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Hot Toque Weitere scharfe Storys aus Schweizer Küchen. von Benz, Felix (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.02.2014
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
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Hot Toque

'... viele Menschen haben nach wie vor keine Ahnung, was wirklich hinter verschlossenen Kühlraumtüren und in drückend heißen Gastronomieküchen alles so abgeht ... sonst würden sie sicherlich nicht mehr mit so viel Vorfreude auswärts essen gehen ...' Felix Benz, Koch und Buchautor Nach seiner Heirat in Rarotonga arbeiten Felix Benz und seine Frau auf der Trauminsel im Südpazifik. Durch widrige Umstände sehen sie sich gezwungen, ihre Zelte auf der Insel für unbestimmte Zeit abzubrechen. Eine Auszeit im Paradies ist angesagt. Der Zufall verschlägt die beiden nach St. Moritz im Engadin, wo Marion als Floristin und Felix als Koch zu arbeiten beginnen. Der Kultur- und Klimaschock ist enorm! Angespannt warten die beiden auf gute Nachrichten aus Rarotonga.

Felix Benz, geboren 1968, ist Koch. Seit seinen vier Lehrjahren Mitte der Achtzigerjahre in Zürich, seinem Heimatort, ist er in der Weltgeschichte herumgetingelt. Er arbeitete in England, Israel, Südafrika, Botswana, Zimbabwe, Bermuda, Neuseeland und den Cookinseln. Zurück in der Schweiz kochte er in verschiedenen Restaurants im Großraum Zürich sowie für mehrere ganzschweizerisch tätige Catering-Firmen. 2008 gründete er seine eigene kleine Catering- und Dekorationsfirma seasoning.ch, die er zusammen mit seiner Frau Marion (Floristin) führt. 2010 veröffentlichte er sein Debüt-Buch 'Wok'N'Roll' (Bastei Lübbe Verlag, Köln). www.seasoning.ch

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 25.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990380147
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 1637kBytes
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Hot Toque

1 – Mururoa Toast

Die Zukunft gehörte uns.

Nun war ich tatsächlich ein verheirateter Mann. Zwei Tage nach meinem achtundzwanzigsten Geburtstag hatte ich meine Jugendliebe Marion geheiratet. Am Strand von Titikaveka, vor unserem Haus auf unserer geliebten Insel Rarotonga im Südpazifik. Ich war glücklich!

Es war ein Montagmorgen im August und die Klivien blühten in unserem Garten. Der kühlste Monat des Jahres. Trotzdem waren es um sieben Uhr bereits über 20 Grad. Marion radelte wie gewohnt nach Avarua und trank dort mit Mama Matakino ihren Morning Tea, bevor sie in die Blumen-Werkstatt ging und dort mit ihrer Chefin und der Lehrtochter die Bestellungen für die neue Woche vorbereitete.

Währenddessen saß ich auf unserer Terrasse und überlegte, ob ich zu Fuß gehen oder mit dem Kajak zur Arbeit fahren sollte. Nachdem ich meinen Tee getrunken hatte, entschied ich mich fürs Kajak. Die Sonne schien, ich hatte Zeit. Warum nicht? Ich zog den roten Kunststoffeinbaum in die Lagune und paddelte am Riff entlang in Richtung meines Arbeitsplatzes. Dank eines ausgedehnten Hochdruckgebietes hatten wir seit Tagen ruhiges Winterwetter, sodass die Brecher, die über die Korallen in die Lagune rollten, mich sanft vor sich her in Richtung Hotelstrand trugen. Heute kam ich schnell voran. Manchmal, bei stürmischem Wetter war ich total abgekämpft und verschwitzt, wenn ich am Ziel ankam, und einmal bin ich sogar aus dem Kajak gefallen, als ein Wal auf der äußeren Seite des Riffs aufgetaucht war und mich zu Tode erschreckt hatte. Ich hatte den Riesenwal aus den Augenwinkeln bemerkt und mich instinktiv zur Seite geduckt. Das Kajak hatte sich unter mir gedreht, ich war herausgefallen und hatte meine Mütze verloren. Unter der Mütze transportierte ich, wie immer, meinen Schlüsselbund mit allen Schlüsseln von zu Hause und dem Hotel! Panisch hatte ich mich umgeschaut. Zum Glück war mein Schlüsselanhänger, ein aus Metall gefertigtes silbernes Edelweiß, am Grunde des Meeres gut ersichtlich. Nach einigen missglückten Versuchen schaffte ich es dann doch noch, die Schlüssel zu retten und dabei das Kajak nicht zu verlieren.

Vom Tauchen zwischen den Korallen in mehreren Metern Tiefe schmerzten meine Ohren danach zwei Tage lang und es dauerte Stunden, bis das angesammelte Wasser aus meinen Hörkanälen abgeflossen war.

Den Schlüsselbund befestigte ich fortan immer mit einem Karabinerhaken an meiner Badehose.

Der Ozeanriese, ein Buckelwal, wie ich später herausfand, war leise wieder in die Tiefen des Pazifiks abgetaucht und hinterließ einen nassen, um eine Weisheit klügeren Koch. Man sollte im Kajak nie etwas auf dem Kopf transportieren!

Am Strand vor meinem Arbeitsplatz, dem White Sands Hotel, zog ich mein Kajak bis unter die Büsche neben die Grillstelle. Ein riesiger gelber Hibiskusbaum breitete seine knorrigen Äste über die grob gezimmerte Hütte, die dort windschief im Sand stand und als Freiluftküche diente. Jeden Dienstagabend veranstaltete ich dort meine BBQ-Show mit exklusiven Fischen, saftigen Steaks und den verrückten Wurstkreationen des Mad Butchers Clive. Ich grinste, als ich das Kajak am Baum festband und an Clives neueste Wurstkreation dachte: Schweinefleisch mit Ananas und Kokos! Die Puaka Collada Wurst, wie er sie nannte. Puaka ist Maori und bedeutet Schwein. Und Collada stammt logischerweise von Pina Collada, dem bekannten Cocktail mit Ananas und Kokos. Die Schweine-Collada-Wurst

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