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Im Stillen umarmt Roman von Bregy, Carmen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.12.2015
  • Verlag: Querverlag
eBook (ePUB)
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Im Stillen umarmt

Dieses Buch ist wie ein Liebesbrief. Es erzählt von der Liebe zwischen zwei Frauen, die ihrem Glück nicht trauen. Etwas Großes verbindet die zwei, was sie durchdringt und ihnen zugleich Angst macht. Bevor sie sich darin verlieren können, versuchen sie, sich voneinander zu lösen. Das gelingt ihnen kaum. Weder auf der Reise durch die winterliche Toskana noch auf den Pilgerspuren hoch zur Wallfahrtskirche in Madonna del Sasso, wo sie vor verschlossenen Pforten stehen. Die ersehnte Befreiung bringt ganz unverhofft eine Begegnung in einer Sommernacht. In sprachmächtigen Bildern zeichnet Carmen Bregy die Landschaften der Leidenschaft, in denen sich die Liebenden verlieren. Poetisch beschreibt sie die traurig-unmöglichen Begegnungen voller Zärtlichkeit und Verlangen. Carmen Bregy lebt und arbeitet in Basel, unter anderem als Verantwortliche für Texte und Konzepte in einer Werbeagentur. Freie Pojekte: www.bregy-buschle.ch. Im Stillen umarmt ist ihr erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Erscheinungsdatum: 02.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783896566027
    Verlag: Querverlag
    Größe: 393 kBytes
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Im Stillen umarmt

1. Treffen

Ich esse eine Gabel Fettuccine mit Kapern und schaue auf deine Hand. Schön, aber kraftlos und unbeteiligt, fast so, als ob du sie da vergessen hättest, liegt sie auf der meinen. Ich lasse sie so liegen. Es fühlt sich immer noch gut an. Nach so vielen Jahren.

"Du kochst einfach wunderbar", sagst du und bläst dir ein paar wirre Haare aus dem Gesicht. Früher hätte ich diese Haarsträhne liebevoll aus deinem Gesicht gestreichelt. Unser lebendiges Tischgespräch wäre kurz dann durch diese kleine, vertraute Zärtlichkeit unterbrochen worden. Heute traue ich mich nicht mehr, solche Dinge zu tun.

Du bist so schön, denke ich. Und schaue dich nicht an dabei. Sage stattdessen: "Danke für den Wein."

Ich habe gekocht. Ich koche meistens, wenn du kommst. Ich esse weiter. Ohne Hunger. Aus Gewohnheit, und weil man das so macht. Dabei schweift mein Blick durch unsere Küche. Meine Küche. Mein Zuhause. Nicht mehr unser Zuhause. Du kommst manchmal vorbei. Isst aus unseren alten Tellern und gehst dann mit mir ins Bett. Hitzig und voller Zorn, so scheint mir. Zwischen Tür und Angel tauchst du mich in dein Feuer.

Ich rede nicht mit dir. Ich weiß, wie sich meine Stimme anhören würde, würde ich jetzt sprechen. Schwach, dünn und zittrig würde sie klingen. Trotzdem würde ich versuchen, tapfer zu sein und mit erwachsenen Worten zu dir zu sprechen. Dass wir es prima hingekriegt haben, diese eheliche Zweierkiste in eine solide Freundschaft zu verwandeln, in der auch ab und zu etwas mehr möglich ist.

"Ach, Gott, du bist und bleibst so ... altmodisch, so eng, so normal, so ... Genieß das Leben, genieß mich und uns und mach nicht immer solche Grundsatzüberlegungen", hast du mir mit viel Bier im Bauch gesagt, als ich dir am Ende unserer dreijährigen Beziehung gestand, dass ich dich immer noch liebe und nicht einfach so mit dir schlafen will. "Das Leben ist nicht eins und eins. Das Leben hat viel mehr zu bieten. Und ich will alles davon", waren deine letzten Worte in jener Nacht, als du die warme Bettdecke ein erstes Mal zurückgeschlagen hast und gegangen bist. "Ich muss schlafen", hast du beim Hinausgehen gemurmelt.

Das möchte ich aber nicht. Weder dünn und zittrig sein noch lügen müssen. Ich möchte aber auch nicht die angstvolle Frau sein, die du manchmal spöttisch betrachtest.

Also schweige ich.

Wir trinken einen kleinen, süßen Espresso und schweigen in das Dunkel der Kaffeetässchen, währenddessen sich auf meiner Zunge liebevolle Worte sammeln.

"Komm", möchte ich sagen, "komm zu mir. Jetzt. Lege deine Hand auf meinen pochenden Hals. Mein Herz ist da, im Hals, wenn du zu mir sprichst. Lege deine Hand auf dieses warme, schnell pulsierende Leben. Und vielleicht sagst du mir dann meinen Namen. So wie früher."

Das alles möchte ich sagen und schweige.

Und so bleibt alles, was in mir ist, ungesagt. Die Heldin, die du so sehr geliebt hast, hat sich aus dem Staub gemacht. Ich stehe auf und mache mich geschäftig daran, die Reste unseres Beisammenseins wegzuräumen, das Geschirr zu spülen und die beiden Rotweingläser leer zu trinken.

Ich warte darauf, dass du gehst. So wie oft, wenn du bei mir warst, trockne das Geschirr ab und räume alles sorgfältig in den Schrank. Du aber hast vor, heute Nacht zu bleiben. Du lümmelst auf dem Sofa und spielst mit Roberta, der Katze, die du vor langer Zeit als kleines, rostbraunes Häufchen von der Straße mit nach Hause gebracht hast.

"Schau doch nur", hast du gesagt, mir die Katze entgegengestreckt und dabei das kleine Tierchen mit kaum zu zähmender und unbeholfener Zärtlichkeit hart an deine Wange gedrückt.

"Wir müssen es retten. Es darf nicht sterben. Bitte."

Ich habe euch beide hereingelassen, die Katze und dich, dir einen Tee und dem kleinen Tier ein bisschen Milch mit Wasser hingestellt. Meine Katzenallergie vergessen. Dein liebevoller Blick, dein warmer Atmen hinter den dreckigen kleinen Katz

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