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Ich fliege nach Singapur, Gruß Jennifer Abenteuer auf dem Kreuzfahrtschiff von Böhne, Gisela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.05.2016
  • Verlag: edition oberkassel
eBook (ePUB)
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Ich fliege nach Singapur, Gruß Jennifer

Es ist Jennys fünfunddreißigster Geburtstag. Jenny glaubt, dass Alexander ihr endlich einen Urlaub zu zweit schenkt. Doch er will wieder im Wohnmobil mit der Clique an die Nordsee fahren. Spontan bucht Jenny für sich eine vierzehntägige Kreuzfahrt durch Südostasien. Auf dem Schiff lernt sie den charismatischen Bastian kennen. Leider ist er nur sieben Tage an Bord, weil er in der zweiten Woche einen Kollegen in Bangkok, Hongkong und Singapur beruflich vertreten muss. Nachdem er das Schiff verlassen hat, hört sie nichts mehr von ihm. Warum meldet er sich nicht?

Gisela Böhne, 1943 in Füssen geboren, Abitur in Bremerhaven, wurde Fremdsprachenkorrespondentin und arbeitete in der Botschaft von Senegal, studierte Romanistik, Geografie und Pädagogik und unterrichtete dreißig Jahre an Realschulen, zuletzt als Konrektorin. Sie leitete Veranstaltungen in der Lehrerfortbildung und moderierte Konzerte einer Bigband. Für ihre Schüler schrieb sie Theaterstücke, die prämiert wurden. Heute lebt sie mit ihrem Mann, zwei Söhnen und deren Familien in Bielefeld. Unter dem Titel 'Unvergessliche Tage' veröffentlichte sie biografische Erzählungen, die mit der Teilung Deutschlands zu tun haben und in den Jahren 1960-2010 spielen. Anregungen zu ihrem Debütroman 'Ich fliege nach Singapur, Gruß Jennifer' bekam Gisela Böhne auf einer Kreuzfahrt durch Südostasien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 250
    Erscheinungsdatum: 23.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958130579
    Verlag: edition oberkassel
    Größe: 2024 kBytes
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Ich fliege nach Singapur, Gruß Jennifer

Jennys Entschluss

J enny stand am Küchenfenster in ihrer Zweizimmerwohnung und sah hinaus in den Schneeregen. War ihr dreißigster Geburtstag wirklich schon fünf Jahre her? Damals hatte Alexander sie zum ersten Mal in seinem Wohnmobil mitgenommen, im Winter an die Nordsee auf den Campingplatz in Greetsiel. Hein in der Bar hatte Akkordeon gespielt und gesungen: "My Bonnie is over the ocean, my Bonnie is over the sea ...", und Alexander hatte auf dem Nachhauseweg mit verführerischer Stimme gesagt: "Oh bring back my Bonnie to me." Er hatte sie geküsst und "my Bonnie" genannt. Das hatte gut geklungen.

Seitdem waren sie ein Paar, ein modernes Paar, wie Alexander betonte, mit zwei getrennten Wohnungen. Er lobte gerne ihre Selbstständigkeit. Ja, es stimmte, sie waren von morgens bis abends in der Boutique zusammen. Trotzdem, sie hätten mehr voneinander, wenn sie zusammen wohnen würden. Wenn sie das sagte, wies er auf die schönen gemeinsamen Urlaube hin. Als wenn das dasselbe wäre.

Wie viele Tage hatten sie seitdem im Wohnmobil in Greetsiel verbracht? Jeden Urlaub und jedes verlängerte Wochenende, und immer mit der Clique! Wie oft hatte sie ihm in den letzten Jahren vorgeschlagen, mal mit ihr allein in den Urlaub zu fahren, am liebsten in den Süden, wo es warm war und die Sonne schien? Tausendmal!

Als sie ihm die Prospekte mit den Last-minute-Angeboten von der Türkei, Kreta, Tunesien und von den Kanarischen Inseln gezeigt hatte und dabei darauf hinwies, dass sie bald Geburtstag hätte, hatte er gesagt: "Lass dich überraschen." Er hatte sie mit seinem verführerischen Lachen angesehen, ihr mit beiden Händen ihre widerspenstigen Locken zerzaust und hinzugefügt: "Du wolltest doch ein ganz besonderes Abenteuer, meine Löwin." Vor ein paar Tagen, als sie den Schal mit dem Tigermuster umgelegt hatte, hatte er sie damit aufgezogen, dass sie nun fünfunddreißig würde und deshalb was tun müsse, um sich von seinen jüngeren Verkäuferinnen abzusetzen. Dabei hatte er sie Tigerin genannt.

Jenny nahm ihre Lieblingstasse mit der Aufschrift "Geiler Tag heute" vom Regal, goss sich Kaffee ein und strich Quark und Erdbeermarmelade auf den Toast. Sie trank einen Schluck Kaffee und biss in ihren Toast. Da sah sie den Briefträger über die Straße kommen. Er winkte ihr zu. Also hatte er Post für sie. Kauend lief sie die Treppe hinunter und nahm ihre Post entgegen. Es war eine Ansichtskarte von Melanie aus Rom. Jenny setzte sich und las die Urlaubsgrüße ihrer Freundin. Melanie schickte die interessantesten Karten, aber demnächst würde auch sie, Jenny, ihr eine Karte schicken und von einer außergewöhnlichen Reise berichten können!

Noch nie hatte Alexander sie Löwin oder Tigerin genannt. Da wusste sie, dass er heute, an ihrem Geburtstag, das phänomenalste Geschenk aller Zeiten für sie haben würde: eine Safari in Afrika! Jenny umfasste ihre Tasse, als wollte sie diese Superidee mit beiden Händen festhalten.

Jetzt müsste sie eigentlich ihren Koffer weiter packen. Angeblich fuhren sie heute wieder nach Greetsiel. Alexander hatte gestern schon das Wohnmobil vorbereitet. Aber das war ein Ablenkungsmanöver, damit die Überraschung umso größer sein würde. Jenny hatte keine Lust, dicke Sachen einzupacken, denn wenn Alexander gleich käme, musste sie sowieso die warmen Pullover wieder aus dem Koffer nehmen.

In diesem Moment tauchte sein Wohnmobil auf. Alexander stieg aus. Kein Päckchen in der Hand, ein sicheres Zeichen, dass sie einen Briefumschlag bekommen würde. Jenny lief zur Tür und öffnete. Alexander umarmte sie, gab ihr einen Kuss und sagte: "Es riecht gut bei dir, nach frischem Kaffee." Jenny stellte eine Tasse mit der Aufschrift "Schön, dass du da bist" vor ihn auf den Küchentisch und vergaß vor lauter Aufregung, Kaffee einzugießen.

Alexander holte einen länglichen, etwas dickeren Briefumschlag aus der Tasche. Die Reiseunterlagen für Afrika! Langsam schob er den Umschlag über

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