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Herzklopfen und Hüttenzauber Roman von Schönau, Fanny (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.03.2015
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Herzklopfen und Hüttenzauber

Das Glück wohnt auf dem Berg!
Eine Ungerechtigkeit! Während ihre Geschwister bei der vorgezogenen Erbrunde absahnen, wird die alleinerziehende Journalistin Heidi mit einer windschiefen Hütte auf der Sausteigalm abgespeist. Nicht mal ein Verkauf kommt infrage, weil dort die alte Zita, die Großgroßirgendwas-Cousine ihres Vaters haust - auf Lebenszeit. Heidi beschließt, der Erbschaft einen Besuch abzustatten. Der Plan: Zita zum Auszug bewegen und die Hütte verscherbeln - und nebenbei, Plan 2, den so attraktiven wie beziehungsunfähigen Fred zu einem romantischen Bergwochenende überreden. Hat man ja schon gehört, dass die geringe Sauerstoffzufuhr da oben beziehungsstiftend sein kann. Blöd nur, dass sich das Leben nicht an Pläne hält. Schon gar nicht an die von Heidi ...

Fanny Schönau ist das Pseudonym der österreichischen Autorinnen Magdalena Guilarte und Karin Bischof. Magdalena Guilarte, kubanisch-polnisch-oberösterreichisches Feuerwerk mit lodernder Leidenschaft für Kochbücher, hat 15 Jahre lang als Redakteurin und Sendungsverantwortliche im Österreichischen Kinderfernsehen gearbeitet und sich schließlich vom bewegten Bild auf das Schreiben verlegt. Karin Bischof, Salzkammergut-Export mit gut sortierter Sneakers-Sammlung, hat österreichweit als Redakteurin ihrer Affinität zu Wort und Sprache Ausdruck verliehen und grenzüberschreitend Richtung Deutschland den Weg zur Autorin eingeschlagen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 16.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641148195
    Verlag: Goldmann
    Größe: 1480 kBytes
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Herzklopfen und Hüttenzauber

1

Also: Paula bekommt dreißigtausend Euro.«

»WAS?«, schreit Paula.

Meine ältere Schwester ist von klein auf schwerhörig, was aber erst mit Schuleintritt festgestellt wurde, weil bei uns am Land Gespräche mit Kindern eher wenig forciert werden. Und weil vor fünfunddreißig Jahren, als wir noch kleine Kinder waren, in Hinter-Russbach die Hörgeräte so aussahen, als trüge man ein gefährliches Haushaltsgerät am Kopf, verzichtete Paula auf das Hilfsmittel und lebte bis zu ihrer Heirat mit Sepp, einem Bauern aus Vorder-Russbach, in einer mehr oder weniger schallfreien Zone. Sie hat jetzt zwar seit Jahren ein modernes Hörgerät, ein unsichtbares, steckt es sich aber nur selten ins Ohr. Sie hört dann nämlich ihren Mann reden.

»DREISSIGTAUSEND EUROOOO!«, brüllt meine Mutter und wedelt mit einem Sparbuch.

Paula nickt.

Dann schweigen meine Eltern, die uns drei Kinder am rustikalen dunkelbraunen Küchentisch in der holzvertäfelten Bauernstube versammelt haben, weil »es etwas zu besprechen gibt«. Sie wollen bereits jetzt, wo sie sich noch bester Gesundheit erfreuen, die Erbangelegenheiten regeln, weil steuersparend und so. Der Gedanke, dass prozentuelle Anteile von Haus, Grund, Wald und Wiese dem Fiskus zugute kämen, würden wir Kinder erst nach ihrem Tod erben, scheint ihnen noch unsympathischer zu sein als die Gefahr, noch zu Lebzeiten ihren gesamten Besitz an den Fortpflanz zu überschreiben und damit de facto mittellos zu sein.

Ihre Blicke pendeln nun abwägend zwischen meinem zwei Jahre jüngeren Bruder Matthias, seiner Frau Sonja und mir hin und her.

»Wir haben uns entschlossen, Matthias das Haus zu vermachen ...«

Bumm.

»... und du, Heidi, du bekommst dafür die Liegenschaft auf dem Zwölferhorn.«

Bumm.

»Äh, welche Liegenschaft?«

Mein Vater seufzt. »Die Almwirtschaft, die mein Bruder, dein Onkel Franz, mir vermacht hat. Wir waren doch schon mal dort oben. Oberhalb vom See. Die Sausteigalm. Wennst von der Gondel rübergehst zum Zwölferhorn.«

Ich denke scharf nach. Fehlanzeige. Das letzte Mal, als ich mit meinem Vater auf dem Zwölferhorn wandern war, ist sicher fünfundzwanzig Jahre her. Von einer feudalen Almwirtschaft ... Moment! Mooooooment!

»Du meinst jetzt aber nicht diese windschiefe Hütte, die aussieht wie ein zu groß geratenes Plumpsklo?«

Mein Vater setzt einen beleidigten Blick auf: »Du tust ja grad so ...«

»Wir haben uns über alles g'freut, was wir von unseren Eltern - Gott hob sie selig - gekriegt haben!«, blökt meine Mama vorwurfsvoll.

Und Sonja, die Frau meines Bruders, macht mit säuerlicher Miene »Ts-ts-ts.«

»Wie bitte???«, werde ich etwas lauter. »Paula bekommt ein kleines Vermögen, Matthias ein Haus, das mehr als fünfhunderttausend Euro wert ist, den Wald noch gar nicht dazugerechnet - und ich? Ich? Ich krieg einen Haufen zusammengenageltes Altholz auf der Sausteigalm?«

»Jetzt reicht's aber!«, erhebt meine Mutter ihre Stimme und fixiert mich mit bösem Blick, »auch noch frech werden, wennst was kriegst? So zeigst du deinen Dank?«

Ich schaue meine Schwester Paula auffordernd an. Das ist doch nicht fair, oder? »Paula! Sag was.«

»Was?«

»SAG WAS!«, brülle ich.

Paula schüttelt verwundert den Kopf.

»MATTHIAS KRIEGT DAS HAUS, DU KRIEGST DREISSIGTAUSEND EURO, UND ICH EINE ALTE HOLZHÜTTE!«, versuche ich ihr die himmelschreiende Ungerechtigkeit kurz und prägnant zusammenzufassen.

»Aha«, meint sie und schaut meine Eltern fragend an.

»Schau! Genau das ist das Problem mit dir!« Mit moralinsaurer Miene lehnt sich

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