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Hilfe, ich hatte eine glückliche Kindheit Ein Roman über die anderen von Kerschgens, Katja (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Hilfe, ich hatte eine glückliche Kindheit

Nadine hat einen prima Job, einen süßen Hund und ganz, ganz viele Bücher. In den Augen anderer ist ihr Leben perfekt, das fing mit ihrer glücklichen Kindheit ja schon an. Lebensbrüche? Enttäuschungen? Traumata? Da kann sie nicht mitreden. Im Gegenteil - ihre Arbeit im Hörbuchstudio wird zum absoluten Traumjob, als sie mit 'Mr. Stimme' zusammenarbeiten darf. Doch auf das, was dann kommt, hat sie ihr Leben nicht vorbereitet: Ihr Job steht auf dem Spiel, sie belügt ihre Eltern, Unbeteiligte - sogar Mr. Stimme - werden hineingezogen in die Verschwörungstheorien ihrer Chefin. Und plötzlich ist sie auch noch verlobt. Nein, ist sie nicht. Oder wie? Nadine stolpert immer tiefer ins Chaos. Da hilft ihr auch ihre glückliche Kindheit nicht weiter ... Oder doch? Katja Kerschgens, M.A., arbeitet freiberuflich und bundesweit als Rhetorik- und Schlagfertigkeitstrainerin. Sie studierte Germanistik, Sprachwissenschaft und Phonetik in Köln. Vor ihrer Selbstständigkeit war sie als feste und freie Redakteurin aktiv. Ihr erster Roman 'Der Neunte Kontinent - Machtwechsel' erschien im essencia Verlag. Daneben veröffentlichte sie mehrere Sachbücher.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 236
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783847611097
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 718 kBytes
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Hilfe, ich hatte eine glückliche Kindheit

1

"Kannst du dir v orstellen, wie ätzend das ist? Schlimm genug, dass ich den ganzen Haushalt an der Backe habe, aber dann muss der gnädige Herr abends ja auch noch von vorne bis hinten bedient werden."

Nadine versuchte ihre Fantasie in Wallung zu bringen, aber sie konnte es sich beim besten Willen nicht vorstellen.

"Warum machst du das überhaupt?", hörte sie ihre naive Seite laut sprechen. "Ich meine, dein Mann kann doch auch mal selbst ..."

Sarahs Auflachen klang nach dem Beginn einer Hysterie.

"Du hast ja Ideen. Hast du schon mal erlebt, wie das ist, wenn mein Mann aus der Jacke geht? Und da reichen echt kleinere Anlässe, glaub mir. Ich halte lieber den Ball flach. Das ist nun mal so, wenn man noch nie Glück im Leben hatte. Da muss man eben mit sowas zurechtkommen."

Nadine hatte wohl leicht den Kopf geschüttelt, denn Sarah nahm jetzt richtig Anlauf, die Fältchen um ihre Augen wurden tiefer.

"Du hast gut reden, du hattest keine geschiedenen Eltern. Ich wollte ja so schnell wie möglich eine eigene Familie, und prompt bin ich in die Falle getappt. Und im Job geht das munter so weiter. Ich habe immer die gleichen Idioten um mich herum."

Nadine rührte sich nicht mehr, während Sarah über die Welt im Allgemeinen und ihr Leben im Speziellen schimpfte. Sie biss sich auf die Lippen, dabei klebte ihr Blick gedankenverloren am grauen Haaransatz ihrer Freundin fest. Die Schatten unter deren Augen gaben den Worten die dazugehörige Dramatik.

"Es ist immer dasselbe, alles bleibt an mir hängen. Die haben sich alle auf mich eingeschossen, ich sag s dir."

Der Redeschwall umspülte Nadine wie ein reißender Fluss. Das Ertrinken drohte, aber nicht einmal Loriot rührte sich. Er lag zu ihren Füßen und schlief. Sie glaubte sogar, ihn trotz der Geräuschkulisse in dem kleinen Bistro schnarchen zu hören. Er hätte ihre Rettung sein können. Nein, der zuckte nur im Traum mit seinen Pfötchen. Sarah war mittlerweile bei ihrem Arbeitgeber angekommen.

"Und dann hat er doch glatt von mir verlangt, dass ich meinen Urlaubstag nächste Woche streiche", schwadronierte sie weiter, "weil die Mannsperger ja so dringend in Kur muss. Klar, mit mir kann man's ja machen ..."

Nadines durchdringendes Schweigen schien nicht mehr zu reichen. Also versuchte sie es mit so viel Teilnahmslosigkeit wie möglich in ihrer Stimme: "Ach ja?"

Das hatte ihre Gesprächspartnerin allerdings nicht überhört.

"Ist heute irgendwas mit dir los?", bremste sie ihre Tiraden aus.

"Nö. Wieso?"

Nadine spielte mit der Hundeleine, nahm diese schließlich so kurz, dass Loriot von dem kleinen Ruck an seinem Hals aufwachte. Er blinzelte in die Umgebung, schaute zu seinem Frauchen hoch. Als er sich vergewissert hatte, dass sie noch da und damit alles in Ordnung war, wollte er den Kopf zurück neben die Pfoten legen. Aber wieder zuckte es an der Leine. Irritiert stand er auf, reckte sich mit erhobenem Hinterteil und gähnte.

Es hatte geklappt.

"Oh ja, Mausbär, ich habe die Zeit ganz vergessen", Nadine beugte sich zu Loriot hinunter, "du musst jetzt mal los, oder?"

Sie streichelte seinen Nacken, was er mit schläfrigem Schwanzgewedel beantwortete. Der vorbeieilenden Kellnerin winkte sie auffällig zu und beglich so schnell wie möglich ihre Rechnung.

Innerlich zusammenzuckend hörte sie sich beim Verabschieden noch zu ihrer Freundin sagen: "Na klar können wir uns am Mittwochabend wieder hier treffen", dann zog sie

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