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Hautnah und immer näher von Marsh, Anne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.12.2018
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Hautnah und immer näher

Es ist der verrückteste Tag in Harpers Leben: Die aufstrebende Bankerin lässt sich nach einer fiesen Trennung ihr erster Tattoo stechen, und dann macht ihr auch noch der gefährlich gut aussehende Tattookünstler und Biker Vik ein unanständiges Angebot. Soll sie es annehmen und mit ihm schlafen? Einfach so? Vik ist jedenfalls höllisch anziehend. Als Harper sich traut, eröffnen sich ihr faszinierend neue erotische Welten, und sie gerät in einen Strudel der Emotionen. Doch um keinen Preis darf sie Vik zu nahe kommen, zu viel für ihn empfinden - denn er liebt die Freiheit und fühlt sich nur in seinem finsteren Bikerclub zuhause ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 06.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955769512
    Verlag: MIRA Taschenbuch
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Hautnah und immer näher

2. KAPITEL

Harper

Vik erinnert sich nicht an mich.

Der heißeste Typ, den ich jemals angefasst habe - und Gott sei Dank habe ich ihn angefasst -, stellt sich vor, als wäre ich eine Fremde. Als hätte er mich niemals geküsst, nie seinen Schwanz in mich hineingeschoben, mich nie dazu gebracht, Millionen Sterne zu sehen, weil er sich so verdammt gut in mir anfühlte. Ein Klassentreffen, eine Kiste Bier und eine ausschweifende Party haben offenbar dafür gesorgt, dass er all das vergessen hat.

Selbst durch die Gummihandschuhe, die er trägt, spüre ich seine Stärke und die Hitze, die mich versengt. Seine leichte Berührung hat etwas seltsam Verführerisches. Vielleicht bin ich aber auch einsamer, als ich dachte, wenn ich schon die bloße Berührung seiner Finger auf meiner Haut als etwas Tröstliches empfinde. Ich bezahle ihn für diesen Kontakt, und ich bin viel betrunkener, als man in einem Tattoostudio sein sollte.

Dieser Tag - dieser Abend - ist ein Tag für Premieren.

Das blonde Haar fällt ihm ins Gesicht, während er summend die Nadel über meinen Rücken führt. Die erste Berührung ist ein Stich, heftig und ungeschützt, der sich zu etwas Intensiverem, Dunklerem entwickelt. Ich presse mich tiefer auf die Liege, um diesem schmerzhaften Brennen zu entkommen, aber es gibt keinen Ausweg für mich. Warum bin ich eigentlich hier?

Weil der Mann, den du zu heiraten glaubtest, dich abserviert hat.

Weil du immer wieder dasselbe tust und eigentlich etwas anderes willst.

Weil du dein ganzes Leben auf einmal an die Wand gefahren hast.

Ich stoße einen Laut aus, der ein Zeichen von peinlicher Wehleidigkeit ist. Ich muss das hier nicht tun. Ich kann jederzeit gehen. Jetzt hat er eine neue Hautpartie mit seiner Nadel entdeckt, und ich jammere.

"Atme gleichmäßig." Mit einer Hand hält er mich fest wie in einem Schraubstock. Ich sollte aufstehen. Ich sollte ihm sagen, dass ich meine Meinung geändert habe. Ich hatte keine Ahnung, dass es so wehtut. Wenn er mit seiner Nadel über meine Haut kratzt, entstehen dünne, üble Linien, die er so tief in mich hineinschabt, dass ich sie überall spüre. Wie um mich zu beruhigen, reibt er sanft mit seinem Daumen über die unberührten, untätowierten Stellen meiner Haut.

Ich drehe den Kopf, um Brooklyn anzuschauen. "Du bist schuld."

Sie lacht meckernd und zieht ihr Handy aus der Jackentasche. Statt Mitgefühl zu zeigen, dokumentiert sie den Augenblick für die Ewigkeit auf Facebook. "Du hast gesagt, du willst nach vorn schauen. Und etwas Mutiges und Verrücktes tun, um dich immer an diesen besonderen Moment in deinem Leben zu erinnern."

"Das habe ich nach zwei Dirty Martinis gesagt", protestiere ich lahm.

Summend beugt Vik sich tiefer über mich. Er tut mir weh. Einerseits würde ich Brooklyn am liebsten in den Hintern treten, weil sie mich dazu überredet hat; andererseits möchte ich, dass Vik mir immer näher kommt. Dass er mich noch intensiver berührt, um das Stechen zu mildern, das er mit seinen großen Händen verursacht. Vielleicht ist es aber auch die besonnene Kraft, mit der er mich festhält, mit der er mich tröstet und mir wehtut und aus dem Schmerz etwas Wunderschönes hervorzaubert.

Glücklicherweise lenkt Brooklyn mich ab. "Gilt trotzdem."

"Sie ist Steuerfachfrau", murmele ich, während Brooklyn mir einen Vogel zeigt. Sie steht kurz davor, wegzudösen. Die Augen hat sie bereits halb geschlossen.

Hinter mir höre ich Viks verächtliches Schnauben. "Echt?"

"Brooklyn sieht nicht wie eine Wirtschaftsprüferin aus, aber glaub mir: Du solltest dir wirklich Sorgen machen, wenn sie jemals auf die Idee kommt, deine Bücher durchzuchecken. Sie spürt jedes Geheimnis auf, das du irgendwo zu verstecken versuchst."

"Du hättest zu mir auf die dunkle Seite rüberkommen können", krächzt sie. "Aber nein. Du musstest ja mit

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