wortlos verschwand der Bürgersohn um die Ecke der Kirche, lachend ging der Trupp durch das enge Gäßlein hinaus auf den großen, weiten Platz. Der Hochgewachsene aber schob nachlässig den Arm in Portners Arm und zog den Jüngling hinter den andern her. "Wird dich wohl nicht wurmen, Hansjörg?" erkundigte er sich in seiner kurzen, beinahe befehlenden Weise. "Was kann unsereinen solch ein Fant kümmern? Canaille! Genug und übergenug, daß wir mit seinesgleichen auf der Schulbank sitzen müssen. Und gottlob ist es die längste Zeit gewesen."

"Virtute decet, non sanguine niti, Sauerzapf," sagte Hansjörg und ging langsam neben dem andern hinaus auf den sonnigen Platz.

"Et virtute et sanguine!" unterbrach ihn der andre scharf.

"Sola virtus nobilitat - Wer recht thut, der ist wohlgeboren; ohne Tugend ist Adel gar verlo

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