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Idiotentest Roman von Liehr, Tom (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.12.2010
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Idiotentest

Ein rasend komischer Roman über die Liebe und junge Helden, die nicht erwachsen werden wollen. Henry Hinze fährt Taxi und lebt in einer WG mit dem Musikjournalisten Walter und dem Computerfrickler Gonzo. Der Mittelpunkt ihres Lebens ist jedoch eine behagliche Kneipe im Erdgeschoß ihres Neuköllner Hauses. Hier trifft sich allabendlich eine Handvoll skurriler Typen bei alten Hits und Faßbier. Als Henry eines Morgens verkatert erwacht, traut er seinen Augen kaum: Andrea, die allseits angehimmelte Tresenfrau aus dem 'Wohnzimmer', hat bei ihm übernachtet. Was genau geschehen ist, daran kann er sich nicht erinnern. In Henrys Umfeld aber ist man zunächst wenig begeistert... 'Ein Autor, der zum Kult werden wird und den man in einem Atemzug mit Nick Hornby nennen kann.' Radio afk. Tom Liehr, geb. 1962 in Berlin, war Redakteur, Rundfunkproduzent und DJ. Seit 1998 Besitzer eines Software-Unternehmens. Er lebt in Berlin. Bislang erschienen bei Aufbau seine Romane 'Radio Nights' (2003), 'Idiotentest' (2005), 'Stellungswechsel' (2007), 'Geisterfahrer' (2008), 'Pauschaltourist' (2009), 'Sommerhit' (2011) und 'Leichtmatrosen' (2013).Mehr zum Autor unter: www.tomliehr.de.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 243
    Erscheinungsdatum: 21.12.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841202352
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 488 kBytes
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Idiotentest

8. Orakel (S. 60-61)

Drei Jahre zuvor

"Woran glaubst du eigentlich?" fragte Walter. Wir saßen am Küchentisch, auf dem Herd stand ein Topf mit Wasser. Ich hob eine Augenbraue, Walter lächelte mir zu, holte zwei tiefe Teller aus dem Schrank, kippte Askie-Pulver hinein und beugte sich dann über den Wassertopf. "Wie meinst du das?" fragte ich seinen Rücken.

Das Wasser begann zu blubbern. Walter nahm die selbstgestrickten Topflappen, die Gonzos Eltern angeschleppt hatten, und goß vorsichtig Wasser in die Teller. Es schwappte trotzdem über. "So, wie ich gefragt habe. Woran glaubst du?" Er balancierte die Teller zum Tisch, ich nahm meinen Löffel und rührte die Buchstabensuppe um. Eigentlich schmeckte das Zeug nach nichts, nach nichts mit Salz, aber wir hatten uns daran gewöhnt, mindestens alle zwei Tage Askie zu kochen.

Gonzo hatte uns aufgeklärt, daß nicht alle Zeichen des ASCII-Zeichensatzes vorhanden waren, was auch immer das zu bedeuten hatte; wir hatten ihm ehrfürchtig zugenickt. Es gab viele X und Y, aber insgesamt, hatte Gonzo nach einer orgiastischen Analyseaktion verkündet, schienen alle Buchstaben verhältnismäßig vertreten zu sein. Natürlich fehlten Ziffern, Umlaute und das Eßzett. Trotzdem war Askie schlicht das größte für ihn.

"An nichts?" schlug ich vor. Ich hatte keinen Schimmer, was Walter von mir wollte. Er brummte. Aus seinem Zimmer klang gedämpfte Musik, irgendwas Gitarrenlastiges; die Mucke, die Walter zur Unterhaltung hörte. Kumpelli trabte gemächlich an der Küchentür vorbei und würdigte uns keines Blickes. Der Kater hatte immer einen Plan, war immer auf dem Weg irgendwohin, auf der Suche nach irgendwas. Oder er schlief. Ich beneidete ihn darum. Wenn er noch die Fähigkeit besessen hätte, eine Fernbedienung zu betätigen, wäre sein Leben perfekt gewesen.

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