text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Ich habe dich immer geliebt Roman von Wright, Susan Elliot (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2015
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Ich habe dich immer geliebt

Die eine Liebe, die uns ein Leben lang begleitet... Eine junge Frau erwacht eines Morgens in einer Klinik. Sie weiß weder, wer sie ist, noch wo sie sich befindet. Nur langsam setzt sich das Bild der vergangenen Monate zusammen, und sie beginnt zu begreifen, dass ihr etwas Schreckliches zugestoßen ist. Ein junger Mann erfährt nach dem Tod seines Vaters von einem dunklen Geheimnis, das seine Familie über Jahrzehnte gehütet hat. Er muss sich mit den Schatten seiner Vergangenheit auseinandersetzen, denn diese drohen sein eigenes Familienglück zu zerstören. Ein hochemotionaler Roman über die Suche nach der eigenen Identität.

Susan Elliot Wright wuchs in London auf, brach mit 16 Jahren die Schule ab und heiratete mit 18. Erst nach dem Ende ihrer unglücklichen Ehe erfüllte sie sich ihren Kindheitstraum und begann zu schreiben. Im Alter von 30 Jahren schrieb sie sich an der Universität in Sheffield ein. 'Ich habe dich immer geliebt' ist ihr erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 01.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841208705
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Originaltitel: The things we never said
    Größe: 4513kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Ich habe dich immer geliebt

Kapitel 1

November 2008

Der Nachmittag ist kalt und feucht, aber zumindest hat sich der Morgennebel aufgelöst. Während Jonathan Robson über den mit Kaugummis übersäten Schulhof läuft, spulen seine Gedanken zum Abend vor. Er möchte für ihren Hochzeitstag etwas Besonderes kochen - Enten-Confit mit pikantem Rotkraut und Kartoffelgratin; es ist ihm sogar gelungen, einen halbwegs vernünftigen alkoholfreien Wein aufzutreiben. Auf dem Weg zum Parkplatz bemerkt er eine neue Kritzelei an der mit Graffiti übersäten Wand des Naturwissenschaftsgebäudes: Mein Arsch riecht nach Äpfeln. Er muss grinsen; immerhin ist es originell und hat im Vergleich zu den anderen einen gewissen drolligen Charme. Er biegt um die Ecke und stößt mit Jerome Wilson aus der neunten Klasse zusammen, der einem hin und wieder auf die Nerven geht, aber doch insgesamt ein recht netter Junge ist. Jonathan hat ihn einmal erwischt, als er heimlich im Unterricht las, und sich schon auf das Schlimmste gefasst gemacht, als er ihn aufforderte, ihm seine Lektüre zu übergeben; von all den Sachen, die er im Klassenraum schon konfiszierte, ließ einiges selbst einen erwachsenen Mann erröten. Doch Jeromes Lektüre stellte sich als Buch über Dinosaurier heraus, und seitdem liegt der Junge ihm am Herzen.

Jerome sieht einen Moment lang erschrocken aus. "Alles in Ordnung, Sir?", fragt er.

"Hallo Jerome. Sei so nett und mach die Zigarette aus."

Jerome scheint zuerst leugnen zu wollen, doch Jonathan starrt demonstrativ auf die blassgrauen Rauchkringel, die hinter dem Rücken des Jungen in die Luft steigen. Er versucht, den köstlichen Zigarettengeruch nicht zu genießen. Jerome grinst kleinlaut, sieht nach rechts und links, nimmt noch einen hastigen Zug und drückt die Zigarette an der Mauer aus. "Tut mir leid, Sir."

"Nun geh schon nach Hause, Jerome, dann werde ich so tun, als hätte ich nichts gesehen."

"Danke, Sir. Wiedersehen."

Er will gerade in den Wagen steigen, als sein Handy piept. Eine SMS von Fiona.

Sorry wegen heute Morgen. Wollte nicht direkt vor der Arbeit so auf dich losgehen. Die Hormone machen mich total launisch. Bis später, Kuss. Er antwortet sofort: Mir tut's auch leid. Bin bald zu Hause. Kuss.

Fiona war in den letzten Wochen tatsächlich bissiger als sonst, aber auch er ist nicht gerade ein Sonnenschein gewesen. Er gähnt; die Müdigkeit macht ihn reizbar. Er muss diese Nacht unbedingt besser schlafen, denn viele weitere Nächte, in denen er nur daliegt und auf die Uhr starrt, während das Geplapper in seinem Kopf kein Ende nehmen will, wird er nicht mehr aushalten. Wenn er sich in den letzten paar Jahren erlaubt hat, sich diese Phase ihres Lebens vorzustellen, dann ist die Schwangerschaft in seiner Phantasie stets eine Zeit der Intimität und der freudigen Erwartung gewesen, doch bislang scheint es sich ganz und gar nicht in diese Richtung zu entwickeln. Die Verbindung zwischen ihnen beiden scheint sogar eher schwächer als stärker zu werden.

Der Verkehr auf der Shooter's Hill Road im Süden Londons ist ein Albtraum. Die Autokette kriecht langsam durch Blackheath und kommt zwischendurch sogar ganz zum Stehen, so dass er es irgendwann aufgibt, sich darüber zu ärgern, und einfach hinaus auf die filigranen Silhouetten der Bäume blickt, die sich vor dem dunkler werdenden Himmel abheben. Es wird ein schöner Abend werden, es muss einfach - Jonathan will sich gar nicht ausmalen, dass sie sich an ihrem Hochzeitstag streiten könnten. Es ist ihr letzter Hochzeitstag als Paar, nächstes Jahr werden sie schon eine Familie sein. Die altbekannte Furcht schleicht sich in seine Gedanken. Sie bekommen ein Baby, und er wird das Gefühl nicht los, dass er mehr dafür tun sollte, auch wenn er nicht weiß, was. Er ist sich noch nicht einmal sicher, was er sagen soll. Es ist zwar für sie beide das erste Kind, doch er hat das Gefühl, dass Fiona in dieser Sache eindeutig die Expertin ist.

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen