text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Hedwig Courths-Mahler - Folge 019 Es irrt der Mensch von Courths-Mahler, Hedwig (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.05.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
1,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Hedwig Courths-Mahler - Folge 019

Ein sehr berühmter Hedwig Courths-Mahler-Roman. Noch vor Kurzem hing der Himmel für Renate voller Geigen. Sie war reich, denn ihr Vater besaß ein großes Unternehmen. Sie war glücklich, denn sie war mit einem schneidigen Offizier verheiratet. Doch mit einem Mal ändert sich das Schicksal der jungen Frau. Der Vater macht bankrott, und der Ehemann verlässt sie. Arm, allein und hoffnungslos steht Renate nun dem Leben gegenüber. Auf Gut Tornau findet sie eine Stelle als Gesellschafterin. Hier begegnet sie auch dem stattlichen Rolf von Tornau. Mit der Zeit schafft es der junge Gutsherr, wieder Frohsinn und Hoffnung in Renates einsames Herz zu bringen. Bis eines Tages ihr Gatte wieder auftaucht. Und wie damals, so bringt er auch diesmal Leid und Tränen über Renate...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 80
    Erscheinungsdatum: 13.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838752563
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Hedwig Courths-Mahler Folge.19
    Größe: 1028 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Hedwig Courths-Mahler - Folge 019

R enate schreckte jäh aus dem Schlaf auf. Hatte da nicht jemand ihren Namen gerufen? Sie richtete sich empor und sah in das dämmernde Morgenlicht, lauschend, als müsse sich der Ruf wiederholen.

Nein – es blieb still, still und einsam.

Nach und nach erwachten auch ihre Gedanken, und seufzend ließ sie sich von ihnen gefangen nehmen. Dann erhob sie sich, kleidete sich zögernd, mechanisch an und blieb dazwischen immer wieder horchend stehen.

Regte sich wirklich nichts um sie her? War es wirklich so totenstill im Haus, war kein Laut erwachenden Lebens, keine trippelnden Kinderfüßchen, kein lallendes, kosendes Rufen vernehmbar?

Nein – sie war wirklich einsam und verlassen, ein loses Blatt, den Stürmen des Lebens preisgegeben, sobald sie den Schritt über die Schwelle ihres Heims setzte.

Ihr Heim.

Renate überfiel plötzlich ein Gefühl dumpfer Angst. Sie öffnete ihr Schlafzimmer und lief wie gejagt durch die ganze Wohnung.

Wirr und unordentlich standen die Möbel umher, die Teppiche waren zusammengeschnürt und die Fenster der Gardinen beraubt.

Mit trüben Augen sah sie um sich. Sie kam sich vor wie eine Fremde in ihrer eigenen Wohnung.

Müde, mit schweren Schritten, kehrte sie in ihr Schlafzimmer zurück. Neben ihrem Lager stand ein Kinderbettchen mit Spitzengardinen und seidenbezogenen Kissen. Renate ließ sich auf einen Stuhl gleiten und starrte mit trockenen, brennenden Blicken vor sich hin.

Sie grübelte über die letzten Jahre ihres Lebens. Was hatten sie aus ihr gemacht?

Vor vier Jahren noch die glückstrahlende Erbin des reichen Fabrikanten Johann Werkentin, ein lebenssprühendes, übermütiges Mädchen mit lachenden Augen und überschwänglicher Seligkeit, dann die Braut und die Frau eines der schneidigsten und schönsten Offiziere – und heute ein gebrochenes Weib, verlassen, betrogen von dem ehrlosen Mann, der ihr am Altar ewige Treue geschworen hatte, des Kindes beraubt, das ihr auf dem Gipfel ihres Glücks das Schicksal in die Arme legte und im Unglück wieder nahm, der Vater tot, das Vermögen verloren.

Als bankrotter Selbstmörder sollte der Vater geendet haben, wie ihr Mann, der Leutnant von Trachwitz, ihr ins Gesicht geschrien hatte.

Und dann wurde alles verkauft, Möbel, Silberzeug, Pferde und Wagen, alles machte Trachwitz zu Geld; nur ihre Wäsche, ihren Schmuck und ihre Kleider ließ er ihr. Er gab vor, nach Berlin ziehen zu wollen, um dort eine Stellung zu finden. Irgendwie müsse er Geld zu verdienen suchen, um sich und seine Frau zu erhalten.

Man bemitleidete ihn ein wenig, ein wenig gönnte man ihm auch das Unglück, aber man ging über ihn hinweg bald zur Tagesordnung über.

Renate ließ alles geschehen. Gedankenlos packte sie ihre Sachen ein und bereitete sich zur Abreise vor.

Die Dienstboten wurden entlassen, die Händler kamen und kramten in den verkauften Sachen herum.

Als sie Hans von Trachwitz am letzten Abend vergeblich zum Essen erwartet hatte, war sie in sein Zimmer gegangen, um ihn zu rufen. Es war leer, aber ein Brief an sie lag auf dem Tisch.

Er war sehr kurz und lautete:

Ich muss dich verlassen. Mit dir zusammen kann ich mir keine neue Existenz gründen. Du bist verwöhnt und unpraktisch, und überdies – uns bindet ja längst nichts mehr aneinander. Du wirst bei Freunden und Bekannten deines Vaters wohl ein Unterkommen finden. Fürs erste kannst du deinen Schmuck und deine Gesellschaftstoiletten verkaufen, es wird sich ein Käufer dafür bei dir melden. Glückt es mir drüben – ich gehe nicht nach Berlin, sondern nach Amerika –, dann kannst du nachkommen, oder ich sorge sonst f&uu

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen