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Hier und jetzt für immer Roman von Kaufhold, Julia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.10.2020
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Hier und jetzt für immer

Überarbeitete Neuausgabe von All die schönen Tage von derselben Autorin Max war Stellas erste große Liebe. Wenn es nach Stella gegangen wäre, die Liebe, die ein Leben lang hält. Aber dann hat Max Stella verraten, und sie verbannte ihn aus ihrem Leben. Seitdem hat sie die große Liebe nicht mehr gefunden. Als Max plötzlich vor ihr steht und mit ihm all die Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit, weist sie ihn ab. Zu sehr schmerzt noch sein Verrat, zu unsicher ist Stella, was sie vom Leben und von der Liebe will. Aber Max lässt sich nicht so einfach zurückweisen. Gibt es für die beiden eine zweite Chance?

Julia Kaufhold wurde 1977 in Düsseldorf geboren. Sie war Gründerin und bis zu dessen Verkauf Verlegerin des Goldfinch-Verlags und arbeitete anschließend als freie Lektorin und Projektmanagerin. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg. www.juliakaufhold.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 365
    Erscheinungsdatum: 30.10.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732594467
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: All die schönen Tage
    Größe: 4050 kBytes
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Hier und jetzt für immer

Prolog

Es war noch viel zu früh, als Stella die Bushaltestelle erreichte. Sie war die Erste an diesem Montagmorgen, dem ersten Schultag nach den großen Ferien. Das Holzhäuschen, in das sich alle bei Regen flüchteten, war leer. Obwohl es nieselte, blieb sie am Straßenrand stehen, es störte sie nicht. Sie trug ihre Nietensandalen und ein neues, weißes Sommerkleid, von dem sie fand, dass es ein bisschen aussah wie ein Brautkleid, was sie aber natürlich nie laut sagen würde. Es war kürzer als die Kleider, die sie sonst trug, und sie fühlte sich leicht und frei darin. Sie hatte sechs Wochen und drei Tage Zeit gehabt, sich zu überlegen, was sie anziehen würde. Als es dann heute Morgen wie aus Eimern goss und das Thermometer vor dem Küchenfenster sechzehn Grad anzeigte, wollte sie sich nicht mehr umentscheiden. Sie bewegte ihre Zehen in der Pfütze. Das Wasser war gar nicht kalt und erstaunlich klar, es schwappte leise. Den hellroten Nagellack hatte sie vor ein paar Stunden im trüben Schein ihrer Nachttischlampe aufgetragen. Er sah schön aus in den Wellen des Pfützenwassers.

Sie hatte nicht geschlafen. Die letzte Nacht nicht und die vorletzte auch nicht. Sie hatte gar nicht erst versucht zu schlafen. Es war zu gut gewesen, wach zu bleiben. Ihr Kopf war leicht und voll von Max. Eigentlich hatte sie gar nicht an ihn gedacht, sondern ihn gespürt, neben sich, in ihrem Bett. So war es ihr jedenfalls vorgekommen. Er war da gewesen und hatte sie angeschaut, mit diesem Blick, mit dem er sie auch vor sechs Wochen im Schein der Taschenlampe angesehen hatte.

Wieder und wieder hatte sie in den letzten Wochen seine Postkarten gelesen. Über die Dänemark-Motive hatte er Fotos geklebt, die er bestimmt mit Selbstauslöser gemacht hatte. Auf jedem der Bilder war er von hinten zu sehen, im gelben Dünengras, auf einem Holzsteg ins Meer, vor einem Leuchtturm, einem Hotel, im Sand. Und auf jeder der Karten stand die Anzahl der Tage, bis sie sich endlich wiedersähen. Sie selbst hatte genauso die Tage gezählt. Fünfundvierzig Striche hatte sie in die untere Ecke ihrer Schreibtischunterlage gemacht, gestern dann endlich den letzten.

»Stella!« Tonia fiel ihr fast in die Arme. »Bist du taub?«

Der Regen prasselte auf das Holzdach der Haltestelle hinter ihnen. Als Stella sich umdrehte, war das Häuschen bis auf den letzten Stehplatz belegt. Sie hatte keine Ahnung, wie die alle hierhergekommen waren. Hinter den Leuten war die Rückwand noch immer schwarz vom Ruß der Haarsprayflamme, die Max dorthin gesprüht hatte.

Tonia ging ein Stück auf Abstand. Sie trug ihr blaues Cape, und aus der Kapuze guckten gerade so eben ihre Augen, ihr Mund und ihre Nase heraus. Sie sah aus wie ein Alien. »Aufgeregt?«

Das Klopfen des Regens und die Stimmen in Stellas Rücken vermischten sich zu einem vertrauten Rhythmus. Der 773er, der in diesem Moment auf dem Hügel zwischen den Feldern auftauchte, die Regentropfen, die im Licht seiner Scheinwerfer tanzten, der Geruch von Nässe und Zigarettenrauch - an diesem Morgen kam ihr das alles ganz besonders vor.

»Okay, war 'ne doofe Frage.« Tonia wischte sich übers regennasse Gesicht. »Klar bist du aufgeregt.«

»Irgendwie ...« Stella zog die Zehen aus der Pfütze. »Ich weiß nicht, ich kann's gar nicht fassen, dass ich ihn gleich sehe. Aber ich bin auch total ruhig. Beides gleichzeitig. Ist das normal?«

»Jetzt geht's lo-hos, jetzt geht's lo-hos«, sang Tonia und lachte.

Stella zog ihr die Kapuze über die Augen. Vor ihnen bremste der Bus, Wasser spritzte auf, wie eine Welle wich die Menge zurück, bevor sie wieder nach vorne zu den Türen drängte. Tonia schob Stella vor sich her bis zur Rückbank und weiter ans Fenster. Es gab zwei Busse, die sich auf den Fahrten zur Schule abwechselten. Der eine hatte rote Sitze, der andere blau melierte, die über und über mit Graffiti besprüht waren. Heute fuhren sie im blauen. Stella strich über das schwarze R

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