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Im Tal der Zitronenbäume Roman von Caspari, Sofia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.05.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Im Tal der Zitronenbäume

Italien, 1859: Die neunzehnjährige Pauline muss mit ihrem Vater Hals über Kopf aus Sizilien fliehen, nachdem dieser den Patron der Region betrogen hat. Sie schiffen sich nach Brasilien ein und lernen auf der Überfahrt die Familie Hartung kennen, die ihrem bescheidenen Leben im Hunsrück den Rücken gekehrt hat. Pauline und Jonas Hartung fühlen sich zueinander hingezogen, doch das Schicksal und Paulines Vater haben andere Pläne ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 477
    Erscheinungsdatum: 15.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732506590
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1543 kBytes
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Im Tal der Zitronenbäume

Erstes Kapitel

Sechs Monate zuvor ...

Pauline hatte kein gutes Gefühl, obgleich Gregorios warme Hand die ihre fest umklammert hielt. Immer wieder nickte der junge Sizilianer ihr aufmunternd zu. Je näher sie allerdings dem Haus Santino Fabris' kamen, desto unruhiger wurde die junge Frau.

Eigentlich war es ein so schöner Tag. Die Sonne brannte vom strahlend blauen Himmel, obwohl sich der Sommer schon dem Ende zuneigte. Signor Fabris, Gregorios Onkel, saß auf der Veranda des prächtigen Hauses der Familie, von dem aus man einen überwältigenden Ausblick auf die Umgebung hatte. Er ging wohl eben mit seinem Verwalter Francesco Moli die Geschäftspapiere durch. Gregorio, erinnerte sich Pauline in diesem Moment schaudernd, hatte einmal gesagt, sein Onkel sei gewiss nicht mit Freundlichkeit zum größten Zitronenplantagenbesitzer der Gegend geworden, sondern mit List, Tücke und Brutalität. Nein, eigentlich wollte sie diesem Mann, der sich so freundlich gab, von dem sie aber dennoch schon so viel Grausames gehört hatte, nicht gegenübertreten. Was ging ihn die Beziehung zwischen ihr und seinem Neffen an? Sie konnte doch vorerst Gregorios und ihr Geheimnis bleiben. Sie war erst achtzehn Jahre alt. Und war es in diesem Alter nicht schön, Geheimnisse zu haben?

Offenbar hatte Pauline ihren Schritt unwillkürlich verlangsamt, denn Gregorio lächelte sie ermutigend an. Sie liebte Gregorios Lächeln, und gewöhnlich beruhigte es sie, aber daran konnte sie jetzt keinen Gedanken verschwenden.

"Wir sollten es ihm vielleicht noch nicht sagen." Pauline warf erneut einen hastigen Blick auf die Veranda.

Signor Fabris hatte die beiden jungen Leute entweder noch nicht bemerkt oder er interessierte sich nicht für sie.

Gregorio blieb stehen. "Aber wir haben doch so lange darüber gesprochen. Wir waren uns einig, Pauline. Er muss endlich von uns erfahren. Warum nicht jetzt? Warum später? Ich bin nicht sein Sohn. Ich sage dir, es wird für ihn ohnehin nicht wichtig sein, wen ich einmal heirate."

Dass er das Wort "heiraten" erwähnte, jagte Pauline einen wohligen Schauder über den Rücken. Die junge Frau wandte den Blick in die Weite, er verlor sich auf den türkisblauen tanzenden Wellen des Mittelmeers.

"Ich bin mir einfach nicht sicher", sagte sie dann leise.

Sie schaute Gregorio an, versank gleich in den Tiefen seiner dunklen Augen. Gregorio hatte ein ebenmäßiges Gesicht, eine schmale Nase und wie gemeißelt wirkende Wangenknochen. Bei ihrer ersten Begegnung hatte er sie an die antiken Statuen erinnert, die ihr Vater so sehr liebte. Gregorio war das Ebenbild einer dieser Statuen, und Pauline konnte sich nicht vorstellen, dass Santino Fabris nichts mit seinem wunderbaren Neffen vorhatte. Gregorio war gewiss ein Pfund, mit dem sich wuchern ließ.

Dank seines Onkels hatte der junge Mann die besten Verbindungen. Außerdem war er ihm zu Dank verpflichtet, denn Santino hatte ihn als Waise bei sich aufgenommen. Niemand in der Familie Fabris konnte Entscheidungen an Santino Fabris vorbei treffen. Das war unmöglich. Sollte ihr das wirklich bewusster sein als Gregorio selbst?

Gregorio legte sanft die Hand auf Paulines Rücken und nötigte sie auf diese Weise weiterzugehen. Als sie Santino Fabris fast erreicht hatten, beugte sich Francesco Moli plötzlich zu dem Plantagenbesitzer hinüber und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Fabris hob den Kopf.

"Gregorio! Mein liebster Neffe." Er sah Pauline an. "Und die bezaubernde Signorina Jordan. Ich hoffe doch, Ihr Vater hat bald wieder eine Lieferung für mich? Diese wunderbaren Skulpturen versüßen mir den Tag."

"Signor Fabris!"

Pauline nickte Gregorios Onkel, der nun von seinem Neffen mit Küssen auf die Wangen begrüßt wurde, höflich zu. "Ich bin mir sicher, dass mein Vater bald wieder etwas Passendes für Sie hat. Soweit ich weiß, hat er kürzlich Nachricht von einer neuen Ausgrabung erhalten."

Signor Fabris läche

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