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Horror Factory - Glutherz von Buslau, Oliver (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.10.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Horror Factory - Glutherz

HORROR FACTORY: Neue Horror-Geschichten. Deutsche Autoren. Digitale Originalausgaben. Das ganze Spektrum des Phantastischen. Von Gothic bis Dark Fantasy. Vampire, Zombies, Serienmörder und das Grauen, das in der menschlichen Seele wohnt. Erscheint monatlich. Jeder Band in sich abgeschlossen.

Wer ist das Mädchen, das in einer dunklen Dachkammer, mitten in einer feindlichen Umgebung, zu Bewusstsein kommt? Ein Mensch oder ein Automat? Wer hat sie in diese Welt gebracht - und warum? Ein geheimnisvoller Fremder erklärt ihr, dass sie in großer Gefahr schwebt. Olympia nimmt die Suche nach ihrer Herkunft auf, die sie durch das Berlin vergangener und heutiger Zeiten führt.

Nächste Folge: 'Tief unter der Stadt' von Christian Weis.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 80
    Erscheinungsdatum: 16.10.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838749655
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1863kBytes
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Horror Factory - Glutherz

1

Das Erste, was ich spürte, war ein pulsierendes Pumpen, das meinen Körper erfüllte. Lange, bevor ich die Augen öffnen konnte und meine Umgebung in mich aufnahm, war da dieses Pulsieren.

Und eine Stimme ...

"Olympia", flüsterte sie. "Olympia – du hast jetzt dein Herz. Vergiss nicht ... Du heißt Olympia ..."

Da sprach ein alter Mann. Heiser und kaum lauter als ein Rascheln. Ein leichtes Knistern von trockenem Laub, das der Wind bewegt.

"Olympia ... Hörst du mich?"

Ja, ich hörte ihn, durch das dumpfe Pumpen hindurch. Aber ich konnte nicht antworten. Instinktiv war mir klar, was ich tun musste. Die Kiefer bewegen, die Zunge nach hinten ziehen.

"Olympia ... Bleib hier und warte auf mich, hörst du?"

Ich versuchte zu antworten. Ein vielleicht ebenso leises "Ja" hervorzubringen. Aber irgendetwas gehorchte mir nicht.

Erst später sollte mir klar werden, dass es meine Gelenke, meine Knochen und Sehnen waren, meine Muskeln und Nerven. Ich hatte sie noch nicht im Griff, war unbeholfen und steif. Doch ich musste einen Laut hervorgebracht haben, der den Mann in meiner Nähe zufriedenstellte, denn plötzlich hörte ich ihn nicht mehr.

Ich öffnete die Augen.

Und erschrak.

Vor mir pulste etwas in Rot durch dämmriges Licht. Es leuchtete im selben Takt, in dem ich das Pulsieren spürte, auf. Der Schreck ließ mich zusammenfahren, und dabei sah ich, dass dieses glühende Etwas zu einem Ding gehörte, das vor mir stand. Zu einem Wesen, das ich nur in Umrissen erkennen konnte. Gleichzeitig ertönte ein Knirschen, ein Poltern auf hölzernem Untergrund.

Nach und nach gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit. Es gelang mir, den Kopf zu bewegen – und das Wesen vor mir wackelte ebenfalls mit dem Kopf. Das glühende Ding steckte in der oberen Hälfte seines Körpers, und irgendwann verstand ich, dass ich in einen Spiegel sah. Die Kreatur da vor mir war ich. Das Pulsierende schien das einzige wirklich Deutliche an mir zu sein. Der restliche Körper war unfertig und lag im Dämmer.

Ich weiß nicht, wie lange es dauerte, bis mir klar wurde, dass ich in einer Kammer stand. Der Spiegel gehörte zu einem alten Schrank.

Schwaches Licht drang durch ein kleines Fenster im Dach, und nach und nach wurde mir bewusst, dass von dort ein Geräusch hereindrang. Ein helles Prasseln. Ich erkannte schlierenartiges Wasser auf der schrägen Scheibe.

Es regnete. Nein, es schüttete sogar.

Und es war Nacht. Der Himmel dunkel. Woher das schwache Licht kam, wusste ich nicht. Ich hatte keine Ahnung, was Straßenlaternen waren. Noch nicht.

Etwas donnerte, rumpelte, ließ das Haus erzittern.

Ein Schrei, dann ein Stöhnen.

Es musste von außerhalb der Kammer kommen.

Endlich gelang es mir zu sprechen. Viel zu spät, denn die Frage des alten Mannes, den ich nirgends entdecken konnte, war längst verklungen.

Ich gab ein wimmerndes, leises "Ja" von mir.

Als Antwort kam nur weiteres Gerumpel, das sich aber in der Ferne verlor. Und es kam mir vor, als wandere es nicht nur weg von mir, sondern hinab in eine unbekannte Tiefe, irgendwo da draußen jenseits der Tür.

Ein dunkler Schatten erschien über mir. Mit einem Ruck bewegte ich den Kopf nach oben.

War das wieder ein Spiegelbild? Nein, da oben hinter der Scheibe war jemand. Etwas hatte sich zwischen dem unablässig niederrauschenden Regen und das Fenster geschoben. Es war kein Gesicht, es waren keine Augen zu erkennen, aber ich spürte es: Es sah herein. Es sah mich an.

Ich wich zurück. Im Spiegelbild hatte ich erkannt, dass hinter mir, in

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