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Hedwig Courths-Mahler - Folge 058 Wenn zwei sich lieben von Courths-Mahler, Hedwig (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.02.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Hedwig Courths-Mahler - Folge 058

Einst war die Fürstin Ranzow eine umschwärmte Frau. Nun aber ist sie alt geworden, und keiner kümmert sich mehr um sie. Da sie sehr wohl fühlt, dass sie auf niemanden mehr anziehend wirkt, sucht sie einen Menschen an sich zu fesseln, der die Aufmerksamkeit und das Interesse der Gesellschaft wieder auf sie lenkt. Diesen Menschen findet sie in der bezaubernden Lottemarie Dörner, die schon bald ihre Gesellschafterin wird. Fürstin Ranzow liebt Sensationen und Intrigen über alles. Deshalb soll ihr Neffe, Fürst Egon Ranzow, Lottemarie kennenlernen. Wird der skrupellose Lebemann sich für das hübsche Mädchen interessieren? Ob die junge Lottemarie bei diesem Spiel in Gefahr gerät, ihr Herz zu verlieren, ist der Fürstin dabei völlig gleichgültig...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 80
    Erscheinungsdatum: 10.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732503001
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1049 kBytes
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Hedwig Courths-Mahler - Folge 058

A uf den märchenhaft schönen Terrassen des prächtigen Hotels in Al Hayat, das aus einer ganzen Anzahl weißer, villenartiger Gebäude bestand, die durch Gärten, Wandelhallen und Sportplätze verbunden waren, herrschte reges Treiben.

Es war an einem Frühlingstag. Auch heute war alles auf den Terrassen versammelt, eine Gesellschaft eleganter Globetrotter aus aller Herren Länder.

Auf dem breiten Gange, der zwischen Sesseln und Tischen hindurchführte, nahten jetzt zwei Damen, die von allen Seiten begrüßt und hie und da angesprochen wurden. Sie gingen bis zu einem kleinen runden Tisch, der nahe dem Marmorgeländer an einem besonders günstigen Platz für sie freigehalten war. Dort ließen sie sich nieder.

Die jüngere der beiden Damen war eine der schönsten, jedenfalls aber die liebreizendste Erscheinung in dem Damenflor von Al Hayat.

"Fräulein Lottemarie, mir ist kühl", sagte ihre Begleiterin und riss die junge Dame aus ihrer Versunkenheit.

Lottemarie Dörner erhob sich sogleich und legte sorglich einen Schal um die Schultern der alten Dame. Sie tat das in einer bescheidenen, aber doch sicheren und anmutigen Art. Und die Herren ringsum, die das beobachteten, konnten nicht verstehen, dass die Umsorgte so ein verdrießliches Gesicht dabei machte.

Es war eine alte Dame mit weißem Haar. Sie war außerordentlich kostbar gekleidet und trug Schmucksachen von unschätzbarem Wert.

Als die junge Dame den Schal um die Schultern gelegt hatte, schauerte sie trotz der warmen Luft zusammen.

"Durchlaucht frösteln noch immer. Soll ich eine wärmere Hülle holen lassen oder wünschen Durchlaucht hineinzugehen?", fragte die junge Dame.

Die Fürstin Eugenie Ranzow schüttelte eigensinnig wie ein launisches Kind den Kopf, und ihre schwarzen Augen sahen mit einem seltsamen, neiderfüllten Blick auf ihre junge Gesellschafterin.

Einst war die Fürstin eine der gefeiertsten Frauen der großen Gesellschaft. Ohne im strengen Sinn des Wortes eine Schönheit zu sein, hatte sie einen berückenden Zauber auf die Männerwelt ausgeübt.

Weil sie nun sehr wohl fühlte, dass sie auf niemand mehr anziehend wirken konnte und weil ihr ein Alleinsein unerträglich war, suchte sie einen Magneten an ihre Seite zu fesseln, der die Aufmerksamkeit und das Interesse der Gesellschaft auf sie lenkte. Dieser Magnet war ihre junge Gesellschafterin, Lottemarie Dörner. Lottemarie hatte keine Ahnung, welchen Hauptzweck ihre Persönlichkeit in ihrer Stellung erfüllte. Sonst hätte sie wohl ein sehr unbehagliches Gefühl gehabt.

Im Großen und Ganzen fühlte sie sich in ihrer Stellung sehr wohl, wenn sie auch am Anfang oft von der Art der Fürstin abgestoßen wurde. Jetzt hatte sie sich daran gewöhnt, und es gab im Grunde genommen für sie nichts zu klagen. Sie hatte sich nie um eine Stellung bei der Fürstin beworben, hatte überhaupt nicht die Absicht gehabt, eine einzunehmen.

Obwohl sie mit ihrem Vater in äußerst bescheidenen Verhältnissen gelebt hatte, war nie davon die Rede gewesen, dass sie zu Lebzeiten des Vaters ihr Brot selbst verdienen sollte.

Es war scheinbar alles von selbst gekommen.

Eines Tages hatte Lottemarie auf einem Basarfest in einem Zelt Blumen verkauft. Die Fürstin hatte die junge Dame eine ganze Weile beobachtet, ehe sie an ihr Zelt herantrat. Sie hatte bemerkt, wie sich die Herren, junge und alte, um dieses Zelt drängten, wie sie willig die höchsten Preise für die Blumen zahlten und die schöne Verkäuferin mit Entzücken betrachteten.

Mit ihren schwarzen, funkelnden Augen hatte sie die junge Dame angestarrt und war dann herangetreten, um sich mit ihr bekannt machen zu lassen. Lächelnd hatte sie nach einer blassroten Rose gegriffen und Lottemarie einen größeren Betrag dafür gegeben. Mit einem sonnigen Lächeln hatte die junge Dame dafür gedankt, und dieses Lächeln hatte der Fürstin ausnehmend gefallen.

Da ihre derzeitige Gesellschafterin vor kurzem gekündi

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