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Im Bann der Lilie 2 von Grayson, Carol (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.03.2013
  • Verlag: Club der Sinne
eBook (PDF)
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Im Bann der Lilie 2

Der Marquis de Montespan ist immer noch auf der Suche nach dem verlorenen Gefährten und verdingt sich bei Napoleon als Feldarzt. Bonaparte ist im Besitz des Portraits von Saint-Jacques, das er Julien als Lohn für seine Dienste verspricht. Doch er selbst ist beeindruckt von dem Bild und sieht es als Glücksbringer für seine Schlachten an. Er hat nicht vor, sein Versprechen zu halten! So führt das Schicksal Erschaffer und Geschöpf wie Treibholz zu- aber auch wieder auseinander. Kurz vor der Seeschlacht von Abukir kommt alles anders: Der Schiffsjunge Silvio erobert das Herz des Chevaliers Saint-Jacques. Doch der Marquis trachtet dem neuen Freund des Chevaliers nach dem Leben. Der englische Geheimdienst hilft ihm dabei. Werden die beiden jungen Männer rechtzeitig entkommen können?

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 90
    Erscheinungsdatum: 09.03.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955278830
    Verlag: Club der Sinne
    Größe: 999 kBytes
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Im Bann der Lilie 2

Zwei Jahre zuvor brodelten in Paris Verrat und Verleumdung aufgrund zahlloser Spitzel in den Adern der Stadt. Nach dem Tode der Königin Antoinette hatte der Revolutionsführer Maximilien de Robespierre seine blutige Herrschaft begonnen und ein neues Terrorgesetz beschlossen, das jeden Rechtsbeistand ausschloss und auch für Konventmitglieder galt. In den nächsten sechs Wochen wurden 1285 Todesurteile gefällt. Nichts und niemand war nun mehr sicher vor seiner Geheimpolizei, die die unersättliche Madame Guillotine mit immer neuen und zunehmend unschuldigen Opfern fütterte. Auch wenn der "Bürger Julien" als Heilkundiger eine Sonderstellung innehatte und diese unruhigen Zeiten ein wahres Volksfest für einen Vampir darstellten, so war auch er seines Lebens nicht unbedingt mehr sicher. Ohne einen Vertrauten oder einen Wächter war er tagsüber während seines Schlafes hilflos, auch wenn all seine Sinne während dieses Zustandes aktiv waren. Um vieles quälender war jedoch die Einsamkeit, nachdem seine eigene Unvorsichtigkeit die zarten Bande zwischen ihm und seinem Schützling wieder auseinander gerissen hatte.

Als nach der Feudalherrschaft des Adels bald auch die Macht des Klerus angegriffen wurde und sogar Kirchen entweiht wurden, schien der Teufel persönlich in der französischen Hauptstadt zu wüten.

Überall traf man auf zerstörte, religiöse Symbole. Die Priester ertränkte man in den Flüssen. Die Menschenrechte wurden außer Kraft gesetzt. Zensur ersetzte die Pressefreiheit. In Lyon wurden zweitausend Menschen vor die Tore der Stadt getrieben und von Kanonen zusammengeschossen, weil sie sich gegen diese Zensur wehrten. Täglich verlas man neue Listen mit den Namen angeblicher Verräter, die zum Tode verurteilt wurden.

Nun fasste auch der Marquis den Entschluss, die Stadt zu verlassen. Monatelang hatte er ruhelos nach Marcel gesucht, und seine Sorge um den jungen Vampir wuchs mit jedem Tag des Schreckens ebenso wie das Verlangen, ihn wieder zu sehen. Fast täglich hatte er sich Vorwürfe gemacht. Er hätte den alten Gaspard nicht gleich töten sollen und erst recht nicht im Beisein des jungen Marcel, der im Gegensatz zu ihm immer noch einen Hauch seiner Menschlichkeit bewahrt hatte. Aber gerade diese Sensibilität war es ja, die ihn zunehmend betört hatte, ebenso wie seine Anmut und Schönheit, die ihn schon als Mensch ausgezeichnet hatten.

In einer dunklen Neumondnacht verließ Julien de Montespan zu Pferd die schlafende Stadt an der Seine. Den Wachen am Stadttor gab er als Médécin nur die kurze Auskunft, dass er zu dieser späten Stunde zu einem Patienten außerhalb der Stadt gerufen worden war und es sich um eine ansteckende Krankheit handeln würde. So stellte niemand aufdringliche Fragen. Man ließ ihn passieren, und Julien gab dem Braunen die Sporen. Wenn er gewusst hätte, dass sein Weg nur wenige Meter von dem vergessenen Friedhof, der Ruhestätte seines geliebten Marcel, vorbeiführte ...

Doch die untoten Seelen konnten einander nicht im Ruhezustand wahrnehmen. Das war eine reine Schutzfunktion ihres Daseins, um Angriffe durch ihresgleichen zu vermeiden. So entfernte Julien sich im Galopp wieder weiter von Paris. Er war von der Idee besessen, seine Kutsche wieder ausfindig zu machen und hoffte inständig, dass das geheime Versteck unter dem Sitz, worin er ein Bildnis seines geliebten Gefährten vor ihrer Flucht aus dem Schloss verborgen hatte, unentdeckt geblieben war.

Wenige Monate nachdem der Marquis de Montespan die Hauptstadt verlassen hatte, hielt Robespierre seine letzte Rede vor dem Parlament. Sein Verfolgungswahn wurde ihm erst im Geheimen, dann immer offenkundiger als Irrsinn attestiert. Allerdings wurde er nach seiner Verhaftung und Ächtung befreit. Seine Getreuen verschanzten sich im Rathaus, das kurze Zeit später gestürmt wurde. Die Verfolgten begingen derweil Selbstmord. Nur Robespierre überlebte, mit einem Schuss in den Unterkiefer, den er sich

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