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Ich schreibe uns ein Happy End Roman von Robertson, Annie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.07.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Ich schreibe uns ein Happy End

Wenn das Herz Ja sagt, kann der Kopf einpacken
Nina liebt Kuchen, den kleinen Buchladen Love Books und ihren Freund Will. Vor allem aber liebt sie den Film Harry und Sally. Die sympathische, tollpatschige junge Frau hat sich deshalb in den Kopf gesetzt, die Fortsetzung zu ihrem Lieblingsfilm zu schreiben. Als sie herausfindet, dass Will sie betrügt und verlassen will - und ihr dabei noch an den Kopf wirft, sie könne nie etwas zu Ende bringen -, ist klar: Jetzt erst recht! Doch dann wird ihr ein professioneller Drehbuchschreiber zur Seite gestellt, Hipster Ben, den sie auf Anhieb nicht leiden kann. Aber ihr bleibt gar nichts anderes übrig, als sich mit ihm zu arrangieren und natürlich fliegen bald die Funken in jeder Hinsicht ...

Annie Robertson hat in London eine Ausbildung zur klassischen Musikerin gemacht und danach als Assistentin für verschiedene Prominente gearbeitet. Ihre wahre Leidenschaft, das Schreiben, entdeckte sie während ihres Medizinstudiums - daraufhin entschloss sie sich, den Master in Creative Writing zu machen, und bestand diesen mit Auszeichnung. Annie Robertson lebt nun mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Schottland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 16.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641217846
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: I Heart Nora
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Ich schreibe uns ein Happy End

1

"Wir haben heute früher geschlossen", rufe ich, während ich meine Jacke an die Garderobe hänge und den Schlüssel neben Wills auf das kleine Brettchen, das im Flur an der Wand befestigt ist, lege. "Irgendwas mit Astrids Katze, der Waschmaschine ihrer Mutter und der Northern Line, die weshalb auch immer gerade nicht fährt." Will antwortet nicht. "Hoffentlich ist die Katze nicht in den Schleudergang geraten", füge ich hinzu und lausche in die Wohnung hinein, wo er sein könnte.

Nicht dass die Möglichkeiten besonders vielseitig wären - zur Auswahl stehen Küche/Wohnzimmer, Schlafzimmer und Bad, die alle von dem sargähnlich schmalen Flur in unserer Mietwohnung in Brixton, London abgehen. Will behauptet gern, dass wir in Clapham leben, aber das tun wir nicht. Wir wohnen in Brixton, nur ein paar Gehminuten von dem McDonald's entfernt, in dem vor Kurzem ein Mann erschossen wurde, weil er sich in der Schlange vorgedrängelt hatte. Ich höre Rumoren und Murmeln aus dem Schlafzimmer.

"Will?" Als ich die Tür aufstoße, sehe ich ihn neben unserem schmalen Boxspringbett stehen und hektisch seine Jeans zuknöpfen, während eine Frau mit deutlich größeren Titten als meine eigenen ihren Tanga hochzieht.

"Nina!"

Ich starre. Überrascht. Verwirrt.

Will verpasst meinem Halloweenkostüm - Sally Albright in ihrer Annie-Hall-Phase - eine imaginäre Ohrfeige. Die Krempe meines Hutes scheint auf einmal viel zu eng zu sitzen, und ich habe das Gefühl, vom Kragen meiner Bluse erwürgt zu werden. Mit aller Macht versuche ich zu vermeiden, sie anzusehen.

Ich drehe mich auf dem Absatz um und gehe ins Badezimmer, schließe die Tür von innen ab und lasse mich auf den schief sitzenden, wackligen Toilettendeckel fallen. Um nicht länger mit anhören zu müssen, wie sie eilig ihre Sachen zusammensuchen, presse ich mir die Hände auf die Ohren, doch es hilft nichts.

"Ich ruf dich an", höre ich Will sagen, und sie antwortet: "Es tut mir leid", bevor die Haustür hinter ihr ins Schloss fällt.

Ohne mich von der Stelle zu rühren, lausche ich, wie Will leise über den Flur geht und nach mir Ausschau hält. Die Wohnung wirkt genauso still und leer wie an dem Tag, an dem wir die Schlüssel bekommen haben. Als wir noch am Anfang standen - ohne Möbel und ohne Erinnerungen -, und bevor wir herausfanden, dass in der Etage unter uns ein Bordell logiert.

Ich höre, wie Will in der Küche den Wasserkocher anstellt, und starre auf die Handtücher, die er achtlos auf den schwarz-weiß karierten Linoleumboden im Bad fallen lassen hat. Auf die Deoroller, Eau de Toilettes und Shampooflaschen, die überall herumstehen. Mir ist schlecht. Tränen laufen mir die Wangen hinunter. Ich wische sie mit dem Handrücken weg.

Im Spiegel über dem Waschbecken starre ich auf meine Achtzigerjahre-Frisur, meine blonden Locken sind ganz verstrubbelt. Das Sally-Albright-Make-up hat schwarze Schlieren in meinem Gesicht hinterlassen. Energisch schminke ich mich ab und rede mir ein, dass es sich um ein Missverständnis handeln muss.

Atme! Das hier passiert nicht wirklich. Alles wird wieder gut.

Auf meiner Seite des Betts, die dem Fenster am nächsten ist, neben der Kleiderstange, wo eben noch sie stand, ziehe ich mein Kostüm aus und schlüpfe in meinen Pyjama und meinen Lieblingscardigan. Den Cardigan, den Will mir vor zwei Jahren zu Weihnachten geschenkt hat und den ich immer dann anziehe, wenn ich müde bin und mir nach etwas Kuschligem zumute ist. Ich versuche, nicht auf das zerwühlte weiße Laken und die wunderschöne Häkeldecke meiner Granny zu sehen, die wie ein buntes Bonbonpapier achtlos auf den Boden geworfen wurde. Auf einmal verspüre ich vor allem Wut darüber, dass Will sich noch nicht einmal die Mühe gemacht hat, das Chaos zu beseitigen, das die beiden veranstaltet haben.

Als ich in die Küche komme, sehe ich, dass er Tee aufgebrüht hat. Er reicht mir stumm eine der Mr.-und-Mrs.-Tassen,

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