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Herbstleuchten Galway Girl 4 von Bern, Tanja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.10.2019
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
2,99 €
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Herbstleuchten

Das Finale der beliebten Galway-Girl-Reihe! Endlich scheint alles vollkommen zu sein. Síneads Farm 'Murphy's Dream' hat endlich die ersten Gäste, und die Verbindung zu Ethan ist so intensiv, wie noch nie zuvor. Eine Sache hat Sínead allerdings unterschätzt. Sie kann nicht gleichzeitig Gastgeber und Reitführerin sein. Die Arbeit wächst ihr schnell über den Kopf. Ethan arbeitet zwar im Umkreis und ist abends zu Hause, kann die Touren aber aus mangelnder Reiterfahrung nicht übernehmen. Sie finden in Sue Dempsey eine erfahrene Reiterin, die ein Händchen für Pferde hat und zu der die Pensionsgäste schnell Vertrauen fassen. Sie scheint für den Job perfekt zu sein, bis Sínead ihr kleines Geheimnis entdeckt. Da bricht ein Unwetter über die Grafschaft herein und droht durch Überschwemmung alles zu zerstören, was sich Sínead aufgebaut hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 151
    Erscheinungsdatum: 05.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783962152659
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1812 kBytes
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Herbstleuchten

- 1 -

Der Geruch des Krankenhauses lässt mich schwindelig werden. Jacob bemerkt, dass ich leicht schwanke und hält mich am Arm fest. Ich realisiere, dass er kurz mit einem Arzt spricht. Blinzelnd sehe ich auf meine Hände, die voll von Annes Blut sind. Ich versuche es abzuwischen, doch das gelingt mir nicht, weil es auf meiner Haut bereits getrocknet ist.

Anne!

Wie sind Jacob und ich ins Krankenhaus gekommen? Ich bin völlig durcheinander, kann kaum einen klaren Gedanken fassen. Jacob muss uns mit dem Land Rover gefahren haben.

"Komm, wir waschen das erstmal ab", sagt Jacob leise.

Er führt mich zu den Toilettenräumen der Klinik und bringt mich zu den Waschbecken. Er ignoriert, dass wir uns auf der Damentoilette befinden, lässt mich nicht allein. Wie in Trance wasche ich mir die Hände, sehe zu, wie das rötlich verfärbte Wasser im Abguss verschwindet. Er reicht mir Trockentücher, und ich schaue ihn an.

Jacob wirkt gefasst, aber nur oberflächlich, ich spüre, dass es in seinem Inneren brodelt. In seinen Augen ist das deutlich zu erkennen, zumindest für mich. Er hat seinen Talar ausgezogen. Ob er das Gewand in Coolough einfach über eine der Kirchenbänke gelegt hat? Nun trägt er eine schwarze Jeans und ein schwarzes Hemd, und lediglich sein Priesterkragen weist ihn als Geistlichen aus.

Wir verlassen den Toilettenbereich, und Jacob bringt mich zu einigen Warteplätzen, wo wir uns hinsetzen.

"Geht es dir besser?", fragt er besorgt.

"Mir?", antworte ich fassungslos.

"Ja, dir. Du bist in der Kirche fast ohnmächtig geworden, zumindest war so mein Eindruck."

"Mir war nur ein bisschen schwindelig."

"Was ist denn überhaupt passiert?"

Ich begegne verblüfft seinem Blick. Plötzlich begreife ich, dass ich ihm noch gar nicht erzählt habe, was vorgefallen ist. Die Bilder von Annes Selbstmordversuch drängen sich mir mit Macht auf, und für einen Augenblick spüre ich wieder das warme Blut an meinen Händen. Ich atme tief durch, versuche die Fassung zu wahren.

"Sínead? Bitte sag mir, was geschehen ist. Hat Anne einen Unfall gehabt? Der Arzt sagte mir gerade nur, dass sie noch in Behandlung ist."

Ich weiche ihm aus und starre auf meine Hände. Blutverschmiert bin ich zu ihm in die Kirche gekommen. Ich drängte darauf, ins Krankenhaus zu fahren, stand aber wohl so neben mir, dass er mich nicht weiter ausfragte ... bis jetzt.

Weil er in der Rolle des Geistlichen geblieben ist, wirkte Jacob bisher sehr ruhig. Aber ich weiß, dass ihn meine Antwort in den Grundfesten erschüttern wird. Seine Sorge ist für mich fast körperlich fühlbar, und mein Zögern lässt ihn die Contenance verlieren.

Jacob steht auf, läuft unruhig im Warteraum hin und her. Mit bebenden Händen lockert er seinen Kragen. "Sínead, du kannst nicht einfach mit blutverschmierten Händen in meine Kirche gestürzt kommen, mir sagen, es wäre Annes Blut, und jetzt kein Wort mehr rausbringen!" Er ringt förmlich um Atem.

Ich nicke, schlucke schwer. "Anne hat versucht, ... sich umzubringen."

Jacob ist still, ich wage nicht, ihn anzuschauen. Nur im Augenwinkel bemerke ich, dass er regelrecht erstarrt.

"Nein, ... das ... das kann sie nicht getan haben", flüstert er rau.

Ich wische mir mit einer fahrigen Geste durchs Gesicht. "Sie hat es getan, Jacob. Man schlitzt sich nicht versehentlich die Pulsadern der linken Hand auf und schließt sich vorher im Bus ein. Hätte Fia nicht so panisch an der Autotür gekratzt, ... wäre sie verblutet." Ich schnappe nach Luft. "Oh Gott, sie würde jetzt tot sein, und ich stände in der Küche und tränke Kaffee, ohne es zu ahnen!" Die Erkenntnis lässt meinen Körper erbeben.

"Die Katze ...?", wispert er nur.

Draußen beginnt es leise zu donnern. Ich sehe aus dem verglasten Wartebereich und kann den Eingang erkennen. Die Sonne hat ein Loch im dunkelgrauen Himmel gefunden und strahlt ins Foyer, als gäbe es das

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