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Ich hab mein Herz im Wäschekorb verloren von Bombeck, Erma (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.10.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Ich hab mein Herz im Wäschekorb verloren

'An jedem Tag seines Lebens heckt dein Kind eine Tat aus, die dich in 20 Sekunden 20 Jahre altern lässt' Erma Bombeck, leidgeplagte Mutter von drei Kindern und verheiratet mit einem Mann mit Ansprüchen, kämpft sich mit Humor und Ironie durch die Tücken des Alltags. 'Sind gebügelte Laken gesundheitsschädlich?', 'Wir haben Masern - es muß Weihnachten sein' oder 'Verschreiben Sie mir ein Sofa!' -Erma Bombeck stellt sich jedem Thema mit viel Witz und Ironie! Erma Bombeck begann mit 37 Jahren Bücher über ihren Familienalltag zu schreiben und avancierte in kürzester Zeit zu einer der bekanntesten Autorinnen der USA. Ihre Kolumnen erschienen in über 800 Tageszeitungen und ihre Bücher waren monatelang in den amerikanischen Bestsellerlisten vertreten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 225
    Erscheinungsdatum: 20.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732517619
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 6019 kBytes
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Ich hab mein Herz im Wäschekorb verloren

Bevor Sie dieses Buch lesen, sollten Sie einiges über mich wissen:

Ich halte handgebügelte Laken für gesundheitsschädlich.

Kinder sollten als das angesehen werden, was sie sind: als Garantie für nächtliche Ruhestörung.

Die Einfahrt zur Garage zu bohnern, ist keine Tugendübung.

Man heiratet seinen Mann, um ihm in guten und schlechten Tagen zur Seite zu stehen, NICHT , um ihn mittags zu bekochen.

Die Frauen der Renaissance waren schön, nicht schlank.

Wer das Mittagsschläfchen versäumt, bekommt einen schlechten Teint.

Männer, die pro Woche 36 Fußballspiele anschauen, sollten von Amts wegen für tot erklärt und ihr Besitz verteilt werden.

Da habe ich nun jahrelang daran gearbeitet, die schlichte Durchschnittshausfrau zu sein, deren Beruf zugleich aufregend und befriedigend ist. Ich muss gestehen, ich habe es nicht geschafft. Der Gipfel der Aufregung ist erreicht, wenn ich im Staubsaugerbeutel ein Puppenhöschen finde, und das einzig Befriedigende für mich ist, dass in dieser Familie nur ich weiß, wie man eine alte Klopapierrolle durch eine neue ersetzt.

In den 23 Jahren meiner Ehe ist noch nie ein Meinungsforscher an meine Tür gekommen, um zu erfragen, welches Waschmittel ich benutze. Meine Kinder sagen nie zu mir: 'Mami, Mami, der Zahnarzt hat überhaupt nicht gebohrt.' Mein Mann schnuppert nie an seinen Hemden und verdreht lächelnd die Augen. Er sagt auch nie: 'Wie samtzart ist deine Haut' oder 'Köstlich, dein Kaffee'. Eigentlich sollte ich darüber deprimiert sein, aber ich habe die Theorie, dass man einiges im Leben nicht kontrollieren kann. Ich bin als Verlierer programmiert. Nur mal ein kleines Beispiel: Als ich neulich meinen Sohn beim Tennisplatz absetzte und sein Partner kam und sich vorstellte, erstarrte mein Junge, dann wankte er zu einer Bank, ließ sich darauf fallen und steckte den Kopf zwischen die Knie.

"Hast du ihn gesehen, Mom?", jammerte er. "Er trägt ein Schweißband."

Ich hätte weinen mögen. Jeder Idiot weiß, dass der mit dem Schweißband grundsätzlich Sieger bleibt. Ich wollte meinen Sohn trösten, doch meine innere Stimme sagte mir, wie das Match ausgehen würde. Mein Sohn war bereits geschlagen.

Ich weiß es. Ich wusste gleich, als ich Angie Sinnlich sah, dass ich den Titel 'Miss Klassenbeste im Geradesitzen' damals in der achten Klasse nicht erringen würde. Angie hat gewiss nicht einmal im Mutterleibe Embryostellung eingenommen: Die saß von Anfang an gerade. So etwas weiß man. Auch der Hund kann ja nie wieder gesund werden, wenn im Wartezimmer des Tierarztes alle anderen Hunde Halsbänder mit Strassverzierung und echt lederne Leinen tragen und der eigene nur eine 20 m lange rosa Plastikwäscheleine um den Hals hat.

Schließlich weiß man doch, dass nichts mehr aus einem Tag werden kann, an dem der Liftboy im Kaufhaus einen, ohne zu fragen, gleich in die Billigabteilung im Tiefparterre fährt.

Ich gebe mir weiß Gott Mühe, aber aus irgendeinem Grunde stelle ich mich immer in der falschen Reihe an. Wartende Schlangen sind wie eine fremde Sprache: Man muss sie lesen und deuten können. Was nach einer Transaktion von höchstens 30 Sekunden aussieht, entpuppt sich unweigerlich als Warterei von 10 bis 30 Minuten.

Ich stehe prinzipiell hinter der Kundin, die für drei Familien einkauft und sich ausführlich über ein Huhn beschwert, das sie vor zwei Wochen gekauft hat und das 'roch'. Auch geht der Registrierkasse gerade dann der Streifen aus, wenn diese Frau zahlen will.

Auf der Damentoilette stehe ich immer hinter dem Teenager, der sich für die große Parade in Uniform wirft und die Kabine erst verlässt, wenn die Quasten an den Stiefeln gekämmt, die Unterschenkel rasiert und die Kontaktlinsen auf der Ablage über dem Waschtisch wiedergefunden sind.

Im Beichtstuhl habe ich nur einen vor mir: den Geistlichen. Kann es etwas Gefahrloseres geben, als einem Priester in de

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