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Highway 27: Geschundene Herzen von Brown, Mia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.04.2016
  • Verlag: Romance Edition Verlag
eBook (ePUB)
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Highway 27: Geschundene Herzen

Geschichten über die einzig wahre Liebe sind alles Lügen! Davon ist Lesly Ann seit der Tragödie mit Ben überzeugt. Doch sich deshalb geschlagen geben, kommt für die taffe New Yorkerin nicht infrage. Sie will neu anfangen. Zur Ruhe kommen. In einer Kleinstadt im Bundesstaat Kentucky. Ihr Plan wäre so verdammt gut, gäbe es dort nicht Robert - verteufelt heißer Besitzer des größten Gestüts im Ort, wo ihr Weg sie unweigerlich hinführt ...

Mia Brown wurde an der schönen Ostsee geboren. Seit sie denken kann, ist das Schreiben einer ihrer größten Leidenschaften, doch erst spät hat sie ihren Traum vom eigenen Buch verwirklicht. Nach einigen Kurzgeschichten in diversen Zeitschriften folgte 2012 ihr Romandebüt, dem sich weitere Veröffentlichungen in den unterschiedlichsten Genres und verschiedenen Pseudonymen anschlossen. Die Autorin liebt Schokolade, das Leben, die Natur und das Lesen über alles. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren Katzen und einem Hund, umgeben von Wald, Feldern und Einsamkeit an der Oder.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 140
    Erscheinungsdatum: 22.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783902972972
    Verlag: Romance Edition Verlag
    Größe: 2272 kBytes
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Highway 27: Geschundene Herzen

1. Kapitel

Juni 2015, Harrison County, Kentucky

Alles begann an einem Tag im Juni. Einem trüben, grauen Montag, der genau das bestätigte, was ihm allgemein angelastet wurde.

Es war neun Uhr morgens und der Regen floss in Strömen über die Frontscheibe des altersschwachen Pick-ups. Das gleichmäßige Rauschen, untermalt von quietschenden Scheibenwischern und hämmernder Popmusik, verstärkte Lesley Anns Anspannung. Sie schaltete das Radio kurzerhand ab, kniff die Lider zusammen, reckte das Kinn über das Lenkrad und versuchte, den Vorhang aus bleigrauen Schwaden zu durchdringen.

Verdammtes Sauwetter. Selbst wenn sie fand, dass es zu ihrer Stimmung passte, seit sie von New York in dieses Kaff gezogen war. Sie hasste es. Alles. Und ausgerechnet an einem Tag, der die sommerliche Idylle der vergangenen Junitage Lügen strafte, schickte Alister sie zu den Pferdeflüsterern, wie er die Farmer auf den Gestüten grinsend betitelte.

Kopfschüttelnd reihte sie sich in die Kolonne der vielen Fahrzeuge ein, überquerte die Brücke des Kentucky-River und folgte dem anschließenden Paris Pike 27. Angestrengt hielt sie nach dem Kreisverkehr Ausschau. Es durfte nichts schiefgehen. Immerhin war es ihr erster eigenständiger Einsatz in ihrem neuen Job, in einer Umgebung, die ihr ebenso fremd war wie dieser Highway und Alister Williams, ihr neuer Chef und Chefredakteur der Country Times in Cynthiana.

Ein kleines Lächeln stahl sich in ihr Gesicht, vorsichtig und ungewohnt, weil ihr das Lachen seit Monaten vergangen war. Es war schön, an den ersten Tag ihres Neuanfangs zu denken, an den übergewichtigen kleinen Mann, an sein Gesicht, das an das Imponiergehabe eines aufgeblasenen Ochsenfrosches erinnerte. Es kam ihr damals so vor, als wollte er mit seinem Geltungsbedürfnis seine geringe Körperhöhe toppen. "Schätzchen", hatte er ihr nach vier Wochen langweiliger Eingewöhnungsarbeit erklärt, die Augenbrauen theatralisch gehoben und das Wort gedehnt, als wäre es an einem Gummiband befestigt. "Schätzchen, ich denke, dass Sie endlich beweisen sollten, was in Ihnen steckt. Vergessen Sie die Großstadt, die New Yorker Metropole. Hier interessieren sich die Leser unserer Zeitschrift für andere Dinge. Sie wollen wissen, was in ihrer Umgebung passiert, wessen Pferd die größten Chancen auf den diesjährigen Derbysieg hat, ob sie ihr Geld auf Butterfly oder lieber auf Blackbird setzen, wie die Gestüte aufgebaut sind, was die heutigen Rancher ausmacht, ob das Klischee von der kleinen Farm in Kentucky Realität oder Fantasie ist - so in die Richtung muss das gehen, okay?" Dabei hatte er seinen Kopf in den Nacken gelegt, seine Hände über dem Bauch gefaltet und auf Fußspitzen stehend einen ungeduldigen Takt gewippt. Eine unmögliche Pose, die sie zum Lachen reizte und sie glauben machte, dass sich hinter dem grotesken Äußeren ihres neuen Vorgesetzten ein leutseliger, verträglicher Charakter verbarg. Ein Irrtum, wie sie im Laufe der Zeit erkannte. Alister Williams war herrisch, ungerecht und launisch. Symptome, die allen klein geratenen Männern zu eigen waren.

"Mistkerl", rief sie dem Fahrer des Trucks hinterher, der sie beim Überholen schnitt, einen Riesenschwall Wasser gegen die Frontscheibe ihres Fords spritzte und sie unsanft in die Realität zurückholte. Sie reckte ihm den Mittelfinger entgegen, als er sein lachendes Gesicht zu ihr hinabbeugte und sie das Vergnügen erkennen ließ, das ihm sein rücksichtsloses Fahrmanöver bereitete.

"Mistkerle - alle", murmelte sie und krampfte ihre Hände um das Lenkrad. Sie sollte sich nicht mit ihnen anlegen, sie gewann nicht. Niemals. Vielleicht lag es an ihren hellen Haaren, die ungeordnet ihr Gesicht umfluteten oder an ihren blauen Augen, die den Eindruck eines unkomplizierten Kätzchens erweckten, eines Frauchens, das sanft schnurrend zu Füßen der Männer lag? Niemand schien hinter dieser Fassade Krallen und ein

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