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Herzblitze Roman von Valentin, Kristina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.09.2020
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Herzblitze

Plötzlich ist alles anders. Aber vielleicht ist genau das gut.
Felicitas wird vom Blitz getroffen. Wie durch ein Wunder bleibt sie unverletzt - doch sie hat das ganze letzte Jahr vergessen. Als sie versucht in ihr Leben zurückzukehren, erkennt sie es nicht wieder. Warum verhält sich ihr Ex-Mann so, als wäre alles wie früher? Wieso ist ihre Schwester so sonderbar distanziert? Wenn sie nur wüsste, was da in den vergangenen zwölf Monaten passiert ist! Felicitas macht sich auf die Suche nach der Wahrheit, die irgendwo in ihr schlummern muss. Dabei kommt sie nicht nur ihrem neuen Kollegen Sebastian näher als gedacht, sondern auch sich selbst.
Ein bezaubernder und anrührender Roman übers Loslassen und die Freiheit, die uns das Vertrauen ins Leben schenkt

Kristina Valentin lebt und arbeitet in Norddeutschland. Sie schreibt in jeder freien Minute, weil sie sich ständig neue Geschichten ausdenkt. Humorvoll und warmherzig erzählt sie von den Tücken des Alltags, der uns gelegentlich unerwartet aus dem Ruder läuft, von der Liebe und von Männern, die dazu neigen, das Leben ihrer selbstbewussten Heldinnen auf den Kopf zu stellen. Außerdem liebt sie Kaffee, ihren Garten und den leicht verrückten Terrier, mit dem sie sich das Büro teilt. Sie veröffentlicht auch unter den Namen Kristina Steffan und Kristina Günak.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 14.09.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641253882
    Verlag: Diana Verlag
    Serie: Diana-Taschenbücher 36064
    Größe: 2872 kBytes
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Herzblitze

Kapitel zwei

Die Ärztin war so jung. Sie sah aus, als würde sie nachmittags Handball oder Volleyball spielen und danach noch einen Waldlauf absolvieren. Proper und gesund strahlte sie mich an. Mich, die leicht zerstörte Mittvierzigerin, die vor ihr lag und immer noch den Geruch des eigenen Erbrochenen in der Nase hatte, denn die Reinigungsfachkraft hatte nur sehr bedingt gereinigt, nachdem mein Ex das Weite gesucht hatte.

»Sie hatten großes Glück.« Sie lachte mit roten Wangen und zeigte ihre strahlend weißen Zähne.

Ich fühlte mich zwar nicht, als hätte ich großes Glück gehabt, aber ich fühlte mich bemüßigt, mich zu bedanken. »Danke«, sagte ich deswegen artig.

»In Deutschland werden jedes Jahr ungefähr 250 Menschen vom Blitz getroffen. Dabei sterben die Wenigsten, aber die Spätfolgen können gravierend sein. Soweit wir es absehen können, geht es Ihnen gut.« Das schien sie ernsthaft zu freuen. »Trotzdem müssen Sie natürlich regelmäßig zur Nachuntersuchung kommen, und falls es zu Kribbeln in den Händen oder Beinen oder zu Sehstörungen kommt, melden Sie sich natürlich direkt.«

»Mein Herz ist so schwer«, sagte ich leise, und es war mir ein bisschen peinlich, es dieser jungen, dynamischen Person gegenüber zu äußern. Aber es war wirklich das Erste, was mir eingefallen war. Mein Herz war schwer. Und es schien eine bedeutungsvolle Aussage zu sein, denn sofort wurde die junge Ärztin sehr ernst.

»Wir machen im Laufe des Tages noch ein paar weitere Untersuchungen, Frau Morgenstern«, versicherte sie mir. »Sie haben Bekanntschaft mit 200 000 Ampere gemacht, das kann das menschliche Herz gewaltig aus der Bahn werfen. Bisher konnten wir keinen Schaden entdecken, aber wir gehen natürlich auf Nummer sicher.« Sie lächelte so freundlich und zugewandt, dass ich kurz von einer ganzen Welle der Dankbarkeit überrollt wurde. Am liebsten hätte ich nach ihrer Hand gegriffen, aber das erschien mir ein wenig kindisch.

»Ihre Sachen liegen in dem kleinen Nachtschrank dort drüben, und falls Sie noch etwas brauchen, klingeln Sie einfach.« Sie tätschelte mir den Arm, und was vermutlich nur als freundliche ärztliche Geste gemeint war, tat mir so ungemein gut, dass ich schnell die Tränen wegblinzeln musste.

Als die Zimmertür sich hinter ihr schloss, lehnte ich mich in das dicke Kissen zurück und atmete tief durch. Ein Blitzschlag. Das klang völlig absurd. Vom Blitz wurden Menschen höchstens beim Wandern oder Golfspielen getroffen. Ich fuhr auch nicht ständig mit dem Fahrrad durch die Gegend wie meine Freundin Gitti, für die ihr Fahrrad wichtiger war als ihr Mann. Ich hatte noch nicht mal ein Fahrrad, vielleicht hatte ich das Radfahren schon lange verlernt.

Mein Herz rumpelte in meiner Brust. Ich legte mir eine Hand auf den Brustkorb und blickte nach unten.

Die Hand, die dort lag, gehörte mir nicht.

Entsetzt riss ich die Augen auf und setzte mich kerzengerade hin. Das da war nicht die Hand, die ich seit fünfundvierzig Jahren mit mir herumtrug. Diese Hand da auf meiner Brust hatte pinkfarbene Fingernägel und sah irgendwie schrumpelig und mager aus. Die Fingergelenke waren so groß und knubbelig. Meine Finger hingegen waren immer ein wenig pummelig gewesen. Und ich hatte es nie geschafft, mir die Nägel lang wachsen zu lassen.

Ein dumpfes Entsetzen machte sich in mir breit, und ich hob die Hände, um mir durch die Haare zu fahren. Aber meine Haare waren weg. Tastend rasten meine fremden Fingerspitzen über meinen Schädel, aber meine langen Haare, die ich über all die Jahre gehegt und gepflegt hatte, waren verschwunden. Geblieben waren nur kümmerliche kurze Büschel. Zitternd griff ich nach der H

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