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Ich will leben für mein Kind Cassiopeiapress Arztroman von Stirling, Glenn (eBook)

  • Verlag: BookRix
eBook (ePUB)
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Ich will leben für mein Kind

Roman von Glenn Stirling Der Umfang dieses Buchs entspricht 115 Taschenbuchseiten. Als Schwester Verena auf dem Klinikflur fast mit einem Fremden zusammenstößt, kann sie nicht ahnen, dass sie von diesem Mann bald ein aufregendes Angebot bekommen wird. Walter Kretschmer ist Pilot und braucht eine gute OP-Schwester für seinen Rettungsflugdienst. Bevor Verena sich entscheiden kann, ob sie das Angebot annimmt, kommt es zu einem schweren Unfall...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 114
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739671024
    Verlag: BookRix
    Größe: 476 kBytes
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Ich will leben für mein Kind

1

Für Verena sollte es ein bedeutsamer Tag werden.

Doch mit nichts kündigte sich das an, als sie am frühen Morgen auf den Balkon trat, um frische Luft zu schnappen.

Ihr dunkles Haar war zwar von der Schwesternhaube gebändigt, aber dennoch konnte der frische Morgenwind eine Strähne erfassen und damit spielen.

Verena sah empor zum milchig blauen Morgenhimmel, entdeckte weit oben mehrere Schwalben und dachte, dass es schönes Wetter geben würde, weil die Schwalben so hoch flogen.

Vom Wald drüben kam der Duft von Harz und Rinde herüber, und weiter links tuckerte ein Traktor einen Feldweg entlang. In den Bäumen hinter dem Krankenhaus zwitscherten die Vögel, und von der Klinikküche drang das Klappern von Geschirr und Töpfen herauf.

Verena wandte sich um, Hinter ihr waren die beiden Betten im Zimmer abgezogen. Die Patienten hatte man heute morgen als geheilt entlassen. Wieder zwei, die dem Leben und ihren Familien zurückgegeben wurden. Zwei sehr schwere Fälle waren das gewesen, wie sich Verena erinnerte.

Aber ihre Gedanken irrten rasch wieder ab. Obgleich es wahrlich genug zu tun gab für sie, verweilte sie hier auf dem Balkon, sah zu den Spitzen der Fichten hinüber, lauschte den Vögeln und den Geräuschen, die mannigfaltig heraufschallten, schnupperte den Duft dieses Morgens und spürte, wie die Kühle des Windes ihr übers Gesicht strich.

Es ist meine Welt, dachte sie. Ich lebe hier seit vierzehn Jahren. Diese Klinik ist mein Zuhause, mein Reich. Ich könnte glücklich sein. Ich bin geborgen...

Geborgen? War sie wirklich geborgen? Hatte sie nicht manches Mal gedacht, sie könnte es hier einfach nicht mehr aushalten, müsste hinaus, müsste frische Luft atmen, andere Gesichter sehen, eine andere Umgebung...

"Ich kenne tausend Menschen und keinen", murmelte sie.

Ihre Gedanken wurden jäh unterbrochen. Jemand war ins Zimmer gekommen und rief mit heller Stimme: "Ach, hier sind Sie, Schwester Verena!" Es klang wie ein Vorwurf.

Verena trat von der Brüstung weg, drehte sich um und sah eine der Lehrschwestern. " Ja?"

Die junge Schwester kaum älter als siebzehn wedelte mit einem Stück Papier und sagte mit wichtigtuerischem Unterton: "Ich habe Sie überall gesucht. Doktor Reinbek ist schon ungehalten. Er braucht Sie ganz dringend!"

Verena hätte darauf hundert Antworten geben können, so zum Beispiel die, dass Dr. Reinbek ihr weder etwas zu sagen hatte noch in irgendeiner Weise für sie zuständig war. Oder, dass sie mit mehr als zwanzig Überstunden in der letzten Woche wohl ganz sicher ein paar Minuten des Abschaltens beanspruchen könnte. Schließlich hatte sie die ganze Nacht Dienst gehabt..

Aber sie sagte keinen Ton dazu, sondern nahm dem jungen Mädchen schweigend den Zettel ab, warf einen kurzen Blick darauf und verbarg ihre Überraschung. Es entging ihr nicht, dass die Lehrschwester sie gespannt anschaute, wohl um ihre Reaktion abzuwarten.

Aber es gelang Verena sehr geschickt, vor der Jüngeren zu verbergen, was sie nach der Lektüre dieser wenigen Zeilen empfand.

Erst als sie zum Fahrstuhl ging, um hinunter in die Ambulanz zu fahren, nahm sie allein im Lift den Zettel noch einmal in die Hand und las: "Sie werden ab nächsten 1. dem Tagesdienst zugeteilt und Stationsarzt Dr. Winzer zugeordnet."

Also weg von der Unfallrettung, weg vom Nachtdienst, an den sie sich in drei Jahren leidlich gewöhnt hatte, weg von einem Team, in dem sie sich wie ein fester Bestandteil glaubte.

Warum? Diese Frage stand ihr wie ein Fanal vor Augen. Weshalb sollte sie von Dr. Olvenstedt weg? Von ihm und seinem Assistenten Dr. Gernwald, von den beiden anderen Schwestern und dem Pfleger Eckstein. Menschen, die mehr als nur Kollegen gewesen waren ... Warum zu Dr. Winzer? Was steckte hinter dem allem?

Gegen Dr. Winzer gab es nichts einzuwenden, obgleich sie von ihm wusste, dass er sehr reizbar und nervös war. Die meisten Schweste

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