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Holly. Die verschwundene Chefredakteurin Band 1 von Friedrich, Anna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.06.2016
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Holly. Die verschwundene Chefredakteurin

Holly: Jede Frau hat ein Geheimnis. Holly ist die glamouröseste Frauenzeitschrift auf dem Markt. Holly sagt, was Mode ist, und bestimmt die Trends. Die Jobs in der Reaktion sind hart umkämpft und heiß begehrt - Machtspiele und Intrigen sind an der Tagesordnung. Dementsprechend nervös ist die junge Simone Pfeffer vor ihrem Treffen mit der Chefredakteurin Annika Stassen. Die Grande Dame der Medienwelt gilt als ausgesprochen kühl, und wie befürchtet ist sie nicht gerade begeistert von Simones ungewöhnlicher neuer Rolle in der Redaktion. Doch dann passiert etwas Unbegreifliches: Annika Stassen verschwindet spurlos und bleibt unauffindbar. Was steckt dahinter? Ein Skandal? Ein Verbrechen? Plötzlich ist Deutschlands größtes Frauenmagazin führungslos. Und das Chaos bricht aus ... Anna Friedrich ist ein Pseudonym. Gäbe es sie wirklich, würde sie in Hamburg leben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 13.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641205218
    Verlag: Goldmann
    Größe: 601 kBytes
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Holly. Die verschwundene Chefredakteurin

Montag, 2. Februar

1

Ihr neues Leben beginnt mit einer überraschend steilen Treppe. In engen Windungen schraubt sie sich vier Stockwerke nach oben bis unters Dach. Fahrstuhl: nein.

Simone Pfeffer hat die riesige blaue Adidas-Tasche umhängen, die irgendwie immer zu schwer ist, schon wenn nichts drin ist, aber jetzt, vollgepackt mit Klamotten, Schuhen, Rechner und dem Stapel Magazinen wiegt sie so viel wie ein Schiffscontainer. Schon im Zug war das Ding die Pest, rein ins Gepäcknetz, raus aus dem Gepäcknetz, dann die drei Ebenen im Berliner Hauptbahnhof, die S-Bahn, der Fußweg hierher.

Die Tasche ist das Einzige, was vom schönen Carl geblieben ist, dem einzigen Schwarzen, mit dem sie je zusammen war, Carl, der Franzose. Manchmal hat sie den Verdacht, dass er bei der Trennung aus Rache Metallplatten in die Tasche eingenäht hat, damit sie bei der Erinnerung an ihn leidet. Oui, oui, Carl konnte nähen. Sah aus wie ein Rugbyspieler, war aber Kostümbildner. Behauptete er jedenfalls. Kostümbildner an einem Theater in Bordeaux. Zu einem Besuch dort ist es nie gekommen, den Großteil ihrer gemeinsamen Zeit hatte er sich in Simones Wohnung in Hamburg eingenistet. Kostümbildner haben wohl keine so strengen Arbeitszeiten ... Lange her. Drei Jahre schon? Ja, drei Jahre.

Die Treppe endet auf einem kleinen Plateau vor einer ziemlich massiven einzelnen Wohnungstür, die anders aussieht als die Türen, an denen sie vorbeigegangen ist. Teurer. Simone lässt den Schiffscontainer auf den Boden plumpsen und kramt aus ihrer Handtasche den Schlüssel hervor, den ihr eine Sekretärin der Verlegerin gestern in Hamburg ausgehändigt hat. "Es ist klein dort, aber sehr nett", hat diese Sekretärin gesagt - und schnell hinzugefügt: "Heißt es." Sie darf diese Verlagswohnung sicher nicht kennen oder es sich jedenfalls nicht anmerken lassen, falls doch. Der Schlüssel sperrt mit einem tiefen metallischen Klacken auf, das nach Sicherheit klingt. Und jetzt sieht Simone, dass ihr Name schon am Namensschild angebracht ist. Schwarze Buchstaben auf Messing. Ganz netter Aufwand, denkt sie, dafür dass die Verlegerin nur von ein paar Wochen, höchstens drei Monaten geredet hat.

Das Apartment besteht aus einem größeren Raum mit offener Küche, Tisch und Sofa - und einem kleinen Raum mit großem Bett. Eine kurze Diele verbindet die beiden Räume, es gibt Schiebetüren, die jetzt offen stehen, ein kleines Badezimmer mit Dusche, keine Wanne. Der größere Raum hat breite Fenster zur Straße, man sieht den Eingang zu den Hackeschen Höfen, hört die Straßenbahn. Das Schlafzimmer hat eine kleine Terrasse nach hinten raus, man blickt über Dächer auf eine Kirche. Simone Pfeffer kennt sich ganz gut aus in Berlin, besonders hier in Mitte, aber wie diese Kirche heißt, keine Ahnung. Es ist ein überraschend schöner Tag, ein Geschenk am Anfang des Monats Februar. Nachmittag, die Sonne steht tief.

Simone holt aus der Adidas-Tasche die Magazine, aus ihrem dunkelblauen Parka eine Schachtel Lucky Strike und setzt sich auf die Holzliege, die auf der Terrasse steht. Drei Wochen lang hat sie keine einzige Zigarette geraucht, aber jetzt ... ist einfach alles zu aufregend. Dafür ist sie viel gelaufen in letzter Zeit, fast jeden Morgen, und sie hat am Wochenende nichts getrunken. Das war nicht leicht, weil Lilly und Sven sie in Hamburg besucht haben. Simone zündet die Zigarette an, bläst den Rauch Richtung Geländer, auf dem eine Taube sitzt. Der Rauch stört sie nicht.

Die Magazine: die letzten zwölf Ausgaben der Zeitschrift Holly. Ein ganzes Jahr Holly liegt da vor ihr. Und gleich auf der ersten Seite nach dem Cover lächelt immer die Chefredakteurin. Nicht nur ein Gesicht wie bei anderen Zeitschriften. Man hat Annika Stassen immer szenisch fotografiert. Im Frühjahr auf dem Fahrrad, im Dezember in der Küche beim Backen von Weihnachtsplätzchen. Mal am Rednerpult bei einer politischen Konferenz, im Sommer mit einem Cocktail am Pool. Es si

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