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Hurenmord - Die Rose von Whitechapel Historischer Roman von Koenig, Tabea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.09.2019
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Hurenmord - Die Rose von Whitechapel

Ein historischer Roman im viktorianischen England um Liebe, Verrat und Sehnsucht und den berühmtesten Serienmörder Großbritanniens 'Jack the Ripper' Whitechapel, 1888: Die junge Witwe Christine Gillard macht eine schwierige Zeit durch. Einst eine ehrlose Hure aus Glasgow, leitet sie heute in Whitechapel ein Frauenhaus. Der Körper ihres verstorbenen Gatten ist kaum erkaltet, da beginnen in ihrer Einrichtung die grausamsten Morde der Londoner Geschichte. Zusammen mit ihren Freunden Liam und Emily unterstützt Christine die Polizei bei den Ermittlungen. Dabei kommt sie nicht nur dem attraktiven Inspektor John Pike näher, sondern auch in das Visier von 'Jack the Ripper'... 'Hurenmord - Die Rose von Whitechapel' ist der zweite Teil einer Romanserie aus dem viktorianischen England. Der erste und dritte Band sind ebenfalls bei Piper Schicksalsvoll erschienen. 'Hurenmord' ist auch ohne Kenntnis von Teil 1 lesbar. Vergangene Zeiten und malerische Orte: Tabea Koenig wird 1992 in der Schweiz geboren, wo sie Soziale Arbeit und Kulturvermittlung studierte. Gemeinsam mit ihrem Mann unternimmt sie 2014 eine erste Rundreise durch Schottland, wo sie sich beide in die Gegend verlieben. Koenig, die schon immer von historischen Geschichten und insbesondere vom Viktorianischen Zeitalter begeistert war, findet in der malerischen Gegend Schottlands die Inspiration, ihren Traum zu verwirklichen und ihren ersten Roman zu schreiben. 2019 feiert sie mit 'Hurentochter - Die Distel von Glasgow' ihren Debütroman, der gleich den Auftakt einer Trilogie darstellt. Erschienen ist die Reihe im Piper Verlag. Koenig lebt in Basel, träumt aber bereits von ihrer nächsten Schottland-Reise.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 02.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492985420
    Verlag: Piper Verlag
    Serie: Piper Taschenbuch 50242
    Größe: 4412 kBytes
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Hurenmord - Die Rose von Whitechapel

2. Kapitel

London, Juni 1888

"Fester, Mable."

"Sind Sie sicher, Madame? Ich habe Sie schon sehr stark eingeschnürt."

"Ja, Mable. Wenn es enger ist, dann habe ich weniger Luft zum Atmen, und dann weine ich nicht. Ich kann es mir nicht leisten, schon wieder in Tränen auszubrechen."

Christine nahm durch das Spiegelbild den besorgten Gesichtsausdruck ihrer Zofe wahr. Dennoch folgte Mable ihrer Anweisung und zog das Korsett so fest zu, dass Christine sich kaum aus eigener Kraft halten konnte.

Als Nächstes half Mable ihr in ein Leibchen und in ihren voluminösen Unterrock. Bis hierhin war alles so wie immer. So kleidete ihre Zofe sie seit Jahren täglich an. Doch im nächsten Moment brachte Mable eine schwarze Monstrosität hervor, die alles Licht im Raum zu verschlingen drohte. Wie all ihre Haute Couture stammte auch dieses Kleid von Charles Frederick Worth, doch im Gegensatz zu ihrer restlichen Garderobe würde es ihr keine Freude bereiten.

Christine schluckte und ließ sich von Mable das Trauerkostüm anlegen. Für mehrere Monate würden nun Kleider wie dieses ihre Schränke füllen.

Während Mable an der langen Knopfleiste arbeitete, blickte Christine apathisch aus dem Fenster. Diese schreckliche Korrespondenz, die gemacht werden musste und Christine davon abhielt, in Ruhe zu trauern. Der Körper ihres Gatten war kaum erkaltet, da musste sie mit Henrys Kindern zusammensitzen und die Hinterlassenschaft klären. Klären? Wohl eher darüber streiten, denn insbesondere Adrian, Henrys ältester Sohn, hatte seine junge Stiefmutter nie akzeptieren können. Aus Respekt vor seinem Vater hatte er sich mit seinen Einwänden zwar stets bedeckt gehalten, aber aus seiner heimlichen Missgunst hatte er nie einen Hehl gemacht.

Hätten sie damit nicht noch ein paar Tage warten können? Wenigstens bis nach der Einäscherung?

Adrian hatte auf den heutigen Tag bestanden, er sei sehr beschäftigt. Wahrscheinlich aber wollte er sich einfach einer Sache vergewissern: Trauerte Christine Gillard, die nun mit dreißig Jahren zu den reichsten Frauen Londons gehörte, wirklich aufrichtig um den Verlust ihres vierzig Jahre älteren Gatten? Oder lachte sie sich heimlich ins Fäustchen, weil der alte Narr ihr, einer einstigen Hure, einen Ring an den Finger gesteckt hatte? Dieser Ring war der einzige Grund, warum sie noch hier stand. Christine hatte es schon zur Genüge miterlebt: Vermeintlich abgesicherte Kurtisanen, die nach dem Ableben ihrer Gönner von den Angehörigen aus dem Haus gezerrt und verbannt wurden. Das konnte ihr zum Glück nicht passieren. Aber sie musste auf der Hut bleiben. Sie hatte ihren Schutz verloren, war verletzlicher denn je.

"Ich wünschte, ich könnte sie wieder fortschicken, diese Hyänen", sagte Christine mehr zu sich als zu Mable. "Ich hoffe, Mr. Eaton kommt nicht auf die Idee, sie auch noch zu verköstigen. Sie sollen gleich wieder gehen, sobald wir fertig sind."

"Warum heißen Sie Mr. Eaton nicht, den Termin zu verschieben, Madame?", fragte Mable. "Ich finde, Sie haben ein Recht darauf. Es ist noch viel zu früh, um über Geld zu sprechen. Wenn das anständige Menschen sind, würden sie so etwas nicht von Ihnen verlangen."

"Aber es sind keine anständigen Menschen. Du weißt doch, Mable, dass sie selbst Henry fremdgeworden sind. Dass sie die Kaltherzigkeit ihrer Mutter geerbt haben und dass sie unsere Heirat für sehr ... unklug hielten."

Schmerzvoll erinnerte sie sich daran, wie sie damals einem Gespräch zwischen Henry und seinem Sohn gelauscht hatte. "Was hat diese Frau für einen Narren aus dir gemacht, Vater! Ein Frauenhaus für gefallenes Gesindel! Du beschmutzt das Andenken unserer Mutter!"

"Ich weiß nicht, Madame", holte Mable sie aus ihren Gedanken. Die Zofe seufzte. "Das ist alles so schrecklich. Ich wünsche mir doch nur etwas mehr Verständnis Ihnen gegenüber."

"Ich weiß dein Mitgefühl zu schätzen", sagte Christine. Sie drehte sich zu ihre

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