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Hedwig Courths-Mahler - Folge 075 Die Flucht vor der Ehe von Courths-Mahler, Hedwig (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.06.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Hedwig Courths-Mahler - Folge 075

Mona Runecks Vater hat zum zweiten Mal geheiratet. Seine Frau ist jung und lebensfroh. In Mona sieht sie nur ein Hindernis. So wird das junge Mädchen zu einer Tante nach Georgental abgeschoben. Hier fühlt sich Mona bald schon glücklicher als im Elternhaus. Doch eines Tages ruft der Vater seine Tochter unerwartet heim: Mona soll verheiratet werden. Der Mann, den der Vater für sie ausgesucht hat, ist Bernd Kronau. Mona liebt Bernd heimlich schon lange, und so hat sie nichts gegen den Plan ihres Vaters einzuwenden. Aber dann belauscht sie zufällig ein Gespräch, das Bernd mit seinem Vater führt. Was sie dabei erfährt, stürzt sie von der Höhe des Glücks in tiefste Verzweiflung...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 80
    Erscheinungsdatum: 09.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732503179
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1262 kBytes
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Hedwig Courths-Mahler - Folge 075

M ona Runeck war froh, dass sie aus dem lauten Festtrubel in das stille Nebenzimmer flüchten konnte. Ihr Kopf war ganz wirr von den gesellschaftlichen Phrasen, die sie mit all den vielen Gästen ihres Vaters hatte tauschen müssen, und sie bewunderte ihre Stiefmutter, dass sie nicht müde wurde, allen Anforderungen, die dieses Fest an sie stellte, gerecht zu werden.

Mona war dieses laute, gesellige Treiben nicht gewöhnt, ihr Leben hatte sich bisher in großer Stille und Zurückgezogenheit abgespielt. Und nun war sie plötzlich vom Vater heimgerufen worden, sollte plötzlich der gesellige Mittelpunkt in seinem Haus sein. Dazu hatte sie weder Neigung noch Talent. Nirgends fühlte sie sich heimat- und wurzelloser als in ihrem Vaterhaus.

Sie war zwar jedes Jahr einige Wochen daheim gewesen, aber da hatte man sie nie gezwungen, am geselligen Leben teilzunehmen. Bisher war sie zu jung gewesen, als dass man sie in die Gesellschaft hätte einführen müssen, und ihre noch sehr jugendliche Stiefmutter hatte es auch gar nicht gewünscht, sich an der Seite einer erwachsenen Tochter der Gesellschaft zu zeigen.

Früher, wenn Mona auf kurze Zeit zu Hause weilte, hatte sie still in ihrem Zimmer gesessen, wenn Gesellschaft im Hause war. Leise waren dann nur Musik und Stimmengewirr zu ihr herüber geklungen. Manchmal hatte sie das verlockt, ihr Buch fortzulegen und hinunterzuschlüpfen in eines der stillen Nebenzimmer, von wo sie, durch einen Vorhang verborgen, ein wenig dem festlichen Treiben zugeschaut hatte. Das war ganz unterhaltend gewesen. Sie brauchte ja nicht mitzutun. Und eines Abends, als sie wieder auf ihrem stillen Lauscherposten hinter dem Vorhang gesessen hatte, da war ein junger, hoch gewachsener Herr in dieses Nebenzimmer gekommen, um verstohlen eine Zigarette zu rauchen. Mona hatte nicht fliehen können, weil er sie dann hätte sehen müssen. Sie war viel zu scheu, um das zu wagen. Still, ein wenig beklommen, hatte sie hinter dem Vorhang gesessen und durch einen schmalen Spalt den jungen Herrn beobachtet. Und ihr Herz hatte dabei sehr stark und laut geklopft.

Dieser junge Mann war Bernd Kronau, der Sohn eines Freundes von Monas Vater. Er hatte keine Ahnung gehabt, dass er von zwei scheuen Mädchenaugen scharf beobachtet wurde. Noch weniger hatte er geahnt, da er sich ganz allein wähnte, dass er in dieser Stunde eine große Eroberung gemacht hatte. Denn von nun an gehörte Monas junges Herz diesem Mann, mit dem sie nie ein Wort gesprochen hatte.

Sie selbst wusste nicht, dass sie ihr Herz an Bernd Kronau verloren hatte. Sie kannte ihn nicht, er war ihr ein Fremder. Und in ihrer Unerfahrenheit ahnte sie nicht einmal, dass es eine schnell emporgekeimte Liebe war, die ihr Herz so unruhig bei seinem Anblick klopfen ließ.

Es war ihr noch einige Male seitdem gelungen, ihn wiederzusehen, immer, ohne dass er eine Ahnung gehabt hatte, dass er heimlich beobachtet wurde.

Eines Tages hatte sie dann auch erfahren, wer er war. Gerade in dem Zimmer, in dem sie versteckt war, ganz dicht an ihrem Lauscherposten, traf er eines Tages mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter zusammen. Sie hatten einige Worte gewechselt, und daraus hatte Mona erfahren, dass der junge Mann, der ihr so wohl gefiel, Bernd Kronau war.

Zuweilen war nun in ihr die Sehnsucht aufgewacht, an diesen Geselligkeiten teilnehmen zu können. Wie herrlich müsste es sein, mit diesem jungen Mann sprechen zu dürfen. Er hatte eine so warme, gute Stimme, die sich ihr ins Herz geschmeichelt hatte. Sie beneidete die jungen Damen, die mit ihm sprechen und tanzen durften, und wünschte sich brennend, dass sie so schön sein möge wie viele unter ihnen. Denn sie gefiel sich selbst gar nicht. Mit schwerem Herzen blickte sie jetzt zuweilen in den Spiegel und sah bekümmert, dass sie mit dem breiten Streifen von Sommersprossen, der ihr Gesicht geradezu entstellte, durchaus kein schöner Anblick war.

Dass sie sehr feine und angenehme Zü

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