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Heimkehr auf die Kamelien-Insel Roman von Bach, Tabea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.03.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Heimkehr auf die Kamelien-Insel

Sylvia und Maël erwarten die Geburt ihres lange ersehnten Kindes. Da holt Maël seine familiäre Vergangenheit ein: Seine Mutter, zu der er fast 30 Jahre lang keinen Kontakt hatte, ist schwer erkrankt. Obwohl Sylvia ein ungutes Gefühl befällt, reist Maël ab. Wenig später wütet eine verheerende Sturmflut an der bretonischen Küste. Die Kamelieninsel nimmt schweren Schaden und Sylvia erleidet einen gefährlichen Unfall ... Tabea Bach war Operndramaturgin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie wurde in der Hölderlin-Stadt Tübingen geboren und wuchs in Süddeutschland sowie in Frankreich auf. Ihr Studium führte sie nach München und Florenz. Heute lebt sie mit ihrem Mann in einem idyllischen Dorf im Schwarzwald, Ausgangspunkt zahlreicher Reisen in die ganze Welt. Die herrlichen Landschaften, die sie dabei kennenlernt, finden sich als atmosphärische Kulisse in ihren Frauenromanen wieder.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 399
    Erscheinungsdatum: 29.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732560813
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Kamelien-Insel 3
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Heimkehr auf die Kamelien-Insel

1
Der Anruf

Einen Moment lang herrschte erwartungsvolle Stille. Dann erfüllte ein rhythmisches Klopfen den Untersuchungsraum, gedämpft, so als käme es aus der Tiefe des Meeres.

"Ist das ..." Sylvias Kehle war mit einem Mal wie ausgetrocknet.

"Ja, das ist der Herzschlag Ihres Kindes", beantwortete die Frauenärztin ihre unausgesprochene Frage. Maëls Hand schloss sich liebevoll um die Sylvias.

"Unser Mädchen", flüsterte er.

"Ob es ein Junge oder ein Mädchen ist, wollten Sie ja nicht wissen, oder?", wandte die Gynäkologin schmunzelnd ein. "Jedenfalls ist alles in bester Ordnung, Madame Riwall", fügte sie an Sylvia gewandt hinzu. "Auch die Lage des Kindes. In gut vier Wochen ist es so weit." Sie warf einen Blick auf Sylvias Patientenakte und stutzte. "Tiens" , sagte sie lächelnd. "Heute ist Ihr Geburtstag? Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!"

Während der Heimfahrt hielt Maël weiter Sylvias Hand, wann immer es der Verkehr erlaubte. Sie sprachen wenig, doch das war überhaupt nicht notwendig, das Glück füllte sie beide aus - von der großen Zehe bis zu den Haarspitzen. Wenn Sylvia daran dachte, wie turbulent das vergangene Jahr gewesen war und wie lange es gedauert hatte, bis sie endlich schwanger geworden war, konnte sie es kaum glauben. Obwohl sie schon Ende dreißig war, hatte sie eine völlig problemlose Schwangerschaft, und trotz ihres beträchtlichen Bauchumfangs fühlte sie sich selbst jetzt noch fit genug, um sich um die Geschäfte der Inselgärtnerei zu kümmern.

Je näher sie der Küste kamen, desto klarer wurden die Farben. Es war ein herrlicher Frühlingstag Mitte April, die Luft prickelnd wie Champagner und der Himmel von einem so leuchtenden Blau, als wölbte sich ein riesiger Saphir über die bretonische Landschaft und das Meer. In der Ferne schimmerten die Granitfelsen der Kamelieninsel in der Mittagssonne wie altes Silber.

"Den Rest des Tages machen wir aber frei, ja?", schlug Maël vor. Seine meerblauen Augen blitzten, als er sie angrinste. "Oder hast du etwa vor, heute zu arbeiten?"

Sylvia lachte. "Sag bloß", gab sie zurück, "du lässt deine Kamelien im Stich? Musst du nicht mehr ins Labor?"

"Nein", antwortete Maël. "Meine Frau hat heute Geburtstag! Und es ist ihr letzter Geburtstag ohne Kind."

"Was ist mit Noah?", fragte Sylvia fröhlich. "Zählt er etwa nicht? Schade, dass der Junge erst morgen kommen kann", fügte sie bedauernd hinzu. Maël warf ihr einen zärtlichen Blick zu. Noah war Maëls Sohn, die Frucht einer früheren Beziehung. Es war gerade mal ein Jahr her, dass Chloé völlig überraschend mit dem Kleinen auf der Kamelieninsel erschienen war. Das war nicht nur für Sylvia ein Schock gewesen, sondern vor allem für Maël, der bis dahin nichts von der Existenz seines Sohnes geahnt hatte. Acht Jahre zuvor hatte ihm diese Frau beinahe das Herz gebrochen, als sie von einem Tag auf den anderen einfach aus seinem Leben verschwunden war. Was er damals für die große Liebe gehalten hatte, war für Chloé nichts weiter als ein Urlaubsflirt gewesen.

Dass die junge Pariserin aus reichem Hause von ihm schwanger geworden war, hatte sie Maël verschwiegen. Ob Chloé wirklich geglaubt hatte, wie sie behauptete, ihr damaliger Verlobter Alain sei Noahs Vater, oder ob sie ihm das Kind bewusst untergeschoben hatte, das würde wohl für immer ihr Geheimnis bleiben. Erst Jahre später, als sich kein weiteres Kind einstellen wollte, hatte Alain Dufèvre erfahren, dass er unfruchtbar war und nicht Noahs Vater sein konnte. Tief verletzt hatte er sich nicht nur von Chloé getrennt, sondern auch von dem Jungen losgesagt, den er all die Jahre für seinen Sohn gehalten hatte, was für den damals Siebenjährigen kaum zu verkraften gewesen war.

Mittlerweile hatten sich die Wogen geglättet. Zwar hatte Chloé versucht, Maël wieder zurückzugewinnen, doch sie hatte einsehen müssen, dass das aussichtslos war, denn Maël liebte Sylvia über al

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