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Hinter dem Rot von Wallefeld, Sabine K. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.03.2015
  • Verlag: Bergischer Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Hinter dem Rot

'Eines Tages wird bald sein ... flüstert Leander in Julies Haar und streicht dabei über ihren Rücken. Julie lacht.' Unvermittelt rauscht Julie in das Leben von Leander. Ihre Blicke treffen, umschlingen sich, sofort ist es um beide geschehen. Das Knistern ist kaum auszuhalten und doch ... Leander ist Familienvater, tapfer wehren sich beide zunächst gegen ihre Gefühle, bis sie ihnen doch erliegen - für einen kurzen Sommer voller Liebe, Leidenschaft und Glückseligkeit. Was dann folgt, ist Leiden und Enttäuschung, durchbrochen von kurzen glücklichen Episoden, begleitet von immerwährender Sehnsucht, immer wieder aufkeimender Hoffnung und den Erinnerungen an eine wundervolle Zeit. Bis ein einschneidendes Erlebnis alles ändert. 'Für immer und ein Leben!'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 19.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943886832
    Verlag: Bergischer Verlag
    Größe: 1257 kBytes
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Hinter dem Rot

Neuland

Zwei flüchtige Wochen später stehe ich zum ersten Mal vor einer Klasse, der 11a.

Erste Unterrichtsstunde. Siebenundzwanzig Schülerinnen und Schüler. Absolutes Neuland. Mein Puls rast beim Betreten des Klassenraums. Jetzt ist er da, der entscheidende Moment. In den ersten Minuten entscheiden die Schüler, ob sie mit mir arbeiten wollen oder nicht. Ich stelle mich vor und hoffe, dass wir ins Gespräch kommen. Nichts ist schlimmer, als dass eine unsichtbare Wand zwischen Lehrer und Schülern steht. Wie unendlich lang können fünfundvierzig Minuten sein? Ich glaube, ich mache fast jeden Fehler, den ein Lehrer machen kann. Sprung ins kalte Wasser. Die Jungs und Mädels, die vor mir sitzen, wirken amüsiert, mustern mich, die beiden Jungs in der letzten Reihe schwätzen und lachen. Mara, die Klassensprecherin, begrüßt mich fröhlich, heißt mich willkommen. Damit ist das Eis gebrochen. Mara hat das Zeichen gegeben.

Mir schwirrt der Kopf. Mir ist heiß. Die Namen der Schüler versuche ich im Zeitraffer in mein Gedächtnis zu brennen. Schnell wird mir klar, dass ich als Lehrerin multitaskingfähig sein muss. Lehren, verstehen, zuhören, Beiträge bündeln, moderieren, agieren, reagieren. Insbesondere reagieren auf unvorhersehbare Beiträge und spontanes Verhalten. Keine Minute Stillstand. Volle Konzentration. Jetzt, sofort, immer auf den Punkt.

Das Fach Religionslehre fordert mein volles Engagement. Möglichst brandneue Themen, die die Schüler motivieren, begeistern, entflammen. Religionsunterricht in Konkurrenz zum Kommunikationsmagnet Cafeteria. Ich kämpfe gegen Abmeldungen, kämpfe um jeden einzelnen Schüler. Mit dem Ergebnis, dass sie bleiben ... vorerst! Testphase. Die Schüler haben das Recht, diesen Unterricht auszuprobieren. Ein Like für den Lehrer, ein Like für das Thema. Oder die eiskalte Abwahl. Umdrehen, weggehen, Desinteresse. Ich wünsche jedem Kollegen, einem solch gnadenlosen Auswahlverfahren ausgesetzt zu sein. Wäre es nicht großartig, wenn man den Mathe- oder Geschichtslehrer abwählen könnte, weil er nicht gut erklärt oder einfach nur unsympathisch ist? Doch Religionslehrer haben eine Sonderstellung. Ich bin die Ausnahmelehrerin. Eine, die man testen und abwählen kann. Was also habe ich zu tun? Ich werbe um die Gunst meiner Schüler. Meine Aufgabe ist ganz einfach: Ein witzig-unverkrampfter Stundeneinstieg, ein fesselndes, aktuelles Thema, das jeden interessiert, abwechslungsreiche Methoden, eine junge, offene, selbstbewusste, attraktive, verständnisvolle, moderne Lehrerin. Und ja, das Wichtigste hätte ich fast vergessen: Eine Lehrerin, die niemals eine schlechtere Note vergibt als "gut". Denn warum nicht "sehr gut"? Schließlich haben es die Schüler auf sich genommen, zu bleiben, ganz freiwillig. Und das allein ist eine sehr gute Leistung.

Ist doch alles ganz einfach für eine Anfängerin.

Als mein zukünftiger Ausbildungslehrer, mein Mentor, strahlend auf mich zukommt, sind alle Zweifel, ja jeder Anflug von Mühe, von Anstrengung weggefegt mit einer leichten Handbewegung. Mein Job wird zu einem charmanten Zeitvertreib mit Joachim Nagel. Attraktiv, jung, mit langen, krausen braunen Haaren und einer runden Nickelbrille. Leger gekleidet, locker, fröhlich, unkompliziert. Er sieht aus, als mache er seine Arbeit so ganz nebenbei, zwischen Kaffee und Pausengong. Irgendwo am sonnigen, offenen Fenster. Herrlich entspannt. Joachim ... ja, mit ihm kann ich mir alles vorstellen. Auch zu arbeiten. So locker, wie er scheint, so locker schmeißt er mich ohne Vorwarnung in seine, nein, vor seine Klasse. Erste Probestunde. Lächelnd sitzt er hinten im Raum und lässt mich stammeln, stottern, scheiter

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