text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Hundeherz (epub) von Ekman, Kerstin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.10.2010
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Hundeherz (epub)

Die Luft ist schneidend, und die Fjällgipfel hüllen sich in Grau. In der einsamen Stille des nordschwedischen Winters verirrt sich ein junger Welpe und ist ohne seine Mutter und seine Menschen hilflos der Natur ausgeliefert. In seinem unterkühlten Körper flattert sein Herz gegen die Kälte und die Nässe wie ein Vogelflügel. Glück und Zufall verhindern, dass er schon in den ersten Tagen verhungert. Bald lernt er Gefahren besser einzuschätzen. Sein Jagdinstinkt erwacht, und es gelingt ihm, den Frühling und den Sommer zu überstehen. Bis er zu Beginn des nächsten Winters einem Menschen begegnet. Ist es vielleicht sein Mensch? "Hundeherz" ist eine mitreißende kurze Geschichte über die Natur, die Einsamkeit und das Leben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 21.10.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492950824
    Verlag: Piper
    Originaltitel: Hunden
    Größe: 428kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Hundeherz (epub)

Wann beginnt ein Ereignis ? Es beginnt nicht. Irgendetwas geht immer voraus. Es beginnt, wie der Bach im Rinnsal beginnt und wie das Rinnsal im sickernden Wasser des Moors. Der Regen bringt das Moorwasser zum Steigen. Im Winter haben die Fichten weite Röcke. Der Schnee ist so hoch, dass er sich mit den untersten Astkränzen verbindet. Wenn der Sturm ihn zusammenfegt, entstehen unter den Fichten Höhlen und Baue. Ein Fuchs kann sich vor Wind und Wetter geschützt dort ein Tageslager suchen. Birkhühner liegen unter den Röcken der Fichten, aber nie unter derselben Wurzel wie der Fuchs. Der kauert sich dort zusammen und wartet auf die Nacht. Auf den Mondschein wartet er und auf den Harsch. Wo beginnt eine Geschichte? Unter einer Fichtenwurzel vielleicht. Ja, unter einer Fichtenwurzel. Dort lag ein kleines graues Wesen. Zusammengerollt, die Schnauze unterm Schwanz. Ein Hund. Aber das wusste er nicht. Er war so klein, dass er unter der Wurzel Platz gefunden hatte. Sie umschloss ihn wie ein knorriger, brauner Arm. Aber sie wärmte nicht. Eine andere Wärme als die seines Körpers hatte er nicht. In ihm war ein Loch. Er konnte nicht denken: Wärme, Gesäuge, Zitzen, Milch. Er erinnerte sich nicht an den Bauch der Hündin und dessen lichtes weißes Fell und auch nicht an den Glanz ihrer gelben Augen, wenn sie alle saugten. Er konnte sich nicht erinnern. Es war lediglich ein großes Loch in ihm, ein Nagen, ein Hunger nach Wärme und nach diesem kräftigen Lauwarmen, das das Maul füllte, nach dem Biss der Hündin ins Nackenfell und dem Maulwinkellecken, wenn sie mit fremden Gerüchen im Fell von draußen kam. Wie war er unter die Fichte geraten? Daran erinnerte er sich nicht, und er hätte es auch nicht erzählen können. Ihr Herr fuhr mit dem Schneescooter auf den See. Er wollte angeln. Aber die Hündin hatte ihn die grüne Jacke vom Haken nehmen sehen und meinte nun, sie würden jagen gehen. Es war nicht die rechte Zeit. Das sagte ihr der Geruch der Märzluft. Still und aufmerksam saß sie auf der Vortreppe. Als der Scooter um die Ecke des Holzschuppens gebogen kam, sah sie mit ihren schwachen Augen den Gewehrlauf. Glaubte sie. Es war der Eisbohrer, den ihr Herr am Rucksack festgebunden hatte. Er hatte nicht nach ihr gerufen. Hatte nicht gesagt, wo es hingehen sollte. Doch die grüne Jacke, der Gewehrlauf ! Die Ohren nach vorn gerichtet, blieb sie reglos sitzen, bis der Scooter zwischen den Kiefern auf dem Moorsee verschwand. Da lief sie schließlich los. Jagen! Und der Welpe ihr hinterher. Es war eine breite Scooterspur mit körnigem Raupenmuster. Sie roch nach Benzin und Öl und nach der Mutter. Er rannte auf kurzen Läufen, watschelte dahin. Bald sah er sie nicht mehr. Den Motor hörte er noch. Dann wurde es still, und er war auf dem langen weißen Band, das auf den See hinausführte, allein. Der Mann fuhr zum Bootsanleger der Alm hinüber und machte einen Abstecher zur Almhütte, um dort oben nach dem Rechten zu sehen. Dann fuhr er wieder auf den See. Dass die Hündin dabei war, bemerkte er erst, nachdem er angehalten hatte. Sie war abgehetzt, als sie ankam. Mit hängendem Gesäuge. " Dummerchen ", sagte er. " Hast gedacht, es geht auf die Jagd? " Er bohrte die zugefrorenen Löcher auf, und dann angelte er. Die Luft war scharf, und die Fjällgipfel hüllten sich in Grau. Die Hündin saß neben ihm und blinzelte aus gelben Augen. Mit unruhiger Nase nahm sie Witterung auf, und während sie auf ihn wartete, stapfte sie hin und wieder um die Löcher herum. Er fing nichts. An der Schnur bildete sich Eisschorf, als er sie in dem kalten schwarzen Wasser rauf und runter bewegte. Ein Schneegestöber zog über den See, ein grauer Wirbel. Sie nieste. Da sagte ihr Herr: "Sollten heimfahren jetzt. " Er fuhr langsam, damit sie nicht so schnell rennen musste. Er machte jedoch einen Bogen und kehrte nicht auf derselben Spur zurück. Als er nach Hause kam, stand seine Frau auf der Vortreppe, die Hände in den Pulloverärmeln. Der Schnee stob, u

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen