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Hedwig Courths-Mahler - Folge 014 Die Menschen nennen es Liebe von Courths-Mahler, Hedwig (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.04.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Hedwig Courths-Mahler - Folge 014

Nachdem der Globetrotter Hans von Ried von einer verführerischen Frau bitter enttäuscht worden ist, kehrt er nun endlich für immer auf sein Schloss zurück. Der erste Sonnenstrahl, der dort wieder in seine Seele fällt, geht von der jungen, ungestümen Komtess Pia von Buchenau aus. Da Hans als Letzter seiner Familie eines Tages doch noch heiraten muss, entschließt er sich, Pia um ihre Hand zu bitten. Und sie willigt arglos ein. Was weiß sie schon von der Liebe, was von einem enttäuschten Männerherzen!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 80
    Erscheinungsdatum: 08.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838752518
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Hedwig Courths-Mahler Folge.14
    Größe: 1131 kBytes
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Hedwig Courths-Mahler - Folge 014

H ans von Ried kam vom Burgberg herab. Da oben lag die alte Schlossruine, in der seine Vorfahren vor Jahrhunderten schon gehaust hatten. Sie war zerfallen, bot aber noch immer einen malerischen Anblick und galt gewissermaßen als Wahrzeichen der ganzen Umgegend.

Die Freiherren Ried von Riedberg waren mit der Geschichte des Landes eng verwachsen. Sie hatten sich oft als Staatsmänner oder Soldaten hervorgetan. Und ihr Besitztum hatte sich vermehrt durch maßvolles, kluges Wirtschaften und durch reiche Heiraten. Seit zweihundert Jahren stand zu Füßen des Burgbergs ein neues Schloss. Es gehörte zu den vornehmsten und geräumigsten Gebäuden des ganzen Landes, obwohl es gerade in der nächsten Umgebung nicht an stattlichen Schlössern und Burgen fehlte.

Seit dem Tod seiner Eltern war Hans von Ried unumschränkter Besitzer eines fürstlichen Vermögens und großer Ländereien. Außer einer Cousine seiner Mutter, der Gräfin Eckhoff, und ihrer Tochter besaß er keine Verwandten.

Da ihm sein Vermögen gestattete, ganz nach seinen Wünschen zu leben, und er auf niemand Rücksicht zu nehmen brauchte, ging er bald nach seines Vaters Tod auf Reisen.

In seine heimatliche Residenz kehrte er nur zuweilen auf einige Zeit zurück, aber lange hielt er es dort nicht aus. Es war ihm lästig, dass er von allen Seiten mit mehr oder minder großer Deutlichkeit daran gemahnt wurde, dass er im heiratsfähigen Alter stand.

Auch in den vornehmen internationalen Badeorten, die er besuchte, wurde eifrig Jagd auf ihn gemacht. Aber man erreichte damit nur, dass er sich zurückhielt von den Frauen. Er hatte vorläufig nicht die Absicht, sich zu verheiraten und führte sein ungebundenes Leben weiter.

Um so mehr war man erstaunt, als er sich plötzlich nach Schloss Riedberg zurückzog. Den Winter hatte er noch in St. Moritz verbracht, und in den ersten Frühlingstagen war er in Venedig gewesen. Von Venedig aus war er dann heimgekommen in das Erwachen des deutschen Frühlings hinein. Er schien die Absicht zu haben, ganz still und zurückgezogen zu leben, und beschäftigte sich eifrig mit seinen Sammlungen, die er im Laufe der Jahre zusammengetragen hatte. Seinem Haushofmeister sagte er, dass er in Ruhe seine Reiseerinnerungen aufzeichnen wolle. Das galt nun offiziell als Grund für seine Zurückgezogenheit.

Nur er allein wusste, was ihn plötzlich heimgetrieben hatte. In St. Moritz hatte ihn sein Schicksal ereilt. Er, der den Frauen bisher möglichst ausgewichen war, hatte sich in eine Frau verliebt, die sein ganzes Wesen mit großer Leidenschaft erfüllte. Er war entschlossen, sie zu seiner Frau zu machen. Von St. Moritz war er ihr nach Venedig gefolgt – und dort war er zur Erkenntnis gekommen, dass er betrogen worden war, dass er seine Liebe an eine Unwürdige verschwendet hatte. Diese bittere Erfahrung hatte ihn so niedergedrückt, dass er weltmüde heimkehrte.

Dass er eines Tages heiraten musste, wollte sein Geschlecht nicht aussterben, wusste er. Aber seine schlimme Erfahrung ließ ihn den Gedanken an eine Ehe wieder weit zurückschieben. Erst wollte er jetzt in Ruhe und Zurückgezogenheit einige Jahre verbringen, unbelästigt von eroberungssüchtigen Töchtern und Müttern. Und dann, wenn es sein musste, wollte er ruhig und vernünftig eine Lebensgefährtin wählen, weise und bedächtig, ohne jede Illusion. Denn er glaubte, nie wieder ein Weib mit der ganzen Hingabe seines Herzens lieben zu können.

Hans von Ried war am Fuß des Burgbergs angelangt, aber er ging nicht nach Hause, sondern schlenderte noch eine Weile am Flussufer entlang.

Am Waldrand ließ er sich endlich ermüdet nieder. Vor im lag weites Wieseng

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