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Hereward der Geächtete Roman von Wilde, James (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Hereward der Geächtete

Ein actionreiches Historienepos über die große Legendengestalt des englischen Mittelalters: den Widerstandskämpfer Hereward

1062. Den Angelsachsen erscheint das Ende aller Tage nah. Denn jenseits des grauen Meeres wartet William der Bastard nur darauf, den kranken englischen König zu stürzen. Dessen Berater sind zerstritten, und so ruhen Englands Hoffnungen auf Widerstand allein auf einem Mann: Hereward. Für manche ist er der Teufel in Menschengestalt, die anderen bewundern ihn als erbarmungslosen Krieger. Doch ausgerechnet jetzt haben ihn seine Gegner zum Geächteten erklärt. Um das Land zu retten, das er liebt, zieht Hereward eine blutige Schneise von den Hügeln Northumbrias bis zu den Wiesen Flanderns.

Beste Lektüre für alle Leser von Bernard Cornwell und David Gilman

James Wilde ist das Pseudonym eines englischen Autors von Fantasy-, Science Fiction-, Horror- und Historischen Romanen. Als er als Kind einen Comic über Hereward, den legendären englischen Widerstandskämpfer, las, war er sogleich fasziniert. 40 Jahre später ging für James ein lang gehegter Traum in Erfüllung: Er veröffentlichte seinen ersten Roman über Hereward, und das mit großem Erfolg. Der Autor lebt mit seiner Familie in den Midlands.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 461
    Erscheinungsdatum: 28.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732556724
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Hereward .1
    Originaltitel: Hereward
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Hereward der Geächtete

KAPITEL 1

Nordhumbrien

29. November 1062

Es war der Anfang vom Ende der Welt.

Schwarzer Schnee stach in das Gesicht des jungen Mannes. Knietief versank er in der weißen Decke des Hanges, während er ihn hinabschlitterte, und kniff zum Schutz gegen den peitschenden Sturm die Augen zusammen. Verzweifelt bemühte er sich, in der wilden Landschaft aus hohen Hügeln und dichtem Wald einen Pfad zu erkennen. Der bittere Geschmack auf seiner Zunge bestätigte seine Befürchtungen: Asche, die in den wirbelnden weißen Flocken trieb. Er kam zu spät. Im Heulen des Schneesturms konnte er das Prasseln des Feuers voraus vernehmen, und über dem Hügelkamm sah er eine schwarze Wolke emporquellen, während in seinem Rücken die Schreie der Verfolger lauter wurden, die immer näher kamen, je mehr er ermüdete. Aus der Hölle in die Hölle.

Mit tauben Fingern zog Alric den groben wollenen Umhang enger um die schwarze Kutte, aber seine Zähne klapperten dennoch, aus Angst ebenso wie vor Kälte. Er war gerade erst achtzehn geworden, sein Gesicht noch ungezeichnet von den Mühsalen des Lebens. Haselbraunes Haar hing ihm nass und strähnig in das schmale Gesicht; seine Tonsur wuchs bereits wieder zu, und unter seinen Augen lagen dunkle Ringe. In diesem Augenblick schienen die Sicherheit und der Friede der Abtei von Jarrow der Erinnerung einer anderen, unschuldigeren Person anzugehören, die nicht von abgrundtiefer Verzweiflung befallen war. Er dachte an seine Eltern, die ihn als Kind ins Kloster geschickt und zum lebenslangen Dienst an Gott bestimmt hatten. Was würden sie von ihm denken, wenn sie wüssten, wie schrecklich er sie enttäuscht hatte?

Mit einem krächzenden Gekreische wie das Schreien verlorener Seelen erhoben sich die Raben in einer schwarzen Wolke aus dem Geäst, als er den nächsten Hang hinaufstolperte. Der Atem brannte in seiner Brust, und seine Glieder schmerzten, aber er quälte sich weiter und packte immer wieder nach Zweigen, um sich an ihnen durch die Schneewehen hochzuziehen. Schließlich ließ der Schneesturm nach. Wenig später jedoch bemerkte Alric, dass seine Fußspuren hinter ihm deutlich zu erkennen waren. In der menschenleeren Landschaft würden sie sich meilenweit über die verschneiten Hügel ziehen. Die Verfolger konnten sie nicht übersehen.

Kurz vor dem Hügelkamm machte er den Fehler, abermals zurückzublicken. Scharf umrissen gegen den dräuenden grauen Himmel stand auf der Hügelkuppe eine halbe Meile hinter ihm der Tod, die Kriegsaxt Grim in der rechten, einen Speer in der linken Hand. Harald Rotzahn hielt nur kurz inne, während der Wind seinen Umhang blähte, bevor er sich den Hügel hinabstürzte und zwischen den Bäumen verschwand. Wie ein Rudel Wölfe kamen seine Männer hinter ihm über die Kuppe geschwärmt, ohne einen Laut von sich zu geben. Sie witterten, dass die Beute nahe war.

Voller Panik taumelte Alric über den Hügelkamm, nur um sogleich entsetzt im Schnee auf die Knie zu fallen, als er das Unheil sah, das auf das Dorf herabgekommen war, welches er zu seiner Heimstatt gemacht hatte.

Ein schwarzes Leichentuch bedeckte die Lichtung im Wald, und rotgoldene Flammen leckten aus jedem strohgedeckten Haus, das es in Gedley gab. Nur das Prasseln des Feuers und das hungrige Krächzen der Vögel waren zu hören - keine Hilferufe, keine Schreie von Müttern, die nach ihren Kindern suchten, oder von Männern, die gegen ihr Schicksal aufbegehrten. Es war auch nichts von denen zu sehen, die Harald Rotzahn vorausgeschickt hatte.

Mein Fehler , dachte Alric, bevor Zorn und Hass auf sich selbst sein Schuldgefühl unter sich begruben. Alles mein Fehler!

Er lief wieder los, den Hang hinunter. Seine müden Beine trommelten immer schneller, bis er die Kontrolle über sie verlor. Er geriet ins Stolpern, fiel und krachte gegen den Grenzpfosten am Bach.

Mit weiß eingestäubten Haaren, Kleidern und Augenbrauen rappelte er

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