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Im Tal des Windes Roman von Maly, Rebecca (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.07.2012
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Im Tal des Windes

Ein Land im Aufruhr, dramatische Begegnungen, fremde Landschaften - ein bewegendes Schicksal vor exotischer Kulisse London 1844: Um ihre Familie vor dem Ruin zu retten, heiratet Johanna einen Mann, den sie nicht liebt. Sie folgt ihm nach Neuseeland - nicht ahnend, dass Thomas über Leichen gegangen ist, um sie zu heiraten. In Neuseeland erwartet sie eine fremde Welt. Aber Johanna findet schnell in ihr neues Leben und freundet sich mit den eingeborenen Maori an. Als diese sich gegen den Landraub durch die Siedler wehren, schlägt Thomas brutal zurück. Plötzlich steht Johanna zwischen allen Fronten. Rebecca Maly, geboren 1978, arbeitete als Archäologin und Lektorin, bevor sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Die Kultur der Maori lernte sie bereits im Studium kennen, eine Faszination, die bis heute geblieben ist. Die Autorin kann sich nichts Schöneres vorstellen, als ferne Länder zu bereisen und deren Kultur kennen zu lernen. In ihrer Freizeit genießt sie es, lange Ausritte in der Natur zu machen oder gemütlich mit ihren Katzen daheim zu lesen. Unter ihrem realen Namen Rebekka Pax hat sie bereits erfolgreich mehrere Romane veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 09.07.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641079482
    Verlag: Heyne
    Größe: 806 kBytes
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Im Tal des Windes

Mai 1844

London

E ndlich hatte der Frühling auch in London Einzug gehalten. Johanna saß am Fenster ihres Zimmers und sah hinaus in den Garten, wo die erste Rose des Jahres zaghaft ihren Kopf nach oben reckte.

Im Haus war es still geworden. Offensichtlich hatten sich ihre Eltern wieder versöhnt, oder ihnen waren bei ihrem Streit die Argumente ausgegangen. Mit bangem Herzen hoffte Johanna, dass ihr Vater sich dieses Mal durchgesetzt hatte. Für sie war dieser Ausflug mindestens so wichtig wie für ihn.

Alles lag bereit. Ihre kleine Tasche und der hübsche weiße Sonnenschirm. Die feinen Spitzenhandschuhe, die sie neulich erst erstanden hatte, hatte sie bereits angezogen. Hastig puderte sie noch einmal ihr Gesicht, um die wenigen Sommersprossen zu überdecken, die sich auf ihre Nase verirrt hatten. Das war nur eines der Dinge, die Johanna nicht an sich mochte. Ihr Haar war langweilig, mittelblond, weder glatt noch richtig gelockt. Aufgesteckt und mit ein paar Nadeln verziert, war sie heute damit ausnahmsweise zufrieden. Wenn der Rest von ihr nur so interessant wäre wie ihre Augen, deren besonderes Grün sie von ihrem Vater geerbt hatte. Aber nein, sie war klein und unauffällig wie ihre Mutter. Lady Elisabeth Chester machte dieses Defizit durch energisches Auftreten und eine noch energischere Stimme wett, Johanna fehlte dazu der Mut. Sie vergrub die Nase lieber in den Büchern ihres Vaters, als den neuesten Klatsch und Tratsch auszutauschen. Und genau die Welt dieser Abenteuerbücher galt es jetzt endlich mit eigenen Augen zu bestaunen.

Ein Pferd wieherte. Es war Don, der gutmütige, etwas faule Braune, der Vaters Einspänner zog. Also doch! Johanna sprang auf, die Hand bereits an der Tür, als der ersehnte Ruf erklang.

" Johanna! "

" Ja, Vater, ich komme. "

Sie flog nur so die Treppe hinunter, in den sonnendurchfluteten Flur, wo der Herr des Hauses, Lord Anthony Chester, bereits auf sie wartete.

Johanna sah sofort, dass sich ihr Vater für diesen Ausflug, der ihm ebenso viel bedeutete wie ihr, besonders herausgeputzt hatte. Er trug einen perfekt geschnittenen Anzug, hielt Zylinder und Stock in der Hand und strich sich unruhig über den frisch gestutzten Bart, der Johanna an anderen Tagen oft eher an einen zerrupften Vogel erinnerte. Seine grünen Augen sprühten vor Abenteuerlust.

Johanna blieb atemlos vor ihm stehen und überlegte kurz, ob sie ihre Korsage vielleicht doch etwas zu eng hatte schnüren lassen.

" Können wir aufbrechen? "

" Ja. Deine Mutter findet, der Ausflug sei einer Dame ihres Standes unwürdig, und bleibt hier " , sagte er mit leichter Bitterkeit in der Stimme, schien sich aber seine gute Laune nicht gänzlich vermiesen zu lassen.

" Aber Madame Rutherford ist doch auch dort, und sie bringt sogar ihre französischen Gäste mit ... "

" Lass gut sein, mein Kind, komm. "

Er bot ihr seinen Arm. Johanna hakte sich fröhlich bei ihm unter und ging mit ihm zur Kutsche, die vor der Tür wartete.

Ihr Vater, der um die Gesundheit seiner einzigen Tochter fürchtete, protestierte zwar kurz, aber dann fuhren sie den Weg zum nahen Hyde Park doch mit offenem Verdeck.

Johanna konnte sich nicht sattsehen an all dem knospenden Grün und den fröhlichen Gesichtern der Sonntagsspaziergänger. Der Frühling schien alles auf magische Weise verwandelt zu haben. Hoch oben segelten die ersten Schwalben. Magnolien reckten stolz ihre großen Blüten in den Himmel, die blühenden Kirschbäume sahen wie rosafarbene Wolken aus. Die Luft duftete frisch und war durchzogen von immer wieder neuen frühlingshaften Gerüchen.

Johanna genoss die Fahrt in vollen Zügen und schwieg beinahe andächtig. Bald hatten sie die Straßen hinter sich gelassen, und Don trabte über die sandigen Wege d

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