text.skipToContent text.skipToNavigation

Ich, Eleanor Oliphant von Honeyman, Gail (eBook)

  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Ich, Eleanor Oliphant

Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand

Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus - und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen.

Mit ihrem Debüt 'Ich, Eleanor Oliphant' ist Gail Honeyman ein anrührender Roman mit einer unvergesslichen Hauptfigur gelungen. Ihre erfrischend schräge Sicht auf die Dinge zeigt uns, was im Leben wirklich zählt. Liebe. Hoffung. Ehrlichkeit. Und vor allen Dingen die Freundschaft.

'Absolut mitreißend.' Jojo Moyes

Produktinformationen

    Größe: 1888kBytes
    Herausgeber: Bastei Lübbe AG
    Untertitel: Roman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 525
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783732539697
Weiterlesen weniger lesen

Ich, Eleanor Oliphant

1

Wenn ich gefragt werde - von Taxifahrern, beim Friseur -, was ich so mache, antworte ich immer, dass ich im Büro arbeite. In bald acht Jahren ist noch niemand auf die Idee gekommen, sich danach zu erkundigen, welche Art von Büro oder was genau ich dort mache. Vielleicht liegt es ja daran, dass ich der Vorstellung, die man sich von einer Büroangestellten macht, so exakt entspreche. Oder vielleicht hat auch jeder sofort ein Bild im Kopf, wenn er "arbeitet im Büro" hört: Frauen am Kopierer. Männer am Computer. Klingelnde Telefone. Wer weiß. Aber ich will mich nicht beklagen. Nach anfänglichen Versuchen habe ich es längst aufgegeben, andere in die Finessen der Debitorenbuchhaltung einzuweihen. Als ich frisch dort angefangen hatte, habe ich auf die Frage, was ich so mache, immer erwidert, dass ich in einer Grafikdesign-Agentur arbeite, und wurde dann sofort für eine Kreative gehalten. Irgendwann war ich es schließlich leid, mir anschauen zu müssen, wie lebhaftes Interesse und freudige Überraschung meines Gegenübers unverhohlener Langweile wichen, wenn ich erklärte, dass ich ausschließlich im Büro arbeitete und nicht mal in die Nähe von Zeichenstiften und Grafikprogrammen käme.

Ich bin jetzt bald dreißig Jahre alt und habe mit einundzwanzig hier angefangen. Kurz nach der Gründung der Agentur hat Bob, mein Chef, mich eingestellt. Wahrscheinlich tat ich ihm leid. Ich hatte einen Abschluss in Altphilologie und keine nennenswerte Berufserfahrung, zum Vorstellungsgespräch kam ich mit einem blauen Auge, zwei fehlenden Vorderzähnen und einem gebrochenen Arm in Gips. Möglich auch, dass er sich bereits damals dachte, dass jemand wie ich unmöglich Ambitionen haben könnte, die über einen mäßig bezahlten Bürojob hinausgingen. Ich wäre so froh, die Stelle zu haben, dass ich bestimmt nicht kündigen und ihm so die Mühe ersparen würde, sich nach einem Nachfolger umzusehen. Vielleicht ahnte er auch, dass ich meinen Jahresurlaub verfallen lassen, niemals in Flitterwochen fahren oder Elternzeit nehmen würde. Vielleicht. Ich weiß es nicht.

In der Agentur herrscht ein einfaches Zweiklassensystem: Die Kreativen sind die Stars, wir anderen die Statisten. Wer in welche Kategorie fällt, ist auf den ersten Blick ersichtlich, was aber, wie man fairerweise sagen muss, nicht zuletzt auch eine Frage des Gehalts, sprich des schnöden Mammons ist. Uns im Büro bleibt von unserem knappen Lohn nicht viel übrig für modische Kurzhaarschnitte oder trendige Designerbrillen. Unter den Kreativen hingegen gibt es gewisse Marken, Stile, Labels, die unhinterfragt zu bevorzugen sind; Normen, denen sie, obwohl sie sich alle als individuelle und kreative Freigeister verstanden wissen wollen, ausnahmslos entsprechen. Wie eine alberne Uniform.

Aber was interessieren mich die Kreativen, was interessiert mich Grafikdesign. Ich bin Buchhalterin. Im Grunde ist es egal, worüber ich die Rechnungen ausstelle. Güter, Waren, Dienstleistungen. Wir könnten ebenso gut Waffen liefern, Rohypnol oder Kokosnüsse.

Ich arbeite von Montag bis Freitag, fange morgens um 8.30 Uhr an und nehme eine Stunde Mittagspause. Am Anfang habe ich mir belegte Brote von zu Hause mitgebracht, aber die Vorräte verdarben immer, ehe ich sie aufbrauchen konnte, weshalb ich dazu übergegangen bin, mir mittags ein Sandwich zu kaufen. Freitags erledige ich nach der Arbeit meinen Wochenendeinkauf bei Marks & Spencer, mittags sitze ich mit meinem Sandwich im Pausenraum, lese die Zeitung von der ersten bis zur letzten Seite und löse die Kreuzworträtsel. Meist nehme ich den Daily Telegraph , was sich weniger aus einer besonderen Vorliebe erklärt als daraus, dass keine andere Zeitung bessere Um-die-Ecke-gedacht-Rätsel bietet als der Telegraph . Bis ich mein Sandwich gekauft, die Zeitung gelesen und beide Kreuzworträtsel gelöst habe, ist die Stunde fast um, ohne dass ich mich mit jemandem unterhalten musste. Ich kehre an meinen Schreibtisch zurück und

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    ALDI life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier finden Sie alle Ihre eBooks und viele praktische Lesefunktionen.