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Hinter den Wolken die Sterne Roman von Center, Katherine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.05.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Hinter den Wolken die Sterne

Wenn du am Boden liegst, sieh nach den Sternen!
Maggie und Chip. Sie sind schön, jung, erfolgreich: das perfekte Paar. Als Chip Maggie überredet, in eine kleine Cessna zu steigen, und er ihr hoch über den Wolken einen Heiratsantrag macht, glaubt sie sich am Ziel ihrer Träume. Doch bei der Landung gibt es Turbulenzen, die kleine Maschine überschlägt sich und fängt Feuer. Schwer verletzt kommt Maggie im Krankenhaus zu sich und muss feststellen, dass nichts mehr so sein wird wie zuvor. Langsam und schmerzlich kämpft sie sich ins Leben zurück. Bis sie schließlich erkennt, dass das wahre große Glück nicht unbedingt perfekt sein muss ... Katherine Center wuchs in Houston, Texas, auf, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und den gemeinsamen Kindern lebt. Nach dem Studium arbeitete sie als Lehrerin und Buchhändlerin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihre Romane sind bittersüße Geschichten darüber, wie wir wieder aufstehen, wenn uns das Leben auch mal zu Boden wirft.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 20.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641231026
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: How to Walk Away
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Hinter den Wolken die Sterne

1

Die größte Ironie an der Sache ist, dass ich schon immer Angst vor dem Fliegen hatte.

Immer. Seit ich denken kann.

Ich konnte es einfach nicht begreifen, ja, fand es sogar ein bisschen arrogant. Warum sollte man sich in die Luft erheben, wenn einen die Schwerkraft ganz eindeutig auf der Erde halten wollte?

Während meiner Highschool-Zeit haben meine Eltern einmal mit mir und meiner großen Schwester Kitty Urlaub auf Hawaii gemacht, und meine Angst wegen des Hin- und Rückflugs hat sich erst gelegt, als wir wieder zu Hause waren. "Wir fliegen nach Hawaii" war für mich gleichbedeutend mit: "Wir werden im Ozean ertrinken". Also legte ich mir vorsichtshalber in der Woche vor der Reise eine Reihe von Überlebensstrategien zurecht.

Ich selbst war damals noch in der Mittel-, Kitty aber bereits in der Oberstufe, also hatte sie automatisch mehr Ahnung. Ich krabbelte zu ihr ins Bett und sah sie fragend an.

"Hast du schon einen Plan?"

Meine Schwester hatte ihr Gesicht im Kopfkissen vergraben. "Einen Plan? Wofür?"

"Für den Fall, dass das Flugzeug abstürzt."

"Wie, abstürzt?" Endlich öffnete sie die Augen.

"Ins Meer. Wenn wir nach Hawaii fliegen."

Sie sah mich an. "Wir stürzen ganz bestimmt nicht ab."

"Mein Gefühl sagt mir was anderes."

"Jetzt beschreist du es."

"Das ist mein voller Ernst. Wir brauchen eine Überlebensstrategie."

Sie tippte mir mit ihrem Zeigefinger an die Stirn. "In solchen Fällen gibt es keine Überlebensstrategie."

"Aber es muss doch eine geben."

"Nein." Sie schüttelte den Kopf. "Denn wenn wir nicht abstürzen, brauchen wir auch keine Überlebensstrategie. Und falls wir doch abstürzen ..." Sie sprach nicht weiter, aber ich verstand sie auch so.

"... brauchen wir auch keine Überlebensstrategie."

Sie nickte knapp. "Ja, denn dann sind wir tot." Sie schnippte mit den Fingern.

"Du tust so, als wäre das ganz einfach."

"Sterben ist ja auch einfach. Nicht zu sterben, das ist das große Kunststück."

"Wahrscheinlich hast du recht."

Sie machte ihre Augen wieder zu. "Natürlich habe ich recht. Deswegen bin ich ja auch die Schlaue in der Familie."

"Ich dachte immer, ich bin die Schlaue." Ich versetzte ihr einen sanften Stoß.

Kitty rollte sich zur Wand. "Du bist die Hübsche, das weißt du doch."

Unglaublich, aber wahr: Wir haben den Hawaii-Trip überlebt.

Genau wie ich danach noch viele andere Flüge überlebt habe. Ich kannte die Statistiken, dass das Flugzeug das sicherste Verkehrsmittel ist, sicherer als Autos, Züge und selbst Gondeln. Ich hatte sogar einmal ein Praktikum bei einem Unternehmen gemacht, das direkt neben einem internationalen Flughafen gelegen war. Dort konnte ich von früh bis spät zusehen, wie die Flugzeuge ohne das geringste Problem starteten und landeten. Man könnte also meinen, dass ich meine Flugangst schon lange überwunden haben sollte.

Trotzdem blieb mir das Gefühl, dass "fliegen" und "abstürzen" dasselbe waren.

Bis heute - und ausgerechnet ich war mit jemandem zusammen, der gerade seinen Pilotenschein machte. Es war etwas Ernstes zwischen uns. So ernst, dass ich das Gefühl hatte, dass wir uns an diesem speziellen Samstagabend nicht nur trafen, um meinen noch nicht offiziellen, doch so gut wie sicheren neuen Traumjob zu feiern. Sondern ich rechnete fest damit, dass er mir einen Heiratsantrag machen würde, und hatte deshalb extra ein trägerloses schwarzes Sommerkleid angezogen.

Vermutlich hätte ich mich irgendwann mal fragen sollen, ob Charles Philip Dunbar, dieser sportliche, charmante junge Mann, trotz seiner Flugbegeisterung tatsächlich der perfekte Partner für mich war. Er stürzte sich enthusiastisch auf die Fliegerei und andere Risikosportarten wie Tauchen oder Bungeejumping. Er glaubte unerschütterlich an eine feste Ordnung aller Dinge, an die Prinzipien der

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