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Im Dschungel der Träume von Marion Kluge (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.11.2014
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
10,99 €
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Im Dschungel der Träume

Robert und seine Verlobte Samantha begleiten ihren Vater nach Südafrika, um der Hochzeit einer befreundeten Familie beizuwohnen. Die Bruchlandung ihres kleinen Flugzeuges in der Nähe des Zielorts ist jedoch erst der Anfang der vielen Abenteuer, die sie dort erwarten. Die Geister der verstorbenen Stammesältesten schleichen sich in Sams Träume und bitten sie, endlich die Familiengeheimnisse und den Verrat des Schamanen Kabona aufzudecken. Doch diese Visionen stellen Sam vor abenteuerliche und nicht ganz ungefährliche Herausforderungen. Wird es ihr gelingen, den unbekannten Vater des Babys ausfindig zu machen, dessen Mutter den Flugzeugabsturz nicht überlebte? Kann Sam den Sohn der befreundeten Familie vor dem Tod bewahren oder die Ehre eines aus dem Dorf verbannten Mannes, der sie entführt, wieder herstellen? Und auch Sams und Roberts gemeinsame Zukunft steht auf dem Prüfstand. 'Im Dschungel der Träume' ist der zweite Teil der aufregenden Geschichte von Sam und Robert.

Marion Kluge wurde 1965 in Magdeburg geboren und lebt heute in Sülzetal. Die gelernte Bibliotheksfacharbeiterin wechselte 1990 zur Deutschen Post AG. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder, weswegen sie jetzt mehr Zeit für ihr Hobby, das Schreiben, gefunden hat. Neben der Schriftstellerei widmet sie ihre Freizeit auch der Musik, da sie drei Jahre Klassische Gesangsausbildung absolvierte und zwei Jahre Tanz und Unterhaltung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 548
    Erscheinungsdatum: 10.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990386347
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 718 kBytes
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Im Dschungel der Träume

3

Etwas Feuchtes auf meinem Gesicht holte mich aus der Bewusstlosigkeit und meinen Erinnerungen. Irritiert öffnete ich die Augen und sah über mir das Blätterdach des Waldes, durch den wir wohl noch immer irrten. Die Realität hatte mich wieder.

Es regnete, und auch wenn die riesigen Baumkronen wie ein großer Schirm den Regen abhielten, erfrischten uns ein paar Tropfen. Allerdings neigten sich die Blätter von der Last bedenklich nach unten und bescherten mir eine kräftige Dusche. Für einen kurzen Moment stockte mir der Atem.

"Oh, verdammt!", fluchte ich. Jetzt war ich richtig wach.

"He, da bist du ja wieder", lachte Robert, ebenfalls klatschnass. "Wie fühlst du dich?"

Sie hatten notdürftig eine Trage gebaut und trugen oder zogen mich hinter sich her, sobald es der unwegsame Boden zuließ. Daher waren sie wohl nicht wirklich vorangekommen - oder war ich nur für eine kurze Zeit weggetreten? Egal, ich war ein Hindernis; sie wären ohne mich schon weiter gekommen.

"Welchen Teil von: Lasst mich hier! , habt ihr nicht verstanden?", fragte ich vorwurfsvoll. "Ihr vergeudet zu viel Zeit mit mir. Wenn es das Baby meinetwegen nicht schafft, das könnte ich weder mir noch euch verzeihen", jammerte ich.

"Das Gleiche trifft auf dich zu. Du wärst hier allein ein gefundenes Fressen für Tiere. Ich will in einem Monat nicht nur deine Überreste heiraten müssen, also hör auf dich zu beschweren", erklärte Robert zynisch. "Der Wald lichtet sich da vorne schon. Dahinter sollte sich irgendwo das Dorf von Sibusius befinden, wenn Thomas richtigliegt", versuchte er mich in sanfterem Ton zu beruhigen.

Obwohl Dad ihm angeboten hatte ihn auch Dad zu nennen, zog Robert es vor, ihn weiterhin mit seinem Vornamen: Thomas anzureden.

Dad lag offenbar richtig, denn wir hörten plötzlich Männerstimmen, die auf uns zukamen. Er rief nach ihnen, in einer mir unbekannten Sprache. Kurz darauf standen sie vor uns in Shorts und freiem Oberkörper: Männer wie Bäume.

"Wow!", staunte ich, und auch Daniel schien beeindruckt. Robert dagegen nahm meine Bewunderung eher skeptisch auf.

"Sawubona Sibusius", begrüßte Dad einen von ihnen.

"Sawubona Kunjanie M'fetu?", fragte der zurück, und beide begrüßten sich freudig mit einer Umarmung, während zwei andere meine Trage anhoben und mich mit Leichtigkeit auf ihren Schultern durch den Wald trugen.

Ich blieb zunächst ruhig darauf liegen, doch die Besorgnis um das Baby wuchs in mir, und ich versuchte heimlich einen Blick nach unten darauf zu werfen. Es lag in Decken gehüllt auf Daniels Armen; wirkte apathisch, und ich konnte keine Bewegungen ausmachen. Vorwürfe machten sich in mir breit. Doch was hätte ich schon tun können? Dem Baby fehlte es vor allem an Nahrung, welche natürlich nicht vorrätig war. Wozu sollte auch irgendjemand Babynahrung mit sich führen? Niemand rechnete damit, dass unser kleines Flugzeug sein Ziel nicht erreichen würde; die hochschwangere Shani an Bord - die sich wegen der Geburt auf dem Weg zu ihrem Mann befand, damit er und sein Stamm das Neugeborene begrüßen konnten - den Absturz nicht überleben würde und eine Notentbindung stattfand, weil dadurch vorzeitig die Wehen einsetzten. Wenigstens ihr Kind sollte überleben. Da Daniel Arzt war, wenn auch nicht Gynäkologe, hatte er doch notwendige Kenntnisse, die halfen, dass die Geburt, welche Shani viel Kraft kostete, relativ problemlos verlief. Mutter wie Kind hätten es schadlos überstanden, wenn Shani bei der Bruchlandung nicht so schwer verletzt worden wäre. So konnte sie nur noch neues Leben schenken, bevor sie ihres hergab. Ich sah den Stolz, das Glück und die Trauer in ihren Augen, als sie für einen kurzen Moment ihre Tochter in den Armen hiel

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