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Im Herzen des Hochlandes von Williamson, Penelope (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.11.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)

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Im Herzen des Hochlandes

'Penelope Williamson weiß, wie man eine packende Geschichte mit überzeugenden und doch vielschichtigen Charakteren meisterhaft erzählt. Ihnen folgt der Leser immer atemloser bis zur letzten Seite!' (San Francisco Chronicle) Alexia Carleton, die Tochter eines englischen 'Warden', nimmt mit vierzehn Jahren als Junge verkleidet an einer Grenzland-Versammlung teil. Bei einer Rauferei mit schottischen Jungen taucht Jamie Maxwell, der Sohn des schottischen Warden und Clanführers auf. Er rettet Alexia aus der brenzligen Situation - und küsst sie. Hier, an der englisch-schottischen Grenze, sind alle Clans miteinander verfeindet. Jahre später ist Jamie Maxwells Bruder Malcolm den Engländern als Geisel in die Hände gefallen. Bei einem Überfall zur Befreiung seines Bruders nimmt Jamie die zufällig anwesende Alexia ihrerseits als Geisel mit. Alexia hat den ersten Kuss von damals nicht vergessen, und auch Jamie ist von der leidenschaftlichen, widerspenstigen Engländerin fasziniert. Um die drohenden politischen Folgen von Jamies Tat zu verhindern, beschließen Königin Elizabeth und der schottische König James, daß die beiden heiraten müssen. Angesichts der Clan-Rivalitäten ist diese Ehe nicht nur von dramatischen Mißverständnissen überschattet - in der feindlich gesinnten schottischen Umgebung ist auch Alexias Leben fortwährend in Gefahr...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 326
    Erscheinungsdatum: 21.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955306120
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 2093 kBytes
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Im Herzen des Hochlandes

KAPITEL 1

Alexia Carleton trat mit nackten Sohlen von einem Fuß auf den anderen. Sie spähte durch das Gitterfenster hinab in den Hof. Selbst durch den dichten Binsenbelag kroch ihr die Kälte aus dem harten Holzboden an den Beinen hoch.

In dieser Stunde vor dem Morgengrauen spendete der untergehende Mond noch genügend Licht, so daß sie die hohe, kräftige Gestalt ihres Vaters unter den anderen Männern des Clans leicht erkennen konnte. Er trug seine Stahlhaube und sein Wams - die ärmellose Jacke aus kräftigem Leder, die mit Metallplättchen besetzt war. Das hieß, er rechnete mit einem Kampf. Selbst hier oben, in dem im dritten Stockwerk des Bergfrieds von Thirlwall gelegenen Schlafzimmer, spürte Alexia die erwartungsvolle Spannung, die da unten herrschte. Pferdehufe schlugen unruhig auf den festgetretenen Boden, Speerspitzen und Lanzen blitzten silbrig im Mondlicht, und sie hörte die Nervosität selbst in dem unbändigen Gelächter ihres Vaters, der sich gerade sein Schwert umschnallte.

Als sie sich vom Fenster abwandte, fröstelte Alexia - aber nicht nur vor Kälte. Sie war aufgeregt und vielleicht auch ein bißchen ängstlich, denn was sie jetzt tun wollte, war gefährlich, möglicherweise sogar böse. Gewiß, Lady Edwina, ihre Mutter, würde es für skandalös halten. Bei dem Gedanken mußte sie unwillkürlich lächeln.

Auf Zehenspitzen schlich sie hinüber zu der Truhe am Ende ihres Bettes und hob ein Bündel Kleider auf, das mit einem Bindfaden zusammengebunden war. In der Dunkelheit fummelte sie herum und tat sich mit den ungewohnten Kleidern schwer: Unterhose, Reithose, Hemd und Wams, abgenutzte Lederstiefel mit heruntergetretenen Absätzen. Die Kleider gehörten dem Stalljungen Willie Bell, beziehungsweise hatten ihm bis gestern gehört, als sie ihm die Kleider beim Würfeln in einem der rückwärtigen Ställe abgenommen hatte. Alexia hatte darauf bestanden, sich das Pfand an Ort und Stelle geben zu lassen, und sie dachte amüsiert daran zurück, wie der arme Willie sich ein Büschel Stroh vor den Leib gehalten hatte, um seine Nacktheit zu verhüllen. Er hatte sie gebeten, ihre Augen mit den Händen zu bedecken, und sie tat ihm den Gefallen. Aber das hielt sie nicht davon ab, doch zwischen den Fingern hindurchzuschielen.

Die Kleider paßten ihr beinahe wie angegossen. Schließlich war sie groß für ein Mädchen, zu groß, sagte ihre Mutter oft; kein Mann wolle eine Frau, die ihn überragt. Alexia hoffte, daß das stimmte, denn mit vierzehn wollte sie noch keinen Ehemann. Hoffentlich hatte Willie Bell keine Flöhe. Als sie daran dachte, mußte sie sich sofort überall kratzen.

Sie nahm noch einen letzten Gegenstand aus der Truhe. Die Kappe hatte sie entdeckt, als sie an Michaelsmeß auf dem Jahrmarkt in Gilsland an einer Bude vorbeiging, und sie hatte drei Schillinge dafür bezahlt. Es war aber auch eine großartige Kappe; weicher roter Samt mit einem breiten Rand und einer Feder, die über den Rand herunterhing.

Am Abend zuvor hatte sie sich ihr langes, dunkles Haar in zwei dicke Zöpfe geflochten, die sie jetzt elegant über die Stirn zog. Sie versuchte bei dem bißchen Mondlicht, das durch das Fenster fiel, sich in ihrem Stahlspiegel in männlicher Verkleidung zu bewundern. Die rechte Hand auf dem Herzen, machte sie eine weit ausladende Bewegung zu einer großartigen Verbeugung, so wie sie es bei einem Kavalier auf der Hochzeit ihres Vetters gesehen hatte, dann hielt sie sich die Hand vor den Mund, um nicht laut zu lachen.

Ein gedämpftes Fluchen und das Schlagen einer Tür erinnerten sie daran, daß sie sich beeilen mußte, um nicht zu spät zu kommen. Auf halbem Wege merkte sie, daß sie das Wichtigste vergessen hatte.

In ihrer Eile vergaß sie, leise zu sein, und Willies Stiefel, die für ihre Füße zu groß waren, knallten gegen den Bettsockel, als sie sie anzog. Sie hörte einen Seufzer und das Rascheln der Bettwäsche. Sofort blieb sie stehen und hielt den Atem an, dann zog

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