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Im Reich der Löwin Historischer Roman von Stolzenburg, Silvia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.01.2013
  • Verlag: Bookspot Verlag
eBook (ePUB)
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Im Reich der Löwin

Nach langjähriger Geiselhaft in Deutschland und Österreich kehrt Richard Löwenherz im Jahr 1194 nach England zurück. Doch eine Verschwörung überschattet seine Rückkehr. Nachdem die Verräter besiegt sind, bricht er nach Frankreich auf, um seinem Erzfeind, König Philipp II., widerrechtlich angeeignete Herrschaftsgebiete abzuringen. An der Seite des ungestümen englischen Königs kämpfen nicht nur Robin of Loxley - alias Robin Hood - und Harold of Huntingdon, sondern auch Richards Halbbruder, der junge Roland Plantagenet, begleitet als Knappe den Zug des Löwen. Inmitten all der Kriegswirren hat er nicht nur mit dem feurigen Temperament des Königs und seiner eigenen illegitimen Herkunft zu kämpfen. Er verliebt sich noch dazu heftig in die willensstarke Jeanne de Maine, die Tochter eines abtrünnigen französischen Adeligen. Während Roland an der Seite des englischen Königs viele Abenteuer und Kämpfe zu bestehen hat, rückt die Dame seines Herzens in scheinbar unerreichbare Ferne ... Mit ihrem spannungsgeladenen Zweiteiler (Band 1: 'Schwerter und Rosen') setzt Silvia Stolzenburg einem der einst mächtigsten Herrscher Europas ein Denkmal: Richard Löwenherz.

Silvia Stolzenburg: Jahrgang 1974, studierte Germanistik und Anglistik an der Universität in Tübingen. Im Jahr 2006 erfolgte die Promotion über zeitgenössische Bestseller mit Abschluss Dr. phil., in dieser Zeit reifte auch der Entschluss, selbst Romane zu verfassen. Silvia Stolzenburg arbeitet als freiberufliche Englischdozentin und Übersetzerin, sie lebt mit ihrem Mann auf der Schwäbischen Alb. Mehr über die Autorin unter silvia-stolzenburg.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 450
    Erscheinungsdatum: 21.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783937357850
    Verlag: Bookspot Verlag
    Größe: 1139 kBytes
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Im Reich der Löwin

Teil 1: März 1194 - Juli 1194

Frankreich, eine Festung an der Mayenne, März 1194

"Du wirst tun, was man dir sagt!" Mit einem erschrockenen Aufschrei flog Jeanne de Maines feingliedrige Hand zu der Stelle auf ihrer Wange, an der sich bereits ein rotes Mal abzuzeichnen begann. Ihre weit aufgerissenen, leuchtend grünen Augen starrten ihren Vater - der beinahe schuldbewusst den eben noch erhobenen Arm sinken ließ - ungläubig an. Keuchend holte sie Luft. Während ihre vor Empörung leicht geschürzten Lippen sich langsam schlossen, wanderte ihr Blick von dem heftig atmenden Grafen de Maine zu seiner verängstigt in den Hintergrund des Gemaches zurückgewichenen, wenig reizvollen Gemahlin, die hastig die nur dünn bewimperten Lider senkte. Durch die kleinen Fensterschlitze fiel das Licht der schwachen Märzsonne auf den von Steinquadern symmetrisch unterteilten Boden, wo es Unebenheiten und Scharten plastisch hervorhob. Das heitere Trällern einer Drossel drang an das Ohr des erstarrten Mädchens. Doch als der zierliche Vogel - von einer schimpfenden Elster verscheucht - die Schwingen spreizte und seinen Platz auf dem Ast einer Birke verließ, fiel die Lähmung von Jeanne ab und sie wandte sich an die auf eine der Sitztruhen gesunkene Frauengestalt.

"Mutter", flehte sie tonlos und trat auf die Gräfin zu. Diese wirkte selbst in dem kostbaren, tiefrot gefärbten Bliaud , das trotz der Kälte im Inneren des normannischen Donjons die Schultern freiließ, grau und unscheinbar. Der altmodische Wimpel - eine eng gebundene Haube - ließ die spitzen Züge der bleichen Frau noch schärfer erscheinen. Ein Eindruck, der unterstrichen wurde, als sie in dem fruchtlosen Versuch, vor ihrer Tochter zurückzuweichen, die Schultern einzog und die Hände auf die erschlaffte Brust presste. "Das könnt Ihr mir nicht antun!" Jeannes Stimme hatte einen verzweifelten Unterton angenommen. "Er ist uralt!" Allein der Gedanke daran, den ungepflegten, meist betrunkenen Grafen, dessen strähniges Haar nach altem Tran stank, in ihre Nähe zu lassen, verursachte dem vierzehnjährigen Mädchen würgende Übelkeit. Zwar hatte sie den Herrn über die Grafschaft Touraine, die an das Gebiet ihres Vaters angrenzte, erst zwei Mal zu Gesicht bekommen. Aber der Eindruck, den sie bei diesen Begegnungen von dem ungeschliffenen französischen Adeligen gewonnen hatte, reichte aus, um ihr die Galle in die Kehle steigen zu lassen. "Bitte!" Ohne auf das wütende Einatmen ihres Vaters zu achten, ergriff sie den von einem weiten Ärmel bedeckten Oberarm der schmalen Gestalt und schüttelte diesen leicht.

"Ich kann nichts dagegen tun, mein Kind", seufzte die Angesprochene nach einem langen, schwer im Raum lastenden Augenblick der Stille schließlich. "Dein Vater sieht darin die einzige Möglichkeit, unser Gebiet vor den Übergriffen des englischen Königs zu schützen." Verwirrt zog Jeanne die rotbraunen Brauen zusammen. "Aber er ist doch gerade erst aus der Haft in Deutschland entlassen worden." Obschon es für eine Frau eigentlich nicht schicklich war, hatte Jeanne schon früh reges Interesse an Politik und Diplomatie gezeigt; was ihr bisher sanfter und verständnisvoller Vater auch ohne Einwände toleriert und ihr sogar einen weitgereisten Lehrer ins Haus geholt hatte. Doch dieser Zustand schien sich beinahe über Nacht geändert zu haben. "Das hat dich nicht zu interessieren!", fauchte er und zog sie mit hartem Griff von seiner Gemahlin fort. "Unser oberster Lehnsherr ist Philipp von Frankreich!" Sein von feinen, roten Äderchen durchzogenes Gesicht nahm einen unnachgiebigen Zug an, als er mit dem Zeigefinger auf eine Miniatur des französischen Königs einstach. Diese zeigte Philipp von Frankreich in schmeichelhafter Überzeichnung dabei, wie er an der Seite seines Erzfeindes, Richard Löwenherz, die von den Mauren besetzte Stadt Akkon in Palästina zurückeroberte. Dass Philipp keine zwei Wochen später - im August

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