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Hochzeitsnacht im Winterwald von Gerard, Cindy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.12.2016
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Hochzeitsnacht im Winterwald

Durch tiefen Schnee muss Barbara die Blockhütte von Abel Greene erreichen - einem völlig Fremden. Für eine sichere Zukunft ist Barbara seiner Heiratsanzeige gefolgt. Doch hat sie die Macht der Gefühle unterschätzt?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 05.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956499968
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Größe: 543 kBytes
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Hochzeitsnacht im Winterwald

1. Kapitel

"Vielleicht siehst du viel zu schwarz. Vielleicht hast du dich gar nicht verirrt. Ja, ja, und vielleicht geht die Sonne überhaupt nicht im Westen unter", murmelte Barbara Kincaid mit klappernden Zähnen vor sich hin und fragte sich, womit sie das alles verdient hatte. Die Ironie des Ganzen war nicht mehr zu überbieten. Wie sonst hätte das Schicksal sie von einer lebensbedrohenden Situation mitten hinein in die nächste führen können?

"Du hast zu viel hinter dir, um dich von ein bisschen Kälte und Schnee kleinkriegen zu lassen, Kincaid", beschwor sie sich in dem Bemühen, den eisigen Wind und den immer tiefer werdenden Schnee herunterzuspielen. Doch es war nicht zu übersehen, wie schwer ihr kleiner Bruder dagegen anzukämpfen hatte.

"Sieh es mal positiv." Sie klammerte sich sozusagen an ihren letzten Rest Optimismus. "Schließlich lernst du was dabei."

In der letzten halben Stunde hatte sie zum Beispiel gelernt, dass sie eigentlich nie gewusst hatte, was Kälte war. Doch dieser Schneesturm hier in Minnesota und die frostigen Blicke ihres Bruders hatten sie eines Besseren belehrt. Wenn der kalte Wind und der Schnee, der an ihren Knöcheln und Jeans klebte, sie nicht demnächst erstarren ließen, dann würde Mark schon dafür sorgen, mit seinem vorwurfsvollen Schweigen, das nur ein schlecht gelaunter Fünfzehnjähriger so hartnäckig aufrechterhalten konnte. Lustlos stapfte er neben ihr durch Schneewehen von gut einem halben Meter.

"Muss das alles denn wirklich sein?", murmelte sie mit Blick zum Himmel. Ihre verzweifelte Entscheidung, die sie hierhergeführt hatte, lastete schwer auf ihr, ebenso die Lüge, die sie auftischen würde. Dagegen war ihre Nylon-Reisetasche, die ihre gesamte Habe enthielt, geradezu leicht. Mark, dessen dunkles Haar schneeverkrustet war, mühte sich mit seiner eigenen Reisetasche ab. Seinen heiß geliebten Radiorekorder, den er den ganzen Weg aus L. A. mitgeschleppt hatte, drückte er schützend an die Brust wie einen kostbaren Schatz.

Barbara zog die Kapuze ihrer dünnen roten Jacke zurecht. Doch sie bot nicht viel Schutz vor dem Schnee, der ihr ins Gesicht wehte.

"Kopf hoch, Kincaid", befahl sie sich. "Du schaffst das. Auch wenn du frierst. Auch wenn du erschöpft bist. Aber du kannst jetzt nicht aufgeben. Es steht zu viel auf dem Spiel."

Immerhin Marks und ihr Leben.

Es schien ihr eine halbe Ewigkeit her zu sein, seit sie mit Mark in den Bus gestiegen war. Die Reise hatte sechsunddreißig Stunden gedauert und sie vom sonnigen Süd-Kalifornien durch endlose Wüste, wildes Gebirge und die winterlichen Ebenen des Mittelwestens hierhergeführt: nach Nord-Minnesota. Ihr kam es vor wie die Arktis.

Sie hatte damit gerechnet, dass ihr Ziel abgelegen sein würde. Allerdings nicht, dass sie in den Schneesturm des Jahrhunderts geraten und sich deswegen verirren würden.

"Manche Leute würden das als tolles Abenteuer ansehen", versuchte sie Mark zähneklappernd Mut zu machen. Dabei fragte sie sich, ob ihre Lippen genauso blau waren wie die ihres Bruders.

Mark ging nicht darauf ein. Er behielt seine Meinung für sich. Zum Glück seit etwa einer Stunde - sonst hätte er noch den einzigen Menschen weit und breit vergrault, einen freundlichen Holzfäller, den sie an der kanadischen Grenze getroffen hatten und der ihnen angeboten hatte, sie in seinem Wagen mit Vierradantrieb die dreißig Meilen bis zu ihrem eigentlichen Ziel mitzunehmen.

"Sein Blockhaus liegt etwa eine halbe Meile diesen Weg hinunter", hatte der Holzfäller erklärt, nachdem er sie am Waldrand abgesetzt hatte und sie ihm gesagt hatte, wohin sie wollten.

Blockhaus. Eine romantische Vorstellung, bis er hinzugefügt hatte: "Ich würde Sie ja hinfahren, aber der Mann ist ein klein wenig eigen, was das Betreten seines Grund und Bodens betrifft. So, und nun verliert keine Zeit. Dieser Sturm scheint sich zu einem wahren Prachtexemplar zu entwickeln."

Na wunderbar, hatt

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