text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Hereward: Das Teufelsheer Roman von Wilde, James (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.03.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Hereward: Das Teufelsheer

England, 1067. Die Schlacht von Hastings wurde verloren, und Harald II., der letzte angelsächsische König, ist tot. Der neue König, Wilhelm der Bastard aus der Normandie, regiert England mit eiserner Hand: Dörfer werden verwüstet, die Bewohner hingerichtet. Doch es gibt einen Mann, der sich dem brutalen Eroberer in den Weg stellt: Hereward. In den Fenlands, dem sumpfigen Waldgebiet im Osten, schwelt Herewards Widerstand. Sein Heer aus Verbannten wächst stetig und erzielt kleine militärische Erfolge. Als der normannische König davon erfährt, entsendet er seine grausamsten Kämpfer, um die Rebellen zu vernichten. Können Hereward und seine Mannen der Übermacht trotzen? James Wilde ist das Pseudonym eines englischen Autors von Fantasy-, Science Fiction-, Horror- und historischen Romanen. Als er als Kind einen Comic über Hereward, den legendären englischen Widerstandskämpfer, las, war er sogleich fasziniert. 40 Jahre später ging für James ein lang gehegter Traum in Erfüllung: Er veröffentlichte seinen ersten Roman über Hereward, und das mit großem Erfolg. Der Autor lebt mit seiner Familie in den Midlands.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 29.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732561421
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Hereward - A Devil's Army
Weiterlesen weniger lesen

Hereward: Das Teufelsheer

KAPITEL 1

Ostanglien
23. Juni 1069

Die Endzeit war gekommen, und die Welt wandte sich vom Licht ab.

Über den Sümpfen ging die Sonne in einem blutroten Dunst unter. Schwarze Wolken von Mücken tanzten über den stinkenden Marschen, und zwischen den Eschen und Weiden vertieften sich die Schatten, als die Rotte stummer englischer Krieger ihren taumelnden Gefangenen wie ein Schwein, das man zum Schlachter führte, mit den Speeren vor sich hertrieb. Auf dem schweißbefleckten Wams des Normannen erblühten Blutrosen. Sein Kettenpanzer und Helm waren vor langer Zeit in das alles verschlingende Moor geschleudert worden und darin verschwunden. Sein doppelschneidiges Schwert jedoch hatte einer seiner verhassten Feinde für sich beansprucht. Wie ein geprügelter Hund fauchte er seine Peiniger an, und bei jedem neuen Speerstich in seinen geschundenen Rücken huschte sein Blick erneut zu jener kostbaren Klinge hinüber.

Auf dem Dammweg stolperte er und fiel; an den spitzen Steinen riss er sich die Hände auf. "Steh auf! Oder stirb!", bellte einer seiner Entführer. Falls er die Sprache verstand, dann zeigte er es nicht. Aber die Speere stießen wieder zu, beharrlicher diesmal, und drängten ihn, den atemlosen Trab über die trostlosen Moore wiederaufzunehmen. Er zeigte den verhassten Engländern - es waren ihrer zehn - ein kaltes Gesicht. Ihre blassen Augen flackerten im Feuer des blutroten Himmels. Dann schluckte er und raffte sich auf müden Beinen hoch, um weiterzulaufen.

Als sie die nächste bewaldete Insel erreicht hatten, hob Hereward den rechten Arm, um die Marschkolonne zum Halten zu bringen. Er war der Anführer der Gruppe, ein Mercier von Geburt; sein helles Haar und seine blaue Augen zeugten von dänischem Blut. Tätowierte Kriegermale - Spiralen und Kreise - zogen sich um seine Arme und wanden sich wie Schlangen, wenn er die Muskeln spannte.

Als seine müden Männer keuchend zu Boden sanken, sah er, dass die Angst ihnen tiefe Falten ins Gesicht gegraben hatte. Sie waren Jäger, aber auch Gejagte. Er blickte zurück auf den Weg in die sich vertiefende Dunkelheit. Der Tod war nah und kam jeden Augenblick näher.

"Trinkt, rastet, und fasst Mut!", rief er, während er unter den erschöpften Kriegern umherging. "Der Weg war hart, und ihr seid gut gerannt, aber wir werden von Hunden gehetzt und dürfen nicht säumen."

Am Rande der Kriegerschar saß der Gefangene in dumpfem Grübeln. Hereward kniff die Augen zusammen und verfolgte jede Bewegung des Mannes. Wie Stein sind diese normannischen Bastarde, genauso hart und kalt , dachte er. Aber sie werden irgendwann zerbrechen. Die Hämmer der Engländer werden niemals ruhen.

In der Art, wie der Gefangene das Kinn hob, sah Hereward die ganze Überheblichkeit der Eindringlinge, die England über drei lange Jahre hinweg verwüstet hatten, seit Wilhelm der Bastard die Krone an sich gerissen hatte. In dem unnachgiebigen Blick drückte sich die ganze Brutalität aus, die das Blut von Männern, Frauen und Kindern vergossen, ganze Dörfer niedergebrannt und denen, die sich nur durch mühsame Arbeit vor dem Verhungern bewahren konnten, die Existenzgrundlage genommen hatte. Er schüttelte voller Verachtung den Kopf.

Der Mercier bückte sich und trat unter die Trauerweiden am Wegrand. Mit dem Handrücken wischte er sich den Schweiß von der Stirn. Seine Männer netzten sich mit Wasser aus ihren ledernen Trinkbeuteln die Kehlen und spritzten es auf ihre glühenden Gesichter. Dieser Sommer war heißer als die Hölle. Die Hitze drückte sie am Tag nieder und erstickte sie in den schweißtreibenden Nächten. Und es war erst kurz vor Johannis, mit der Aussicht auf viele weitere Wochen der warmen Jahreszeit. Vielleicht war dieses grausame Wetter ein weiteres Zeichen der Endzeit, wie die alten Frauen munkelten.

Als ob seine Gebete erhört worden wären, wisperte eine kühlende Brise durch die raschelnden Blätter. Er blickte über die sp

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen